Umweltauswirkungen des Anbaus von Energiepflanzen

Der Anbau von Energiepflanzen für die Biogas-Gewinnung beeinflusst maßgeblich die Landschaftsstruktur (MOE-Stipendium)

Nandor Csikos aus Ungarn untersuchte am geographischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Rahmen seines 11-monatigen MOE-Stipendiums die Umweltauswirkungen des Anbaus von Energiepflanzen in Schleswig-Holstein.

Erneuerbare Energien etablieren sich mehr und mehr als wichtiges Tool, die Erderwärmung zu begrenzen. In Deutschland wurden in 2016 5,3% des landesweiten Stromverbrauchs durch Biogas und insgesamt 32% durch erneuerbare Energiequellen gedeckt. Zur Biogas-Gewinnung werden in großem Stil Energiepflanzen angebaut.

Das Bundesland Schleswig-Holstein verfügt über die drei großen Naturräume Marsch (gewässernahes Schwemmland), Geest (sandige Böden) und Hügelland. Traditionell werden die wenig fruchtbaren Sandböden für Weidewirtschaft verwendet oder sind Dauergrünland. Aufgrund des Biogas-Booms werden mehr und mehr Energiepflanzen wie Silomais angebaut und somit Weiden und Dauergrünland in Ackerland umgewandelt.

Im Rahmen des Stipendienprojektes wurde mit mathematischen Methoden (Landschaftsmetriken und Diversitätsindizes) quantifiziert, welchen Einfluss Biogasanlagen auf die Landnutzung haben. Zwischen 2000 und 2012 stieg im Geestgebiet der Anteil von Silomais-Flächen von 13 auf 28%, während die Flächen für Dauergrünland von 56 auf 42% sanken.

Nandor Csikos konnte nachweisen, dass die installierte Leistung von Biogasanlagen signifikant mit einer Zunahme von Ackerland und einer Abnahme von Weideflächen korreliert. Biogas bewirkt somit mehr Monokulturen und weniger Landschaftsvielfalt.

Weitere Informationen zu dem Stipendium von Nandor Csikos finden Sie in unserer Datenbank.

AZ 30016/684

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Zwischen 2000 und 2012 stieg im Geestgebiet von Schleswig-Holstein der Anteil von Silomais-Flächen von 13 auf 28%, während die Flächen für Dauergrünland von 56 auf 42% sanken.