KI trifft Klinikalltag: App verbessert Verpflegung in Krankenhäusern 

Das junge Münchner Unternehmen HospiChef möchte das Verpflegungsmanagement in Krankenhäusern modernisieren. Im Mittelpunkt steht ein digitales Menübestellsystem, das Patient*innen aktiv einbindet und Küchenprozesse mithilfe künstlicher Intelligenz effizienter gestaltet. Ein DBU-Projekt soll dazu beitragen, die Idee breiter in die Anwendung zu bringen. 

Ausgangssituation in den Kliniken 

Viele Krankenhäuser stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Küchen- und Serviceteams sind stark durch administrative und manuelle Aufgaben belastet. Bestellzettel müssen übertragen, Menüpläne kurzfristig angepasst und Abrechnungen in teils unübersichtlichen Tabellen gepflegt werden. HospiChef adressiert dabei vier zentrale Herausforderungen: 

Genau an diesen Stellen setzt HospiChef an. Das Unternehmen bündelt alle Prozesse rund um die Patientenverpflegung in einer digitalen Plattform und vernetzt Patient*innen, Pflege, Ernährungsberatung, Service und Küche. 

Sie sind die Gründer von HospiChef (von links): Andreas Hartung, Simon Starfinger und Jan Bodenbach.
Das Team des Green Startups HospiChef besteht aus (von links) dem technischen Direktor Andreas Hartung sowie den Geschäftsführern Simon Starfinger und Jan Bodenbach.
© Moritz Jülich

Per App zur gesunden bedarfsgerechten Verpflegung 

Patient*innen wählen ihre Mahlzeiten über eine App selbst aus – unter Berücksichtigung von Diäten, Allergien, medizinischen Vorgaben und persönlichen Vorlieben. Änderungen im Menü sind bis kurz vor Produktionsbeginn möglich. Die Plattform analysiert historische Bestelldaten und Verzehrmuster, kombiniert diese mit externen Faktoren und erstellt darauf basierend KI-gestützte Produktionsprognosen. So lassen sich Überproduktion reduzieren und Einkaufs- sowie Vorbereitungsprozesse präziser planen. 

Ein zentrales Dashboard bietet Mitarbeitenden in Küche, Service, Ernährungsberatung und Verwaltung eine aktuelle Übersicht über Bestellungen, Sonderkostformen, besondere Bedarfe auf den Stationen und Ausgabemengen. Gleichzeitig erfasst das System Nachhaltigkeits- und Effizienzkennzahlen wie Portionsmengen, Rückläufe und Abfallquoten. Kliniken können so Lebensmittelverluste und Ressourceneinsatz transparent auswerten und gezielt verbessern. Technische Schnittstellen zu bestehenden Krankenhausinformationssysteme (KIS) und Warenwirtschaftssysteme (ERP) ermöglichen einen reibungslosen Datenaustausch, ohne dass Daten doppelt erfasst werden. 

Im Rahmen des DBU-Projekts wird die Plattform weiterentwickelt und skalierbar gemacht. Dabei stehen unkomplizierte Einführungsprozesse, praxisnahe Schulungen sowie die kontinuierliche Optimierung von App und Dashboard auf Basis von Rückmeldungen aus dem Klinikalltag im Fokus. Parallel wird die Lösung für weitere Einrichtungen wie Rehakliniken und Senioreneinrichtungen angepasst, um die Verpflegungsprozesse dort ebenfalls effizienter, nachhaltiger und nutzerorientierter zu gestalten. 

HospiChef wird im Rahmen des Green-Start-Up-Programms der DBU gefördert. 

„Wir gehen davon aus, mit unserer Lösung die Abfallmenge bei Lebensmitteln um bis zu 60 Prozent reduzieren zu können. Außerdem haben Pflegekräfte wieder mehr Zeit für ihre Kernaufgaben.“ 
Jan Bodenbach, Geschäftsführer HospiChef

Projektdurchführung: 

HospiChef UG (haftungsbeschränkt) 
Gartenstr. 9 
87656 Germaringen 

DBU-AZ35508/37 

Förderzeitraum: 23.11.2024 – 22.11.2026 

Weitere Links: 

Pressemitteilung -> Tag der gesunden Ernährung: Ökologisch essen in Krankenhäusern – DBU