Projekt 01552/02

Entwicklung und Erprobung eines Verfahrens zur Verwertung und thermischen Nutzung von Rest- und Abfallstoffen aus der Abgas- und Abwasserreinigung durch Einblasen in metallurgische Schmelzreaktoren (Zweite Phase)

Projektträger

Engineering Service Center und Handel GmbH
Maxh√ľttenstr. 19
07333 UnterwellenbornZielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist die Entwicklung, Projektierung und der Bau einer Anlage zum Einblasen pulverf√∂rmiger und granulierter Rest- und Abfallstoffe aus der Abgas- und Abwasserreinigung, um diese in einem metallurgischen Schmelzreaktor zu verwerten. Die Reststoffeinblasanlage war f√ľr den Hochofen III der EKO Stahl GmbH zu konzipieren und eine gleichm√§√üige Reststoffzuf√ľhrung √ľber 13 Windformen des Hochofens zu erm√∂glichen. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKonstruktiv wurde die Reststoffeinblasanlage als Mehrstoffeinblasanlage f√ľr fein und grobk√∂rnige (Granulate) Reststoffe so gestaltet, da√ü - die Anlage mit einem geringen Zeit- und Arbeitsaufwand auf einen anderen einzublasenden Reststoff umger√ľstet werden kann, - die Einblasanlage aus gro√üen, aber transporttechnisch noch beherrschbaren und somit umsetzbaren Einheiten besteht, - das der √ľblicherweise vorhandene Pre√üluftnetzdruck f√ľr Betrieb der Anlage genutzt werden kann, - ein ausreichender Automatisierungsgrad erreicht wurde. Die Bevorratung des einzublasenden Reststoffs kann in Big Bags oder in einem Leihsilo erfolgen. Der Vorratsbeh√§lter der errichteten Einblasanlage wird mit Hilfe einer Zwischenf√∂rderanlage mit dem einzu-blasenden Reststoff bef√ľllt. Die Druckschleuse erlaubt bei kontinuierlichem Betrieb das Einschleusen von 5.000 kg/h in das F√∂rdergef√§√ü. Ausgehend vom F√∂rdergef√§√ü k√∂nnen max. 5.000 kg des Reststoffes pro Stunde gleichverteilt in 13 F√∂rderleitungen eingebracht werden, die diesen mittels 13 Einblaslanzen in 13 Windformen des Hochofens injizieren. Ergebnisse und Diskussion Die Ergebnisse der 1. Projektphase sind im einzelnen im Zwischenbericht zur 1. Projektphase vom Januar 1994 dargestellt. Insbesondere sei auf das Kapitel 4. Orientierende Betriebsversuche, 4.4. Ergebnisse verwiesen. Zur 2. Phase liegt der Bericht vom Mai 1997 vor. Die Mehrstoffeinblasanlage wurde technologisch und verfahrenstechnisch erprobt. Bisher wurden verschiedene Reststoffe wie z. B. ein aus f√∂rdertechnischer Sicht besonders schwieriges Mischkunststoffgranulat getestet. W√§hrend der gro√ütechnischen Erprobung der Anlage konnte der Nachweis erbracht werden, da√ü insbe-sondere auch f√ľr grobk√∂rnige Granulate, wie z.B. Kl√§rschlamm, eine zuverl√§ssige Dosier- und F√∂rdertechnologie entwickelt und realisiert werden konnte. Die gefundene L√∂sung gestattet es, ohne den Einsatz verschlei√üintensiver mechanischer Dosiereinrichtungen fein- und auch grobk√∂rnige Reststoffe in eine praktisch beliebige Zahl von Windformen eines Hochofens gleichverteilt zu injizieren. Dazu wird im F√∂rdergef√§√ü, in dem die F√∂rderleitungen beginnen, durch pneumatische verfahrenstechnische L√∂sungen eine Gleichverteilung des einzublasenden Materials in die einzelnen F√∂rderleitungen erreicht. Infolge einer F√∂rdergasoptimierung und des Einsatzes ausgew√§hlter Materialien und konstruktiv angepa√üter Rohrb√∂gen und -kr√ľmmer konnten anf√§ngliche Verschlei√üerscheinungen innerhalb der Zwischenf√∂rderanlage und zwischen dieser und der Einblasanlage wirkungsvoll eingeschr√§nkt werden. √Ėffentlichkeitsarbeit und Pr√§sentation Die entwickelte Mehrstoffeinblastechnologie wurde im Fr√ľhjahr 1997 auf der Hannover-Messe und auf einer Metallurgiemesse in Peking/Beijing, pr√§sentiert. Vorl√§ufiges Fazit Grunds√§tzlich wurde in den beiden bisherigen Projektphasen die M√∂glichkeit des Einsatzes von Rest- und Abfallstoffen aus der Abgas- und Abwasserreinigung (insbesondere beladener Aktivkoksstaub und getrocknetes Kl√§rschlammgranulat) dargestellt. Da jedoch nur 4 Windformen mit Hilfe einer mit gro√üem manuellen Aufwand betriebenen kleintechnischen Injektionsanlage beaufschlagt werden konnten, war eine fundierte Aussage zu Auswirkungen auf den Hochofenbetrieb und zu umweltrelevanten Emissionen nur eingeschr√§nkt m√∂glich. Deshalb sollen in einer weiteren f√ľr die F√∂rderung beantragten Projektphase f√ľr verschiedenartige k√∂rnige Abfallstoffe, insbesondere f√ľr beladenen k√∂rnigen Aktivkoks und Kl√§rschlamm, gro√ütechnische Einblasversuche einschlie√ülich der umweltrelevanten Messungen erfolgen, um eventuelle Mengenbegrenzungen des Einsatzes dieser Abfallstoffe im Hochofen, hinsichtlich der Art, der Inhaltsstoffe und deren Mengen feststellen zu k√∂nnen. Dabei sollen sowohl technologische Grenzen als auch Beschr√§nkungen aus der Sicht der Emissionen erkannt werden. Neben der L√∂sung der technischen Probleme und der Untersuchung der Beeinflussung des metallurgischen Schmelzergebnisses beim Einblasen der Rest- und Abfallstoffe mu√ü die Umweltvertr√§glichkeit des Verwertungskonzeptes bewertet werden. Erzeugtes Gichtgas wird haupts√§chlich in der Winderhitzeranlage verbrannt oder als Brenngas in Feuerungen im H√ľttenbetrieb genutzt. Es mu√ü deshalb die Auswirkung des ver√§nderten Brennstoffeinsatzes beim Hochofenproze√ü auf die Emissionen √ľberpr√ľft werden. Zun√§chst w√§re daf√ľr eine Null-Emissionsmessung vorzunehmen. Weiterhin soll ein Vergleich mit anderen Verwertungs-/Entsorgungs-Verfahren gezogen werden, um eine Bewertung des untersuchten Verfahrens auszuf√ľhren.

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Telefon

03671/674010

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Bundesland

Alte und Neue Bundesländer

Fördersumme

332.851,01 ‚ā¨

Förderzeitraum

21.11.1994 - 19.06.1998