Projekt 00411/01

rarbeitung einer Konzeption zur Erstellung und Erprobung kommunaler Abwasserkataster mit Schwerpunkt der Beratung der abwassererzeugenden u. verarbeitenden Betriebe – untersucht und dargestellt am Beispiel der Kommunen Stadt Greifswald, Stadt Wolgas[…]

ProjekttrÀger

Hansestadt Greifswald, Hansestadt Demmin, Stadt Wolgast c/o Hansestadt Greifswald Umweltamt
Stralsunder Str. 45/46
17489 GreifswaldZielsetzung und Anlass des Vorhabens Anlaß: Schwerwiegende Umweltbelastungen in den FNL durch erhebliche und dauerhafte MĂ€ngel bei der Abwasserbehandlung. Zielsetzung: Aktiver Umweltschutz durch Verbesserung der kommunalen Abwassersituation im gewerblichen Bereich mit Hilfe des Instruments `AbwasserkatasterÂŽ - Da Abwasserkataster keine gesetzliche Pflichtaufgabe und in den FNL weitgehend unbekannt, Schaffung von Beispielen in Form von Abwasserkatastern fĂŒr 3 direkt in die BoddengewĂ€sser der Ostsee einleitende Kommunen - Verallgemeinerung der Untersuchungsergebnisse - Beratung und UnterstĂŒtzung der Klein- und Mittelbetriebe im Abwasserbereich zur Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs und der Abwassermengen, Optimierung der Abwasseranlagen, EinfĂŒhrung innovativer Betriebstechnik, Verbesserung der AbwasserqualitĂ€t, Vermeidung von StörfĂ€llen Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenLiteraturrecherche - Qualifizierung und praktische Einweisung der kommunalen Mitarbeiter - Datensammlung, Sichtung der Daten und Vorstrukturierung der Auswertung - Strukturierung des Projektablaufs fĂŒr den Untersuchungsbereich und Projektzeitraum - Erstellung einer Systematik zur Beurteilung der kommunalen Abwasserentsorgung - Erstellung einer Struktur der indirekteinleitenden Gewerbebetriebe und einer branchenbezogenen Auswertungsstruktur fĂŒr die Einzelunternehmen - Situationsanalyse der kommunalen KlĂ€ranlagen (Art, Abwassermenge, QualitĂ€t, Zu- und AblĂ€ufe), des KlĂ€rschlamms (Menge, QualitĂ€t, Verwertung), der gĂŒltigen Abwassersatzungen, der Kanalsituation (System, KanalplĂ€ne), des Planungsstandes fĂŒr notwendige und vorgesehene VerĂ€nderungen - Auswertung der Betriebsdaten - Erstellung eines PrioritĂ€tenplanes - projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit - Beratung und Schulung der kommunalen Mitarbeiter - Anleitung, Beratung und Einarbeitung der kommunalen Mitarbeiter bei der Erstellung des Abwasserkatasters - Betriebsbefragungen und -begehungen - Analyse der betrieblichen AbwĂ€sser, Bewertung der Betriebe, Beratung der Betriebe und Kommunen, Vergleich der 3 Kommunen - Erstellung des Endberichts. Ergebnisse und Diskussion Ausreichende Umweltvorsorge bei der GewĂ€sserreinhaltung kann von Kommunen im Abwasserbereich nur gewĂ€hrleistet werden, wenn neben modernen KlĂ€ranlagen auch konsequente Erfassung, Beratung und Kontrolle der Indirekteinleiter erfolgt. Die direkt oder indirekt in die BoddengewĂ€sser der Ostsee einleitenden Kommunen Greifswald, Demmin und Wolgast benötigten in Verbindung mit der Modernisierung und Erneuerung ihrer veralteten und ĂŒberlasteten KlĂ€ranlagen fĂŒr diese Aufgabe ein Instrument zur Erfassung, Beratung und gezielten Einflußnahme auf gewerbliche Abwasserproduzenten. Dabei ging es u.a. auch um die schnelle Verbesserung der Wassersituation im Bereich der Laichgebiete des Ostseeherings, die durch die Einleitung schlecht geklĂ€rter AbwĂ€sser in den letzten Jahrzehnten schwerwiegend belastet worden waren. Da Abwasserkataster bisher keine gesetzliche Pflichtaufgabe der Kommunen waren, konnte dieses in den FNL vorwiegend unbekannte Instrument nur mit UnterstĂŒtzung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen eines Pilot- und Modellprojektes realisiert werden. ZunĂ€chst wurden alle Gewerbebetriebe im Untersuchungsraum ermittelt, erfaßt und begangen. Hier ergaben sich bereits erhebliche Probleme aus der Dynamik der VerĂ€nderungen der Gewerbesituation in der Nachwendezeit. Vor allem Betriebe in Altliegenschaften hatten erheblichen Investitionsbedarf fĂŒr