Das Start-up idyl.technologies GmbH arbeitet im DBU geförderten Projekt an einer Lösung, wie erneuerbare Energie über längere Zeiträume gespeichert und bedarfsgerecht wieder als Strom, Wärme oder Kälte bereitgestellt werden können – und das möglichst nah am Ort des Verbrauchs. Dafür entwickelt das Unternehmen aus Hamburg ein breit einsetzbares thermisch-gravitatives Energiespeichersystem für Kurz- und Langzeitspeicherung.
Das Prinzip: Energie mit Wärme, Kälte und Schwerkraft speichern
Das Prinzip des thermisch-gravitatives Energiespeichersystem orientiert sich an natürlichen Vorgängen in der Atmosphäre: Treffen unterschiedlich warme Luftschichten aufeinander, entstehen Luftströmungen. Die Technologie von idyl.technologies nutzt Temperatur- und Druckunterschiede sowie die Gravitationskraft, um einen vergleichbaren Effekt technisch nutzbar zu machen.
Beim Speichern wird überschüssiger Strom aus Photovoltaik- oder Windkraftanlagen eingesetzt, um Sand zu erwärmen und Wasser zu kühlen beziehungsweise zu Eis zu gefireren. Beim Entladen – wenn Wind und Sonne nur wenig Strom liefern – sorgt das Zusammenspiel der unterschiedlich temperierten Bereiche und ihrer Anordnung in verschiedenen Höhen für Luftströmungen. Diese treiben Turbinen an und erzeugen so in Zeiten mit geringer erneuerbarer Stromerzeugung wieder elektrischen Strom.
Eine Speichereinheit soll 2000 Haushalte versorgen
Eine derartige Speichereinheit – ein idyl.tower – soll eine Leistung von etwa 1 Megawatt bei einer Kapazität von etwa 25 Megawattstunden haben und damit je nach Use Case 2 000 Haushalte versorgen können. Da die Speichereinheiten kombiniert werden können, ist der Speicher beliebig erweiterbar. Es soll eine Kurz- und Langzeitspeicherung bis hin zu Monaten möglich sein. Auf diese Weise können zukünftige Kund*innen mit Strom, aber auch mit Wärme und Kälte versorgt werden. Dies sollen zunächst Haushalte mit Photovoltaik-Anlagen sein, denen die Technologie per Abo-Modell zur Verfügung gestellt wird. In den anschließenden Phasen ist geplant, auch Industrie, Energieversorger, Netzbetreiber und Regierungsbehörden anzusprechen.
Von der Entwicklung zum Demonstrator
Im Förderzeitraum soll die Technologie einen wichtigen Schritt in Richtung Marktreife machen: Ziel des Projektes ist es, diese Speichertechnologie im Labormaßstab zu validieren. Geplant sind unter anderem eine Patentanmeldung, der Aufbau eines Demonstrators und die experimentelle Verifizierung der Technologie (TRL 3/4).
Das Projekt wird im Rahmen der DBU-Förderinitiative „Speicher und Netze“ gefördert.
Projektdurchführung
idyl.technologies GmbH
Händelstr. 15
22761 Hamburg
AZ 35509/32
Förderzeitraum: 30.04.2025 – 31.03.2027
