Im Freiland-Labor FLEX Nachhaltigkeit entdecken

Naturerlebnis und Forschen verbinden

Junge Menschen durch direktes Erleben in der Natur fĂŒr Naturwissenschaften begeistern, ihren Forschergeist wecken und ein VerstĂ€ndnis fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung fördern − diesen Ansatz verfolgt das »Freilandlabor mit Experimentierfeld« (FLEX), eine Erweiterung des SchĂŒlerlabors »Science Forum« an der UniversitĂ€t Siegen. Anhand natĂŒrlicher PhĂ€nomene können hier Grundlagen der Naturwissenschaften, insbesondere der Chemie, experimentell erarbeitet werden. Fragen zur Nachhaltigkeit spielen dabei eine zentrale Rolle. Als außerschulischer Lernort wird das FLEX in der universitĂ€ren Ausbildung zukĂŒnftiger LehrkrĂ€fte genutzt und dient gleichzeitig auch als SchĂŒlerlabor.

Das bei der Ortschaft Wenden-Schönau (Nordrhein- Westfalen) nah am Wald gelegene FLEX umfasst eine große WiesenflĂ€che mit zwei Quellen, einem kleinen Bach und einem Teich. Mit der Zeit hinzugekommen sind Beete mit Duft-, FĂ€rbe- und Heilpflanzen, ein Getreidefeld und eine phĂ€nologische Hecke mit Zeigerarten. Zudem wurden BĂŒsche und BĂ€ume gepflanzt, die naturbezogene chemische Untersuchungen ermöglichen, wie Schwarzer Holunder und Ebereschen (Vitamin-C-Bestimmung) oder Silberweiden zur Gewinnung von Salicin.

Der zum Experimentierraum umgebaute Schuppen wird durch ein eigenes Windrad und Solarmodule mit Energie versorgt. Er bietet umfangreiche Materialien, von einfachen GrabgerÀten bis hin zu Koffern zur Bodenanalytik, mobilen Photometer und Destillen zur Extraktion von Duftstoffen.

Kinder lernen bei der Exkursion im Freilandlabor KrÀuter kennen

WĂ€hrend im Sachunterricht meist die biologische Sichtweise ĂŒberwiegt, gehen die Umweltbildungsangebote im FLEX von einer chemisch orientierten Betrachtungsweise ĂŒber Stoffe, Stoffumwandlungen und Energie aus. Im Elementar- und Primarbereich geht es etwa um Lehm. Dieser kann u. a. selbst abgebaut, seine Stoffeigenschaften (z. B. Wasserhaltevermögen, Formbarkeit) untersucht und die Stoffumwandlung beim Trocknen und Brennen im Lehmbackofen nachvollzogen werden.

Nachwachsende Rohstoffe werden am Beispiel von Flachs, Pflanzenfarbstoffen oder StÀrke in verschiedenen Schulstufen behandelt. Dabei sollen die Kinder und Jugendlichen sowohl den Pflanzenanbau von der Aussaat bis zur Ernte kennenlernen als auch Pflanzen selbst verarbeiten und die genannten Stoffe selbst herstellen.

Der zum Experimentierlabor umgebaute Schuppen mit Windrad und Solarmodulen

Im Thema Umweltanalytik geht es dann um einen Vergleich der konventionellen Landwirtschaft mit dem Ökolandbau. Die Bewertungskompetenzen der SchĂŒlerinnen und SchĂŒler werden gefördert, indem sie sich mit beiden Bewirtschaftungsweisen inhaltlich auseinandersetzen und untereinander ĂŒber die jeweiligen Vor- und Nachteile diskutieren. Im experimentellen Teil analysieren sie Böden und GewĂ€sser im Hinblick auf die Versorgung mit bzw. Belastung von Stickstoff, Phosphor und Kalium und messen den pH-Wert des Wassers. Die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler geben anschließend dem FLEX Empfehlungen fĂŒr die DĂŒngung auf den AnbauflĂ€chen.

SchĂŒler untersuchen den Boden

Projektthema:
Im Freilandlabor FLEX Nachhaltigkeit selbst entdecken

ProjektdurchfĂŒhrung:
UniversitÀt Siegen
Didaktik der Chemie
Adolf-Reichwein-Str. 2
57076 Siegen
Telefon: 0271|740-4371
Telefax: 0271|740-4378
groeger@chemie.uni-siegen.de
www.science-forum.de/flex

 

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