Projekt 01724/01

Vorplanung eines geothermischen Heizwerkes in Ludwigslust

Projektträger

Stadtwerke Ludwigslust Grabow GmbH
Bauernallee 3
19288 LudwigslustZielsetzung und Anlass des Vorhabens Untersuchung des Einsatzes der bekannten Thermalwasserlagerst√§tten in der Stadt Ludwigslust zur W√§rmeversorgung im Stadtgebiet von Ludwigslust. Das Ziel des Projektes war die wirtschaftliche Erschlie√üung von Thermalwasserlagerst√§tten, die wirtschaftliche Auskopplung von Fernw√§rme und deren Nutzung in dem vorhandenen bzw. noch zu erweiternden Fernw√§rmegebiet der Stadtwerke Ludwigslust-Grabow GmbH. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Umsetzung der Zielsetzung des Vorhabens wurden folgende Verfahren und Methoden eingesetzt: 1. Geothermischer Teil: Modellierung, anhand folgender Computer-Programme: ¬∑ CAGRA: Halbanalytische L√∂sung zur Berechnung der Temperaturverteilung im Speicher bis zum Durchbruch homogener Parameter ¬∑ CFEST: numerische L√∂sung f√ľr dreidimensionale thermische und hydraulische Vorg√§nge in por√∂sen Medien ¬∑ Geologie: Auswertung und Extrapolation komplexer geologisch-geografischer Untersuchungen 2. Konventioneller Teil: ¬∑ Analyse der bestehenden Fernw√§rmeversorgung der Stadtwerke und Herausarbeiten der stufenweisen Netzerweiterungsm√∂glichkeiten durch die Geothermienutzung ¬∑ Auswertung und Einarbeitung der praktischen Erfahrungen der vier Geothermieprojekte in Mecklenburg/Vorpommern in die Vorplanung ¬∑ Vorauswahl der zum Einsatz geplanten Anlagentechnik f√ľr den Thermalwasserkreislauf ¬∑ Wirtschaftliche Untersuchung des geplanten Bohrverfahrens und Verfahrensauswahl Auf der Basis der geordneten Jahresdauerlinien und der erforderlichen Investitionen wurde der Einsatz der Thermalw√§rme auf Wirtschaftlichkeit untersucht. Ergebnisse und Diskussion Die Thermalwasser-Lagerst√§tte in Ludwigslust gestattet es, da√ü die erforderlichen Bohrungen in unmittelbarer N√§he des vorhandenen Heizwerkes, Bauernallee 03, abgeteuft werden k√∂nnen. Damit sind f√ľr die F√∂rderung und Verpressung des Thermalwassers nur kurze Transportleitungen erforderlich. Eine Erweiterung des vorhandenen Fernw√§rmenetzes ist von diesem Standort die wirtschaftlichste L√∂sung. Die berechneten Thermalwasserparameter wurden wie folgt herausgearbeitet: ¬∑ Lage des Nutzhorizontes: in den Contorta-Schichten, ¬∑ F√∂rderbohrung von 2.000 bis 2.050 m, ¬∑ Verpre√übohrung von 1.850 bis 1.900 m, ¬∑ F√∂rdervolumen 100 bis 150 m¬≥/h, ¬∑ Kopftemperatur 82¬įC +3-4K, ¬∑ Schichtwassermineralisation 195 g/l Bei der geplanten W√§rmeauskopplung von 21.502 MWh/a, bei einem Gesamtw√§rmebedarf von 25.417, MWh/a und einem mittleren Volumenstrom von 100m¬≥/h wird eine mittlere Injektionstemperatur von 39,5¬įC erzielt. Die Thermalwasseranlage erreicht eine Vollaststundenzahl von 7.680 h/a. Die Spitzenkesselanlage liefert die Differenzw√§rme von 3.915 MWh/a. Aus diesem Verh√§ltnis ergibt sich folgende Emissionsminderung: ¬∑ bei CO2 von: 3.721,-t/a, ¬∑ bei CO von: 4,33 t/a ¬∑ bei NOx von: 3,00 t/a. F√ľr die Thermalw√§rme entstehen bei der Thermalwasserf√∂rderung, der W√§rmeauskopplung und dem Fernw√§rmetransport bis zum Kunden Betriebskosten von 11,70 DM/MWh. Werden die Investitionskosten f√ľr die Bohrungen und die W√§rmeauskopplung ebenfalls auf die gleiche Basis Thermalwasseranteil des W√§rmebedarfs bezogen, so ergeben sich Betriebskosten von 74,39 DM/MWh. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation ¬∑ 18.01.1995: Projektpr√§sentation bei den Stadtwerken Ludwigslust-Grabow GmbH in Ludwigslust ¬∑ 05.-07.10.1994: 3. Geothermische Fachtagung Schwerin, Vortrag von Herrn Bosecke Erw√§hnung in der Literatur, wie: * Kaltschmitt/Wiese- Erneuerbare Energien, -Springer -Verlag Berlin-Havelberg 1995, Erw√§hnung in Fachvortr√§gen, wie: * 6. Internationales Symposium, Polnische Akademie der Wissenschaften, W√§rme√ľbergang und erneuerbare Energien, Szcecin, Ausgabe 1996 * Deutsch-Ungarischer Workshop - Erneuerbare Energie -, Ost-West, Wirtschaftsakademie Berlin, Dezember 1996 Fazit Die im Projekt herausgearbeiteten Ergebnisse zeigen, da√ü die Nutzung von Thermalwasserlagerst√§tten mit hohem Temperaturniveau einen wesentlichen Beitrag zur Umweltentlastung durch CO2-Emissionen bringt. Die Nutzung der Thermalw√§rme l√§√üt sich trotz geringerer Betriebskosten gegen√ľber der konventionellen W√§rmeerzeugung, aufgrund der hohen Investitionskosten f√ľr die Bohrungen und die Obertageanlage ohne zus√§tzliche F√∂rderung nicht wirtschaftlich gestalten.

√úbersicht

Telefon

03874/414-0

Telefon

03874/414-0

Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern

Fördersumme

82.829,28 ‚ā¨

Förderzeitraum

13.05.1993 - 15.07.1998