Keywords: Bildung, Kommunikation, E-Learning, Naturschutzmanagement
Gegenstand und Ziele des Projektes
Die zum Schutz wild lebender Arten und Lebensräume in der EU erlassenen Vogelschutz- (1979) und Fauna-Flora-Habitatrichtlinien (1992) sollen im Rahmen des EU-weiten Schutzgebietsnetzwerkes „Natura 2000“ die Ausweisung von Schutzgebieten lenken. Europaweit bestehen jedoch Defizite in der Naturschutzausbildung, wie mangelnde Spezialisierung auf Natura 2000, unzureichende Kenntnisse der EU-Gesetzgebung, fehlende Praxisorientierung und Interdisziplinarität sowie eine geringe europäische Vernetzung. Auch regionale Unterschiede und der Bedarf an praxisrelevanter Weiterbildung werden immer noch kaum berücksichtigt. Um diesem Umstand zu begegnen, förderte die DBU in den vergangenen Jahren bereits zwei Projekte zur Entwicklung und Digitalisierung einer Fortbildung zum Natura 2000-Management. Hier wurden Grundlagen für ein klassisches Schulungsformat erarbeitet, das später mittels Augmented Reality (AR) in ein hybrides Lernformat weiterentwickelt wurde. Dabei wurden FFH-Lebensraumtypen in verschiedenen Pflegezuständen digitalisiert und virtuell begehbar gemacht, wodurch Teilnehmende praxisnah und flexibel Kartierungs-, Pflege- und Managementmaßnahmen erlernen können.
Das jetzige Vorhaben setzt nun einen weiteren Meilenstein und wird auf EU-Ebene ein Konzept für einen Natura 2000-Managementlehrgang entwickeln. Ziel ist die Erarbeitung eines übertragbaren, modularen Weiterbildungsprogramms, das die Umsetzung von Natura 2000 und der neuen Verordnung über die Wiederherstellung der Natur (Nature Restoration Law) unterstützt. Hierbei sollen ein Gesamtcurriculum entwickelt, mindestens zwei deutsche, bereits bestehende Module für Rumänien angepasst und neue Module (z. B. zum Wildtier- und Landschaftsmanagement) erprobt werden.
Darüber hinaus soll am Beispiel Moldau der Blick auch auf EU-Kandidatenländer gerichtet werden, die mit ihrem Beitritt zur Europäischen Union Natura-2000-Regularien umsetzen müssen und dafür sowohl Strukturen als auch Fachkräfte benötigen. Dementsprechend sind für EU-Beitrittskandidaten zusätzliche Inhalte relevant, die sich mit dem Aufbau von Natura 2000 beschäftigen. Dies soll in einem Startpaket und zwei Test-Lehr-/Lernmodulen mit Praxisphasen für Moldau realisiert werden.
Hauptzielgruppen für das Weiterbildungsprogramm sind Fachkräfte im Naturschutz, Mitarbeitende von Verwaltungen, Planungs- und Kartierungsbüros, NGOs und Selbstständige, die mit dem Management von Schutzgebieten befasst sind. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eröffnet das Programm neue Qualifizierungsmöglichkeiten. Die Projektpartnerschaft mit ProPark (Rumänien) und einer entsprechenden Einrichtung in der Republik Moldau sowie die geplante Zusammenarbeit mit dem moldauischen Umweltministerium stellen sicher, dass die Inhalte gemeinsam entwickelt, abgestimmt und breit mitgetragen werden.
Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes
In Kooperation mit der European Nature Academy (ENA) und der EUROPARC Federation als Träger der ENA und Dachverband der europäischen Großschutzgebiete werden Skalierungspotenziale geprüft, einschließlich einer langfristigen Finanzierungs- und Trägerstruktur (z. B. gGmbH). Die Projektergebnisse fließen in die CEN-Lernplattform von ProPark ein und sollen europaweit verfügbar sein. Das Vorhaben stärkt die Fachkompetenz von Naturschutzakteuren, fördert den europaweiten Wissensaustausch und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung im europäischen Naturschutz und zur nachhaltigen Umsetzung von Natura 2000.
Besondere Aspekte des Projektes
Erstmals kooperieren zivilgesellschaftliche Naturschutzexpert*innen aus Deutschland, Rumänien und Moldau im Bereich des Capacity Buildings für den professionalisierten Naturschutz, um die praktische Implementierung von EU-Naturschutzrichtlinien in jüngeren und zukünftigen EU Mitgliedländern voran zu bringen.

Förderthema 9: Naturschutz und Gewässerschutz
Projektdurchführung:
Assoziierte Partner*innen:
Wirkungsorte: Rumänien, Republik Moldau
Förderzeitraum: Oktober 2025 bis März 2027
Projektkosten: Gesamtvolumen: 167 890 Euro, Förderung durch DBU: 83 945 Euro
DBU-AZ: 39576
Stand: 09.03.2026