Angesichts der zunehmenden Folgen des Klimawandels stehen Städte vor der Aufgabe, ihre öffentlichen Räume neu auszurichten und widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Starkregen und anderen klimabedingten Veränderungen zu gestalten. Kinder sollten dabei stärker einbezogen werden, da sie von den Folgen des Klimawandels besonders und langfristig betroffen sind. Gleichzeitig bietet ihre Beteiligung an solchen Prozessen ein großes Potenzial für transformatives Lernen im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (tBNE). Wie solche Beteiligungsprozesse konkret gestaltet werden können und welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Kindern, Verwaltung und Planung dafür geeignet sind, ist bislang jedoch kaum erprobt. Genau hier setzt das Projekt an.
Reallabor am „Platz der Kinderrechte“ in Eltville am Rhein
Ausgangspunkt des Projekts ist der „Platz der Kinderrechte“ in Eltville. Dieser soll gemeinsam mit Kindern weiterentwickelt werden – als ein öffentlicher Raum, der Kinderrechte sichtbar macht und gleichzeitig Aspekte der Klimaanpassung berücksichtigt. Ziel ist es, einen Ort zu schaffen, der Aufenthaltsqualität, Spielmöglichkeiten und ökologische Funktionen miteinander verbindet. Das Reallabor dient dabei als Lern- und Experimentierraum, in dem unterschiedliche Akteurinnen gemeinsam Lösungen entwickeln, erproben und reflektieren. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Kommune, Hochschule und Kindern sollen neue Planungs- und Beteiligungsformate entstehen.
Transdisziplinäre Zusammenarbeit von Kommune, Hochschule und Kindern
Das Projekt wird vom Studiengang Public Management der Hochschule Darmstadt koordiniert und in enger Kooperation mit der Stadt Eltville am Rhein. Mitarbeitende aus acht Ämtern der Stadtverwaltung werden aktiv in den Prozess eingebunden.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Insgesamt werden 350 Kinder auf unterschiedlichen Ebenen in das Projekt einbezogen – von der Mitwirkung in der Steuerungsgruppe über die Entwicklung und Erprobung von Beteiligungsformaten bis hin zur Evaluation und zur konkreten Gestaltung des Platzes. Parallel dazu arbeiten über 100 Studierende aus verschiedenen Studiengängen – darunter Public Management, Soziale Arbeit, Bau- und Umweltingenieurswesen sowie Architektur – an projektbezogenen Aufgaben. Gemeinsam mit Kindern und der Verwaltung bearbeiten sie Fragestellungen der klimaorientierten Stadtentwicklung und entwickeln konkrete Vorschläge für Beteiligungsprozesse und räumliche Gestaltung.

Lernen im Sinne einer transformativen Bildung für nachhaltige Entwicklung
Das Projekt versteht sich zugleich als Lernprozess für alle Beteiligten. Im Sinne einer transformativen Bildung für nachhaltige Entwicklung (tBNE) sollen unterschiedliche Gruppen Kompetenzen entwickeln, um nachhaltige Veränderungen im Stadtraum mitzugestalten.
Übertragbare Erkenntnisse für Kommunen
Die im Reallabor gewonnenen Erfahrungen und Methoden werden wissenschaftlich ausgewertet und für Praxis und Forschung aufbereitet. Ziel ist es, übertragbare Ansätze für die Beteiligung von Kindern an klimaorientierter Stadtentwicklung zu entwickeln und anderen Kommunen zugänglich zu machen.
Projektdurchführung: Hochschule Darmstadt, Fachbereich Wirtschaft, Zentrum für Nachhaltige Wirtschafts- und Unternehmenspolitik (ZNWU)
Ansprechpartner*Innen: Dr. Eszter Tóth, Dr. Karin Bugow
Kooperationspartner:
DBU-AZ: 40735, Förderzeitraum: Januar 2026 – September 2028