Die Agroisolab GmbH wurde 2002 als Spin-off des Forschungszentrums Jülich gegründet und ist heute führend auf dem Gebiet der Herkunftsbestimmung von Lebensmitteln und Agrarrohstoffen in Europa. Das Unternehmen hat die sogenannte stabile Isotopenanalytik als weltweite Standardmethode etabliert, mit der Herkunft und Echtheit von Produkten wissenschaftlich nachgewiesen werden können – von Lebensmitteln über Holz und Textilien bis hin zu chemischen Rohstoffen. Durch die Erstanwendung der Methode hat Agroisolab neue Märkte und Nachfrage geschaffen. Die Herkunftsbestimmung von Holz hat einen Anteil von rund 40 Prozent am Firmenumsatz. Die entwickelte Methode der Agroisolab trägt dazu bei, Transparenz und Vertrauen in Lieferketten zu schaffen.
Jedes Gebiet auf der Erde hat ein eigenes chemisches Muster, das durch die Konzentration unterschiedlich schwerer Anteile der Bioelemente, insbesondere der Wasserstoff- oder Sauerstoff-Elemente, der Isotope, gekennzeichnet ist. Die Methode der Agroisolab GmbH nutzt die natürliche Eigenschaft eines Materials, das durch die Zusammensetzung aus stabilen Isotopen unverfälschbar und wie ein Fingerabdruck geprägt ist und damit die Herkunft einer Probe eindeutig verrät. Mittels der Stabilisotopenmethode gelingt es beispielsweise, die geographische Herkunft von Produkten wie Agrarrohstoffen zu überprüfen und damit Falsch deklarationen aufzudecken.
Beispiel Holz: Das zu untersuchende Holz wird für die Analyse zu feinem Pulver zermahlen, mit Lösungsmitteln gereinigt und getrocknet. Durch Verbrennung wird die Zellulose in einfache Gase wie Kohlenmonoxid oder Wasserstoff über führt. Mittels Stabil-Isotopen-Massenspektrometer wird die Isotopenzusammensetzung der Elemente ermittelt und mit Datenbanken abgeglichen, die Referenzmuster aus den fraglichen Regionen enthalten. Diese Herkunftsdatenbanken sind essentiell für die Herkunftsanalytik. Sowohl die Datenbank als auch die Applikation beziehungsweise die Art der Aufarbeitung der Holzproben gab es vor der Durchführung der Projekte mit der DBU nicht.
Heute gilt die Stabilisotopenmethode als internationales Standardverfahren zur Herkunfts überprüfung von Holz und hat insbesondere die Genetik als Methode der Herkunftsbestimmung abgelöst. In der Regel ist die Genetik im Vergleich zur Stabilisotopenmethode weniger aussagekräftig und schlechter skalierbar.
Der Beleg der Anwendbarkeit der Stabilisotopenmethode als Herkunftsnachweis und die erarbeitete Reputation, insbesondere bei Holz und Textilfasern, erschloss für Agroisolab neue Märkte und Nachfrage. Insgesamt erwirtschaftet Agroisolab aktuell einen Umsatz von rund 1,8 Millionen Euro. Die Herkunftsbestimmung von Holz trägt circa 40 Prozent zum Firmenumsatz bei.
Das internationale Marktpotenzial für Laboranalysen auf Basis der Stabilisotopenmethode, insbesondere im Bereich der Herkunftsanalyse von Holz und Textilien, ist erheblich und befindet sich in einer Phase starken Wachstums. 2024 importierten die EU-Staaten bearbeitete Holzprodukte im Wert von etwa 4,2 Mrd. Euro. 2024 importierte die EU Garn
und Gewebe aus Baumwolle im Wert von 325 Mio. Euro. Die Nachfrage wird durch regulatorische Anforderungen, zunehmende Nachhaltigkeitsverpflichtungen und den Kampf gegen illegalen Handel angetrieben. Mit Einführung der EUDR*, die ab 2027 für Produkte wie Kaffee, Kakao, Holz und Leder einen Nachweis der entwaldungsfreien Herkunft
verlangt, wird der Bedarf an Analysen deutlich steigen, da die Rückverfolgbarkeit der Produkte zum Herkunftsort
gewährleistet sein muss.