Projekt 01437/01

Entwicklung einer verfahrenstechnisch, betontechnologisch und betriebswirtschaftlich optimierten Anlage zur Behandlung von Betonrestmassen

ProjekttrÀger

Mitra MittelstÀndische Transportbeton GmbH i. L. BBV Beton- und Baustoff Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG
Kreisstr. 43
45525 HattingenZielsetzung und Anlass des Vorhabens In Deutschland werden pro Jahr ca. 60 Mio. mÂł Transportbeton hergestellt, etwa 3% der Betonproduktion werden nicht verarbeitet. Die Kosten fĂŒr die Deponierung des Restbetons sind hoch, die Anzahl der Deponien, die den Restbeton nicht mehr annehmen, steigt. Zum einen ist die ökonomische wie ökologische Notwendigkeit von Recycling fĂŒr alle Produktionsbereiche unbestreitbar, zum anderen werden die Produzenten durch gesetzliche Vorschriften angehalten, die anfallenden Restmengen wiederzuverwenden. FĂŒr die Transportbetonindustrie bedeutet dies einen schrittweisen Übergang von einer reinen Entsorgungstechnik zu einer Materialwirtschaft mit geschlossenen StoffkreislĂ€ufen. Diese Anforderung kann nur mit neuen Technologien erfĂŒllt werden. Die bisher gegebenen Methoden der Wiederverwertung erfordern ein learning-by-doing, da Detailfragen ungeklĂ€rt bleiben. Vor allem die Aufbereitung von Restbeton in einem System von verschiedenen, in gegenseitiger AbhĂ€ngigkeit von zueinanderstehenden Bauteilen, deren GrĂ¶ĂŸe bzw. Wertigkeiten nicht festgelegt sind, sowie die verfahrenstechnische Aufbereitung der Recycling-Produkte ist bisher nicht optimal gelöst. Mit dem vorliegenden Verfahren sollten daher die bisherigen Probleme erkannt und Lösungen vorgeschlagen werden, die sowohl den ökologischen, ökonomischen als auch gesetzlichen Zielsetzungen entsprechen. Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie vielfĂ€ltigen Kriterien, die beim Bau und Betrieb einer Restbetonrecycling-Anlage berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen, stellten eine komplexe Situation dar. Mit dem Ergebnis des Projektes sollten Unternehmen daher Entscheidungshilfen an die Hand gegeben werden, mit deren Hilfe die Entscheidung umfassend, zielorientiert und effizient vorbereitet werden kann. ZunĂ€chst werden im Rahmen dieser Arbeit die Grundlagen der Recyclingtechnik erlĂ€utert, darĂŒber hinaus erfolgte die Darstellung der analysierten Versuchsreihen. Des Weiteren sollte die Arbeit auf die Grundlagen zur Erstellung eines allgemeingĂŒltigen Ablaufschemas zur Entscheidungsfindung eingehen, das auf einer Nutzwertanalyse basiert, die aus der Systemwirtschaft abgeleitet wurde. Im Rahmen der Nutzwertanalyse wurden die Projektziele mit den Entscheidungsalternativen verglichen und bewertet, schließlich die Ziele auf Widerspruchsfreiheit geprĂŒft. Aufgrund der Wertsynthese wurde dann eine konkrete Entscheidungshilfe entwickelt. Im Anschluss wur-de das entwickelte Ablaufschema auf die Problematik des Restbetonrecyclings angewendet. Aus den recyclingtechnischen und betontechnologischen Grundlagen wurde ein Zielsystem erstellt, mit dem die Entscheidungen bei der Installation von Anlagen zum nassmechanischen Recycling von Restbetonmassen allgemeingĂŒltig vorgenommen und kontrolliert werden kann. Ergebnisse und Diskussion Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens wurden 17 maßgebliche Entscheidungskriterien entwickelt, die als Projektziele abgearbeitet eine allgemeingĂŒltige Entscheidungshilfe sowohl fĂŒr objektive Kriterien als auch fĂŒr subjektive Kriterien darstellen. Die Projektziele lassen sich in fĂŒnf Kategorien einordnen: · Ablagerungen Durch die ReaktivitĂ€t der Feinstoff im Restwasser kommt es zu Ablagerungen an verschiedenen Stellen der Recyclinganlage; diese behindern den Betrieb der Anlage. Im Rahmen dieser Arbeit konnte aufgezeigt werden, wie sich die Ablagerungen durch geeignete Maßnahmen minimieren lassen. · Wiederverwendung der Recyclingprodukte Diverse Verfahrensweisen zur Wiederverwendung der Recyclingprodukte werden dargestellt und einer Wertung zugĂ€nglich gemacht. · Bemessungen Die GrĂ¶ĂŸe des Dispergierraumens, die Auswaschleistung und die RĂŒhrleistung wird mit diversen Bemessungsverfahren analysiert und optimiert. Mit einer Versuchsreihe wurden diese Verfahren praktisch angewendet. · Interdependenzen Die Kriterien der Anordnung des Mechanischen Klassierers und des Dispergierbeckens sind teilweise widersprĂŒchlich. Mit Hilfe eines eigenstĂ€ndigen Projektzieles kann die optimierte Lösung fĂŒr jeden Einzelfall gefunden werden. · PraktikabilitĂ€t Auf Grundlage der empirischen Untersuchung konnten die maßgeblichen Entscheidungskriterien aufgezeigt und ein allgemeingĂŒltiges Ablaufschema zur Entscheidungshilfe fĂŒr die PraktikabilitĂ€t aufgestellt werden. Die geeignete Methode dafĂŒr war die Nutzwertanalyse. Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Teilergebnisse des Projektes, insbesondere die chemische Analyse des Restwassers, stießen 1997 bei der Forschungsgemeinschaft Transportbeton e. V., Moers, auf großes Interesse. Die Musterrestbeton-Recyclinganlage ist nach Terminabsprache mit MITRA frei zugĂ€nglich und zu besichtigen. Fazit Die im Projekt erarbeitete Nutzwertanalyse kann einem EntscheidungstrĂ€ger ein Instrument an die Hand geben, mit dessen Hilfe die Restbetonrecycling-Problematik transparent wird. Durch dieses Instrument werden ihm optimale Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Im Rahmen des Projektes wurden allerdings ökonomische Faktoren vernachlĂ€ssigt, die in die Unternehmerentscheidungen mit einbezogen werden mĂŒssen. Die Firma MITRA stellt ein allgemeingĂŒltiges Ablaufschema vor, mit dem sowohl fĂŒr quantifizierbare als auch fĂŒr nichtquantifizierbare Kriterien des Restbetonrecyclings eine Entscheidungsanalyse sichtbar gemacht wird. Im Projektergebnis wird durch die VerknĂŒpfung von Sachwissen und wissenschaftlicher Methode aufgezeigt, wie eine Nutzwertanalyse durch die prĂ€ferenzgerechte Formulierung von Zielgewichten und Zielwerten fĂŒr Restbetonrecycling-Anlagen eingesetzt wird. Der Transfereffekt kann durch die Übertragung der aufgezeigten Möglichkeiten der Nutzwertanalyse auf andere Recyclinganlagen erzielt werden.

Übersicht

Telefon

02324-91970

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Bundesland

Berlin

Fördersumme

97.145,46 €

Förderzeitraum

22.07.1994 - 10.01.2002