Wasseraufbereitungssysteme der Boreal Light GmbH für ukrainische Kommunen in der Region Odessa

Keywords: Trinkwasserversorgung, Wasseraufbereitung, Ukraine

Gegenstand und Ziele des Projektes

Das Projekt zielt darauf ab, die Trinkwasserversorgung in zwei ukrainischen Gemeinden der Region Odessa durch eine dezentrale und nachhaltige Wasseraufbereitung substanziell zu verbessern. Hintergrund sind unzureichende Wasserqualitäten vorhandener Quellen sowie die hohe Störanfälligkeit zentraler Versorgungsstrukturen. Durch den Einsatz solarbetriebener Wasserentsalzungsanlagen wird eine robuste, energieeffiziente und krisenresiliente Lösung geschaffen, die auch bei infrastrukturellen Einschränkungen zuverlässig betrieben werden kann.

Das Projekt umfasst die Installation von zwei Wasserentsalzungsanlagen inklusive bedarfsgerechter Vorbehandlung mit einer Kapazität von jeweils 2.000 Litern pro Stunde. Ergänzend werden zehn lokale Fachkräfte praxisnah für Betrieb und Wartung qualifiziert, um einen langfristig eigenständigen und nachhaltigen Anlagenbetrieb sicherzustellen. Das Vorhaben verbessert den Zugang zu sicherem Trinkwasser für die Zivilbevölkerung, insbesondere für sensible Gruppen wie Studierende, Lehrpersonal und Binnenvertriebene. Gleichzeitig wird durch die Nutzung erneuerbarer Energien und den weitgehenden Verzicht auf chemikalienintensive Aufbereitungsverfahren die Umweltbelastung deutlich reduziert. Übergeordnetes Ziel ist die Etablierung einer technisch zuverlässigen, ressourcenschonenden und lokal betreibbaren Wasserinfrastruktur, die sowohl die Lebensqualität als auch die Resilienz der Gemeinden nachhaltig stärkt.

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Das Vorhaben zeichnet sich durch ein neuartiges, hochgradig automatisiertes Anlagenkonzept aus, das Solarenergie als primäre Energiequelle nutzt und Netzstrom dynamisch ergänzt. Die Steuerung reagiert in Echtzeit auf Schwankungen der Sonneneinstrahlung und der Wasserparameter, ohne dass manuelle Eingriffe erforderlich sind. Der Verzicht auf komplexe Komponenten wie Batteriespeicher reduziert Kosten, Wartungsaufwand und technische Störanfälligkeit. Sensorbasierte Regelmechanismen optimieren kontinuierlich Effizienz und Ausbeute auch bei variierender Rohwasserqualität. Diese Kombination aus Energieeffizienz, Ressourcenschonung und betrieblicher Einfachheit besitzt eine hohe Übertragbarkeit auf weitere Regionen mit vergleichbaren Herausforderungen. Das modulare Systemdesign ermöglicht eine flexible Skalierung und erleichtert die Replikation in anderen Kommunen. Damit besitzt das Projekt einen klaren Modellcharakter für resiliente Wasserinfrastruktur unter schwierigen Rahmenbedingungen.

Besondere Aspekte des Projektes

Ein zentraler Bestandteil ist der konsequente Wissenstransfer an lokale Akteure. Die Qualifizierung von Fachkräften vor Ort stärkt Eigenverantwortung, Beschäftigungsmöglichkeiten und technische Selbstständigkeit. Die Anlagen werden zudem als Lernorte nutzbar gemacht, wodurch Umwelttechnik und Bildung miteinander verbunden werden. Der Ansatz fördert ein praktisches Verständnis für nachhaltige Ressourcennutzung und moderne Wasseraufbereitung. Durch die umweltfreundliche Betriebsweise ohne chemikalienintensive Verfahren wird eine hohe ökologische Verträglichkeit erreicht. Gleichzeitig leistet das Projekt einen Beitrag zur sozialen Stabilisierung, da verlässlicher Zugang zu sauberem Wasser eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheit, Alltag und institutionelle Funktionsfähigkeit darstellt.

Förderthema 0: Themenoffene Förderung

Projektdurchführung:

Wirkungsort: Region Odessa, Ukraine

Förderzeitraum: Oktober 2025 bis Oktober 2027

Projektkosten: Gesamtvolumen: 219 391 Euro, Förderung durch DBU: 164 841 Euro

DBU-AZ: 40292


Stand: 10.03.2026