Wiederherstellung der Uferzone am Heiligen See

Den Heiligen See und den Neuen Garten im Stadtgebiet von Potsdam nahm die UNESCO in die Weltkulturerbeliste auf. Der schnell fortschreitenden Erosion des westlichen und nördlichen Uferbereichs des Heiligen Sees wirkte nun die Stiftung Preußische Schlösser und GĂ€rten mit umfangreichen Sanierungsmaßnahmen entgegen, die Denkmal- und Naturschutzaspekte in besonderer Weise berĂŒcksichtigen.
Uferlinie massiv beschÀdigt
Der Heilige See ist Bestandteil des von Johann August Eyserbeck und Peter Joseph LennĂ© gestalteten Neuen Gartens. Infolge von Witterungs- und geologischen Bedingungen, Bodentyp und Trittbelastung durch den Menschen kam es zum Abbruch der Uferlinien. Teilweise lagen sie bis zu fĂŒnf Meter landeinwĂ€rts im Vergleich zur Ausgangssituation. Ziel der ingenieurbiologischen und wassertechnischen Maßnahmen war es, die historische Uferlinie wiederherzustellen und zukĂŒnftige SchĂ€digungen zu verhindern.

Vor AbbrĂŒchen geschĂŒtzt
Um das Ufer mit seinem ĂŒberwiegend sehr steilen GefĂ€lle vor weiteren AbbrĂŒchen zu schĂŒtzen und den ursprĂŒnglichen Uferverlauf wieder zu gewinnen, wurde wasserseitig eine Berme aus drei Steinwalzen angelegt. Sie ermöglicht den stufenlosen Übergang des GelĂ€ndes im Wasserwechselbereich, minimiert somit den Wellenschlag und stabilisiert die Uferkante nachhaltig.

Regionaler Bewuchs
Auf der Berme und im Flachwasserbereich entstand nach der Bepflanzung mit regionaltypischen Wasserpflanzen ein wertvoller Lebensraum fĂŒr gefĂ€hrdete Tiere. Im höheren Uferbereich kamen Erosionsschutzmatten zum Einsatz, durch die Gras wĂ€chst. Angeregt wurde dieses Vorgehen durch Erfahrungen im modernen Golfplatzbau. Mit Stauden bepflanzte Vegetationsmatten sichern die Wasserlinie.

Auf zu neuen Ufern
Durch die Sanierungsmaßnahmen konnte der historische Uferverlauf am Heiligen See wiederhergestellt werden, ohne dass es im Uferbereich zu sichtbaren Verbauten kam. Die bepflanzte Uferzone fördert den Siedlungsraum von Kleinlebewesen, Wassertieren und Vögeln. Der gesamte Uferverbau ist daher sowohl umweltgerecht und landschaftsschonend als auch denkmalgerecht.

Projektziel:
Denkmal- und naturschutzvertrÀglicher Uferverbau gegen die Devastierung der Uferzone am Heiligen See im Neuen Garten/Potsdam
ProjekttrÀger:
Stiftung Preußische Schlösser und GĂ€rten Berlin-Brandenburg Allee nach Sanssouci 5 14471 Potsdam
Telefon:
0331/96 94-153
Fax:
0331/96 94-101
URL:
www.spsg.de
E-Mail:
l.bahners@spsg.de
Der Heilige See im Neuen Garten in Potsdam ist Teil des Weltkulturerbes.
Die Erosionsmatten im Uferbereich sind inzwischen mit Gras durchwachsen.