Hochhaus in zirkulärer Holzbauweise

In Wolfsburg entstehen unter der Leitung von Partner und Partner Architektur zwei Hochhäuser in Massivholzbauweise. Das DBU-Projekt „Woodscraper“ zeigt dabei, wie nachhaltiges Bauen im urbanen Raum umgesetzt werden kann und dient als Vorbild für zukünftige Bauvorhaben. Der Baustart erfolgte im Oktober 2024.

Zirkuläres Bauen mit nachwachsenden Materialien

Das Hochhaus aus nachwachsenden Materialien in der Bauphase.
© GRAU Visuals, Klaus Günter.

Für die Gebäude kommen überwiegend nachwachsende Rohstoffe wie Holz und Stroh sowie modulare Bauweisen zum Einsatz, die eine spätere Wiederverwendung der Bauteile ermöglichen und damit zentrale Prinzipien der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen unterstützen. Die verwendeten Holzverbindungen sind dabei so konzipiert, dass sie sich im Falle eines Um- oder Rückbaus zerstörungsfrei demontieren lassen, wodurch eine sortenreine Rückführung in den Stoffkreislauf ermöglicht wird.

Durch den Einsatz dieser Materialien wird nicht nur CO₂ im Gebäude gespeichert, sondern auch die Umweltwirkung der Bauwerke deutlich reduziert. Holz fungiert dabei als natürliche CO₂-Senke, da der im Wachstum gebundene Kohlenstoff langfristig im Bauwerk gespeichert bleibt. Die Hochhäuser erreichen hohe energetische Standards (NH40) und setzen zudem auf innovative Heizsysteme (Geothermine und Wärmepumpe).

„Woodscraper“ als Forschungs- und Demonstrationsprojekt

Das Projekt wird im Rahmen eines DBU-geförderten Forschungsverbunds gemeinsam mit ee concept (Darmstadt), Caala (München), der Technischen Universität Berlin sowie dem Natural Building Lab (NBL) entwickelt und wissenschaftlich begleitet. Bauherrin ist die sozial-ökologische GLS Bank, die Projektentwicklung erfolgt durch die Unternehmensgruppe Krebs.  Erste Forschungsergebnisse wurden unter anderem auf der „Woche der Umwelt 2024“ im Park von Schloss Bellevue vorgestellt (siehe: Partner und Partner Architekten – Woche der Umwelt). Ergänzend zeigen die entwickelten Konzepte, dass Holzhochhäuser nicht nur als Gebäude, sondern auch als zukünftige Rohstofflager für zirkuläres Bauen dienen können.

Insgesamt demonstriert „Woodscraper“ die Potenziale zirkulären Bauens in Kombination mit energieeffizienter Holzhochhausarchitektur und zeigt, dass auch im urbanen Maßstab ressourcenschonende und klimafreundliche Wohngebäude realisierbar sind.

Projektdurchführung 
Partner und Partner Architektur
Günter und Finkbeiner
Gesellschaft von Architekten mbH
Reichenbergerstr. 124A // 2.OG
10999 Berlin

DBU-AZ: 34252/02

Förderzeitraum: 30.11.2022 – 30.09.2026