MadaCookClean – Entwicklung und Aufbau einer innovativen Biopelletproduktion in Madagaskar zur Verwendung in schadstoffarmen, effizienten Kochherden unter Erzeugung von Biokohle zur Bodenverbesserung

Keywords: Umwelttechnik, Umweltforschung, Klimaschutz, Ressourcenschonung, Bürgerenergie

Gegenstand und Ziele des Projektes

Das Projekt beinhaltet einen ganzheitlichen bürgerenergetischen Ansatz. Adressiert werden das Problem der Abholzung, der Bodenerosion und gesundheitliche Aspekte von Kochmethoden. Grundlage hierfür ist eine abholzungsfreie Lieferkette, die regional die ländliche Bevölkerung sowie die lokalen Behörden einbezieht. Etabliert wird eine energieautarke Produktion von Biomassepellets, die ihrerseits in einfachen, aber energieeffizienten Pyrolyseöfen verkohlt werden. Dabei entsteht einerseits die benötigte Wärme zum emissionsarmen Kochen und andererseits Pflanzenkohle, die sich als dauerhafter Bodenverbesserer eignet. Die Demonstrationsanlage, ihr Funktionsprinzip, das richtige Anlagen- und Komponentendesign und erste Erfahrungen vor Ort zur Herstellung hochwertiger Pellets liegen bereits vor.

Das hier durchgeführte Projekt organisiert und optimiert die Logistik für die Biomasse durch Kartierung der Biomassen im Umfeld von Sakaraha, baut sodann eine Pelletfertigung in der Nähe von Ihosy auf und nimmt diese in Betrieb. Für sechs Dörfer wird eine dezentrale Ofenproduktion organisiert und in einer Sensibilisierungskampagne zu nachhaltiger Landwirtschaft mit verschiedenen Organisationen, z. B. von Frauen für Frauen und im kleinbäuerlichen Bereich, verbreitet. Unter Einbeziehung der Behörden wird ein Quittungssystem eingeführt, um Geldströme und Lieferkette rückverfolgbar zu machen. Kleinbauern als Akteure, insbesondere Frauen, erlernen, energiesparende schadstoffarme Kocher aus regionalen Ressourcen selbst herzustellen und effizient zu nutzen. Die Projektziele werden vor Ort in enger Kooperation und Koordination mit dem Projektpartner AJPER umgesetzt, der sich intensiv für die Aufklärung und den Kocherbau in der Region Fianarantsoa einsetzt. Die Projektpartner bringen hierdurch ein breites Spektrum innovativer Technologien und Initiativen zusammen.

Das Projekt hat folgende Zielstellungen im Blick:

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Das Projekt setzt vor Ort auf bereits funktionierende Strukturen auf und ist darauf ausgerichtet, in der Zielregion eine hohe Wirksamkeit zu erzielen. Die zurzeit wichtigsten und wirksamsten Initiativen, die einen Beitrag zur Abmilderung des „Premature Death“-Problems in Madagaskar liefern, sind die Schweizer NGO ADES (Association pour le Dévelopement de l’Énergie Solaire), das „Project Tsiry“, das GIZ-Projekt „Energising Development Madagascar“ (EnDev) und die UNDP-„Clean Cookstoves Initiative“. Im Unterschied zu diesen und einigen anderen Initiativen generiert der hier vorliegende weiterführende Projektansatz nochmals zusätzlichen Nutzen, in dem zu dem üblichen Weg von Zielgruppenbildung und Hilfe zur Selbsthilfe bei der Herstellung von energieeffizienteren Kochgeräten aus lokalen Ressourcen der Aspekt der Bodenverbesserung und Ertragssteigerung hinzukommt. Interessant ist auch der dezentrale Non-Profit-Ansatz, der strukturell sehr viel Ähnlichkeit mit den DBU-Bürgerenergieprojekten in Mittel- und Osteuropa aufweist.

Besondere Aspekte des Projektes

Eine weitere Win-win-Situation könnte aus der Bündelung mehrerer verschiedener laufender Projekte und weiterer Initiativen aus dem DBU-Netzwerk entstehen. Konkret zu denken wäre hier an die Vernetzung mit RezyCoal aus Aachen und der seit einiger Zeit auch in Madagaskar aktiven AfricaGreenTec.

Förderthema 7: Ressourceneffiziente Verfahren, Produktionsprozesse und Werkstoffe

Projektdurchführung:

Assoziierte Partner*innen:

Wirkungsorte: Deutschland und Madagaskar

Förderzeitraum: November 2024 bis November 2026

Projektkosten: Gesamtvolumen: 127 500 Euro, Förderung durch DBU: 127 500 Euro

DBU-AZ: 39858/01


Stand: 09.02.2026