Abscheidetechnik und Vorbehandlungsanlagen. Ein wesentliches Problem bestand in der weitestgehenden Unkenntnis der Betriebsinhaber ĂŒber Zusammensetzung und Belastung der AbwĂ€sser ihrer Betriebe sowie ĂŒber die dafĂŒr maßgebenden Ursachen. GrundsĂ€tzlich muß die Katastererstellung mit einer gezielten Begehung, Beratung und Beprobung der Betriebe verbunden werden. Die konsequente Beachtung und DurchfĂŒhrung dieser Aufgabe bei der Abwasserkatastererstellung ergibt bereits deutliche und nachweisbare Reduzierungen der Schadstoffeinleitungen. Die unverzichtbare aktive Mitarbeit der Betriebsinhaber bei der Wassereinsparung und Abwasserverbesserung ist nur zu erreichen, wenn an Erfahrungen und Kenntnissen der Betriebsinhaber angeknĂŒpft und neben den umweltverbessernden Wirkungen vor allem Aufwands- und Kostenreduzierung nachgewiesen wird. Wasserkennzahlen bezogen auf GebĂ€udenutzflĂ€chen, Betriebstechniken und Branchen wurden erarbeitet und angewandt. Damit wurden Vergleiche des Wasserverbrauchsniveaus, des -verbauchsverhaltens und vorhandener Einsparpotentiale möglich.Besondere Bedeutung hat das Abwasserkataster fĂŒr die BewĂ€ltigung von Notfallsituationen und GrenzwertĂŒberschreitungen im laufenden KlĂ€ranlagenbetrieb. Mit Hilfe des EDV-gestĂŒtzten Abwasserkatasters und der verfĂŒgbaren Betriebsberichte ist eine schnelle Feststellung möglicher Verursacher im Indirekteinleiterbereich und die Ursachenbeseitigung möglich. Das setzt jedoch die systematische WeiterfĂŒhrung, ErgĂ€nzung und Aktualisierung des Abwasserkatasters voraus. Zur FortfĂŒhrung der beispielhaft vorgelegten Kataster haben es die beteiligten Kommunen ĂŒbernommen:- kommunale GebĂ€ude und Einrichtungen einzubeziehen (Vorbildfunktion)- systematische Beratung der Indirekteinleiter zum Stand der Technik, Rechtsgrundlagen, Gesetzes- und SatzungsĂ€nderungen durchzufĂŒhren- Informationen ĂŒber Probe-, Kontroll- und RevisionsschĂ€chte zu sammeln, auszuwerten, weiterzugeben- Analysehilfe fĂŒr kleine Betriebe bei der Diagnose des Abwassers zu leisten- frĂŒhzeitige Beteiligung der Baugenehmigungsbehörden bei betrieblichen Baumaßnahmen zu sichern- Einbeziehung der Kammern und VerbĂ€nde zu organisieren- ErlĂ€uterung des Ortsrechts und Beratung bei der Beachtung und Einhaltung durchzufĂŒhren- offener, rechtsunverbindlicher Erfahrungsausstausch zwischen Firmen, Kammern und Behörden zu organisieren Öffentlichkeitsarbeit und PrĂ€sentation Im Verlauf der Projektbearbeitung wurden zwei Fachtagungen im Untersuchungsraum durchgefĂŒhrt, es erfolgten wiederholte Veröffentlichungen in der Fach- und regionalen Presse, Ausstellungen und Diskussionen in örtlichen AusstellungsrĂ€umen wurden organisiert. In kommunalen FachausschĂŒssen und anderen Gremien wurde ĂŒber das Projekt informiert, Vorgehen und Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Fazit Die mit und im Verlauf des Projektes erzielten Ergebnisse haben die Bedeutung kommunaler Abwasserkataster an praktischen Beispielen nachdrĂŒcklich bestĂ€tigt. Aufbau, Methodik, Vorgehensweise und Anforderungen an diese Kataster wurden entwickelt, beispielhaft angewandt und erprobt und verallgemeinerungsfĂ€hig dokumentiert. Spezielle EDV-Software-Programme wurden erprobt und fĂŒr die beteiligten Kommunen eingerichtet und mit den Katasterdaten aufgefĂŒllt. Durch die modellhafte ProjektdurchfĂŒhrung wurden die Absichten der Landesbehörden mit initiiert und nachdrĂŒcklich unterstĂŒtzt, Abwasserkataster fĂŒr gewerbliche Indirekteinleiter zur Pflichtaufgabe fĂŒr kommunale KlĂ€ranlagenbetreiber zu machen. Das ist in Mecklenburg-Vorpommern noch wĂ€hrend der Projektlaufzeit durch Verordnungen auf Landesebene erfolgt. Die Abwasserkataster werden durch die im Verlauf des Projektes geschulten und speziell eingewiesenen kommunalen Mitarbeiter als Daueraufgabe weitergefĂŒhrt.

Übersicht

Telefon

03834/898944

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Bundesland

Mecklenburg-Vorpommern

Fördersumme

943.057,42 €

Förderzeitraum

01.01.1993 - 31.12.1995