muna 2004 – Tagebau bedroht wertvolles Teichgebiet

Die ĂŒber 300 Hektar große Lacomaer Teichlandschaft mit ihren einzigartigen NaturschĂ€tzen ist durch den stetig voranschreitenden Braunkohletagebau akut gefĂ€hrdet. Etwa 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten, darunter Rotbauchunke, Rohrdommel, Wiedehopf, wie auch der europaweit prioritĂ€r geschĂŒtzte EremitenkĂ€fer, finden hier Lebensraum. Dieser Naturschatz soll zum Zwecke der Braunkohleverstromung von der Landkarte verschwinden. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Anreicherung des klimaschĂ€dlichen Kohlendioxids in der AtmosphĂ€re ein zweifelhaftes Unterfangen.

Die Besonderheit des vom Lacoma e. V. mit großem Engagement betreuten Gebietes wird in einer NABU-Mitteilung wie folgt beschrieben: „Wer im Frühsommer das Dorf Lacoma bei Cottbus besucht, erlebt bei einem Spaziergang durch die benachbarte Teichlandschaft ein faszinierendes Naturschauspiel.

Größtes Vorkommen in Brandenburg
Der Naturfreund begibt sich dort mitten durch eine Schallglocke aus Rufen von über 5000 Rotbauchunken. Dabei handelt es sich um das größte Vorkommen der seltenen Unkenart in Brandenburg, wahrscheinlich sogar in ganz Deutschland".

Für den Naturschutz und die Erhaltung dieser im Bestand stark bedrohten Amphibienart ist das Teichgebiet von europaweiter Bedeutung. Nachhaltige traditionelle Landnutzung und Naturschutz sind in Lacoma noch eng verzahnt.

Nicht nur die Rotbauchunken machen die Besonderheit des Gebiets aus
Auch aus ornithologischer Sicht ist das Teichgebiet von hohem ökologischen Wert. Als Brutvögel seien Zwergrohrdommel und Schellente genannt. Seeadler, Schwarzstörche, zahlreiche Limikolen- und seltene Entenarten nutzen das Gebiet als Nahrungshabitat. Lacoma e. V. möchte diesen Naturschatz für die Nachwelt erhalten und ist nicht bereit, ohne Gegenwehr das Feld zu räumen und das Gebiet seinem Schicksal, sprich dem Abraumbagger, zu überlassen.

Mit vielfältigen Ideen versucht der Verein die Öffentlichkeit von der Notwendigkeit des Schutzes ihres Gebietes zu überzeugen.

Ungewisse Zukunft
Zurzeit ist die Frage nach der Zukunft der Lacomaer Teiche völlig ungewiss. Eines steht jedoch außer Frage: Lacoma und seine Flora und Fauna sind weder versetzbar noch ersetzbar.

Weitere Infos hier:
[+] lacoma.info

Von der Landkarte radiert
Der Ort Lacoma ist mittlerweile aus der Lausitz verschwunden. Die letzten Häuser wurden am 1. Juli 2005 abgerissen. Über die Zukunft der akut bedrohten Teichlandschaft ist bislang keine entgültige Entscheidung getroffen worden. Das Planfeststellungsverfahren zieht sich hin und die Naturschutzverbände stehen vor der Entscheidung, ob eine Klage Aussicht auf Erfolg hat.

Naturschutz versus Braunkohle
Die Lacomaer Teichlandschaft mit ihrer besonderen floristischen und faunistischen Vielfalt blieb bislang vom Tagebau noch weitestgehend verschont. Doch die Zeit drängt.
Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen machen René Schuster und die Mitglieder des Lacoma e. V. sowie kooperierende Initiativen verstärkt auf die drohende Gefahr aufmerksam. Der Erhalt des Gebiets und damit auch der Fortbestand der dortigen Vorkommen der seltenen und geschützten Rotbauchunke und des Eremiten (Juchtenkäfer) sind weiterhin nicht geklärt. Die entsprechenden Entscheidungen stehen noch aus.

 

 

+++Auszüge aus Pressemitteilungen zum Thema+++

Gemeinsame PM von BUND, NABU, ROBIN WOOD und GRÜNE LIGA vom 28.02.2007:
Das Verwaltungsgericht Cottbus hat heute entschieden, dass Vattenfall sein Vorhaben der Beseitigung der Lacomaer Teiche sowie des Hammergrabens einstweilen stoppen muss. Es wurde festgestellt, dass die Genehmigung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe zum gegenwärtigen Zeitpunkt voraussichtlich rechtswidrig ist, da diese mit den zwingenden Vorgaben für das Landschaftsschutzgebiet nicht zu vereinbaren ist."

  

PM der GRÜNEN LIGA vom 08.08.2007:
„Dramatisch ist die Situation auch beim ökologisch wertvollen Schutzgebiet der Lacomaer Teiche. Das Oberverwaltungsgericht wies im Juli einen Eilantrag gegen die Zerstörung des Gebietes durch Vattenfall ab. Der Konzern möchte bereits im Herbst mit der Abbaggerung beginnen. Der Gerichtsbeschluss steht aber in offensichtlichem Widerspruch zur aktuellen europäischen Rechtssprechung."

  


RenĂ© Schuster, der 1. Vorsitzende des Lacoma-Vereins, engagiert sich seit vielen Jahren fĂŒr den Erhalt des Dorfes und der einzigartigen Teichlandschaft.
FĂŒr Lacoma stehen die FörderbrĂŒcken und Abraumbagger bereit.
Soll dies die Zukunft der Lacomaer Teichlandschaft sein? Das Foto zeigt die bereits vorbereiteten Steganlagen fĂŒr zukĂŒnftiges WassersportvergnĂŒgen im Tagebaurestloch in Berzdorf.
Das Dorf Lacoma ist von der Landkarte verschwunden. Anfang Juli 2005 wurden die letzten HĂ€user des Ortes dem Erdboden gleichgemacht. Die weißen Holzkreuze symbolisieren Dörfer, die bereits dem Braunkohletagebau in der Lausitz weichen mussten.