Projekt 01552/03

Nachbewilligung zur 2. Phase des Projektes: Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur Verwertung und thermischen Nutzung von Rest- und Abfallstoffen aus der Abgas- und Abwasserreinigung durch Einblasen in metallurgische Schmelzreaktoren

ProjekttrÀger

E.S.C.H. GmbHEngineering Service Center und Handel GmbH
MaxhĂŒttenstr. 19
07333 UnterwellenbornZielsetzung und Anlass des Vorhabens Die im Rahmen des Projektes AZ 01552/02 errichtete Mehrstoffeinblasanlage fĂŒhrte gemeinsam mit den wĂ€hrend der technologischen und verfahrenstechnischen Erprobung durchgefĂŒhrten reststoff- und anlagenspezifischen Weiterentwicklungen zu einer großtechnisch funktionierenden Lösung, die es gestattet, fein- und grobkörnige AbfĂ€lle gleich verteilt in die Windformen eines Hochofens zu injizieren. Im Rahmen der dritten Projektphase galt es, in großtechnischen Einblasversuchen die UmweltvertrĂ€glichkeit des entwickelten Verfahrens anhand von umweltrelevanten Messungen beim Einblasen von verschiedenen körnigen AbfĂ€llen in den Hochofen nachzuweisen. Dabei sollten eventuelle Mengenbegrenzungen des Einsatzes dieser Abfallstoffe im Hochofen, hinsichtlich der Art, der Inhaltsstoffe und deren Mengen festgestellt werden und des Weiteren sowohl technologische Grenzen als auch BeschrĂ€nkungen aus der Sicht der Emissionen erkannt werden. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDa die Injektionsanlage fĂŒr den Hochofen 3 der EKO Stahl GmbH in EisenhĂŒttenstadt konzipiert und gebaut worden war, erfolgten die großtechnischen Versuche unter den praxisĂŒblichen Bedingungen dieses Hochofenbetriebes. Da als Zusatzbrennstoff im Normalfall Mischkunststoffgranulat eingeblasen wird, wurde diese Betriebsweise als Basis festgelegt und in den Versuchen der zu untersuchende Abfall im Gemisch mit Mischkunststoffgranulat injiziert. Ergebnisse und Diskussion Es hat sich gezeigt, dass mit der entwickelten und seit 1997 in der EKO Stahl GmbH betriebenen Mehrstoffinjektionsanlage EKOFOR zuverlĂ€ssig Granulate gleichverteilt und dosiert in die Windformen eines Hochofens injizieren werden können. Dabei wurde deutlich, dass ein störungsfreier Betrieb der auf der pneumatischen Förderung beruhenden Technik nur mit einem rieselfĂ€higen Einsatzmaterial möglich ist. Aufgrund der entwickelten Detaillösungen ist dabei unerheblich, ob es sich um ein fein- oder grobkörniges Granulat handelt. Selbst das Einblasen zweier Abfallkomponenten unterschiedlicher Kornstruktur und SchĂŒttdichte war mit der vorhandenen Anlage gut zu realisieren. Die Ergebnisse der den 2 Versuchsfahrten vorangestellten Null-Emissionsmessung bildeten die Vergleichsbasis zur Beurteilung der Auswirkungen beim Einblasen der Abfallgemische. Die umweltrelevanten Messungen und die Beurteilung der Ergebnisse wurden von den Fachinstituten: Forschungsinstitut fĂŒr Nichteisen-Metalle Freiberg GmbH und AIRTEC Gesellschaft fĂŒr Umweltmessungen mbH durchgefĂŒhrt. Zusammenfassend konnte eingeschĂ€tzt werden, dass das Einblasen der Abfallgemische KlĂ€rschlamm-/ Mischkunststoffgranulat und Lackschlamm-/ Mischkunststoffgranulat keine signifikant nachhaltigen umweltrelevanten VerĂ€nderungen gegenĂŒber dem Normalbetrieb bewirkt haben. Außerdem bestĂ€tigten die nach dem Cowper ermittelten Abgaskomponenten anhand eines Vergleiches mit Emissionsgrenzwerten der TA-Luft und der 17. BImSchV, dass das Einblasen der AbfĂ€lle in die Hochtemperaturzone des Hochofens ein umweltfreundliches Abfallverwertungsverfahren darstellt. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Kontaktadresse: E.S.C.H. Engeneering Service Center und Handel GmbH, MaxhĂŒttenstraße 19, 0733 Unterwellenborg, Ansprechpartner: Herr Dr. J. Lahr, Frau W. Kaulbars.Telefon: 03671 / 6740 -10, Telefax / - 80. Öffentlichkeitsarbeit: Die entwickelte Mehrstoffeinblasanlage wurde bisher auf folgenden Messen bzw. Konferenzen prĂ€sentiert: Hannover Messe - 1997, 2000; Metallurgie-Messe Beijing, China, 1998; Fachvortrag auf der enviBRNO, 1998; Fachvortrag auf der Internationale wiss. Konferenz Pneumatischer Transport 99, Rudy, Polen; METEC - 1999; CERAMITEC - 2000; POWTECH - 2000. Fazit Im Hinblick auf die Nutzung der energetischen Ressourcen verschiedener Abfallstoffe stellt die entwickelte Technologie der Mehrstoffeinblasanlage eine praktikable ZufĂŒhrungsmöglichkeit fĂŒr fein- und grobkörnige AbfĂ€lle dar. Vorteile der entwickelten Technologie sind, dass die Mehrstoffeinblasanlage mit einem geringen Zeit- und Arbeitsaufwand auf einen anderen einzublasenden Stoff umgerĂŒstet werden kann, die Anlage aus großen, aber transporttechnischen noch beherrschbaren und somit umsetzbaren Einheiten besteht und das ĂŒblicherweise vorhandene Pressluftnetz fĂŒr das Betreiben der Anlagentechnik ausreichend ist. Die entwickelte Technologie gestattet es, zuverlĂ€ssig Granulate gleichverteilt und dosiert in eine praktisch beliebige Anzahl von Windformen eines Hochofens ohne den Einsatz verschleißintensiver mechanischer Dosiereinrichtungen zu injizieren. Das Einblasen der Abfallgemische KlĂ€rschlamm-/ Mischkunststoffgranulat und Lackschlamm-/ Mischkunststoffgranulat hat gegenĂŒber dem Normalbetrieb keine signifikant nachhaltigen umweltrelevanten VerĂ€nderungen bewirkt. Die ermittelten Abgaskomponenten zeigten anhand eines Vergleiches mit Emissionsgrenzwerten der TA-Luft und der 17. BImSchV, dass das Einblasen der AbfĂ€lle in die Hochtemperaturzone des Hochofens ein umweltfreundliches Abfallverwertungsverfahren darstellt.

Übersicht

Telefon

+49(0)3671 6740-0

Telefon

+49(0)3671 6740-0

Bundesland

Brandenburg

Fördersumme

86.579,61 €

Förderzeitraum

08.09.1998 - 21.12.2000