GIS-gestĂŒtztes Gebietsmonitoring

Ehrenamtlicher Naturschutz

Das Monitoring von Schutzgebieten (z.B. NSG, FFH) hat im Naturschutz in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In diesem Zusammenhang entstehen auf lokaler und regionaler Ebene häufig Kooperationen zwischen den Naturschutzverbänden und der Naturschutzverwaltung. Praktische Arbeiten, wie die Erfassung von Arten oder die Umsetzung von Maßnahmen, werden in diesem Zusammenhang zum großen Teil von ehrenamtlichen Naturschützern durchgeführt. Das lokale Wissen ist dabei häufig der Schlüssel zum Erfolg von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen – allerdings steht dieses Wissen vielerorts nicht in den von den Behörden benötigten Formaten zur Verfügung. Ziel dieses Projektes ist es daher, durch die Entwicklung und Erprobung einer WebGIS-gestützten Plattform, Defizite an der Schnittstelle zwischen Haupt- und Ehrenamt zu minimieren.

Ausschnitt "eMapper"

Trotz der Vorteile der Zusammenarbeit von Behörden und Verbänden für den Naturschutz bestehen besonders im Bereich des Gebietsmonitorings erhebliche Effizienz- und Abstimmungsdefizite. Dies liegt in den unterschiedlichen Anforderungen an die Erstellung und Verwaltung gebietsbezogener Daten begründet. Durch ehrenamtliche Mitarbeiter erhobene, planungsrelevante Fachdaten werden häufig unvollständig und uneinheitlich dokumentiert. Die Artenerfassung erfolgt dabei überwiegend noch immer manuell, so dass selbst gute Datengrundlagen arbeitsintensiv zunächst digitalisiert werden müssen, bevor sie behördlich verwendet werden können. In der Praxis führt dies zu erheblichen Informationsverlusten und somit zu einem ineffizienten Einsatz von Mitteln für Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, da Maßnahmenkonzepte auf unzureichenden Datengrundlagen basieren.

Die bisherigen Ansätze für eine digitale, GIS-gestützte Erfassung von Fachdaten beziehen nur einzelne Tier- oder Pflanzenartengruppen ein, sind auf Grund des Standes der technischen Umsetzung noch nicht ausreichend etabliert oder sind auf den Aufbau einer regionalen oder sogar landesweiten Datenbasis ausgerichtet.

Als Grundlage für die Entwicklung einer WebGIS-gestützten Plattform für die Erfassung und Verwaltung von Daten wurden zunächst die Anforderungen der potenziellen Nutzer auf ehrenamtlicher und behördlicher Seite über Experteninterviews erfasst. Probleme beim Datentransfer zwischen Haupt- und Ehrenamt treten nicht zuletzt auch deswegen auf, weil der Einsatz von digitalen Technologien im ehrenamtlichen Naturschutz bislang nicht weit verbreitet ist. Um mögliche Hemmschwellen (unbekannte Technologien, Kosten, etc.) so gering wie möglich zu halten, wurde die Entwicklung der Plattform im Hinblick auf die eingesetzten Technologien auf die speziellen Anforderungen des ehrenamtlichen Naturschutzes zugeschnitten. Dies betrifft insbesondere den Einsatz frei verfügbarer Mapservertechnologie, da hierdurch Kosten minimiert und eine Beschränkung auf tatsächlich notwendige Funktionen vorgenommen werden kann.

Um die fachlichen Ansprüche seitens der Naturschutzbehörden zu berücksichtigen, erfolgte die Entwicklung in Abstimmung mit der Region Hannover und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Auf Grundlage der Einbeziehung der Experten war es möglich, eine gezielte und ausbaufähige Nutzer- und Rechteverwaltung sowie räumliche Analyse- und Auswertungsalgorithmen zu entwickeln („Offene“ Softwarelösung). Somit können z.B. die für das Gebietsmonitoring erhobenen Daten auch für andere Anwendungen zur Verfügung gestellt werden (z.B. Liegenschaftsmanagement, Erstellung von Verbreitungskarten Flora/Fauna). Eine Integration zusätzlicher bereitgestellter naturschutzfachlicher Geodaten und -dienste in das GIS-Modul ist ebenfalls möglich.

Gruppe ehrenamtlicher Kartierer

Die Beta-Version der Plattform „eMapper“ wurde in zwei Workshops umfangreichen Usability-Tests potenzieller Anwender mit sehr heterogenen EDV-Kenntnissen unterzogen, um so bereits in der Entwicklungsphase Experten-Feedback und Optimierungsvorschläge zu gewinnen. Darüber hinaus wird die Plattform derzeit in der Praxis erprobt. Als Referenzraum dient hierbei das vom NABU Laatzen betreute FFH-Gebiet „Leineaue zwischen Hannover und Ruthe“, für das vorliegende Daten ausgewählter Zielartengruppen der Fauna erfasst werden. Hierzu zählen u. a. Libellen, Amphibien und Vögel, da diese im Gebiet zahlreiche, zum Teil seltene und gefährdete Artvorkommen aufweisen und aus Naturschutzsicht von besonderer Bedeutung sind.

Zielartengruppe Amphibien
Projekttitel Entwicklung und Erprobung einer WebGIS-gestĂŒtzten Plattform fĂŒr das "GIS"-gestĂŒtzte Gebietsmonitoring im ehrenamtlichen Naturschutz
Stand des Projekts Abgeschlossen (12/2009)
Aktenzeichen 26362-33/0
ProjekttrÀger IP SYSCON GmbH
Tiestestr. 16 - 18
30171 Hannover
Ansprechpartner Roland Hachmann
Telefon (0511) 85 03 03 0
E-Mail info@ipsyscon.de
Kooperationspartner NABU Ortgruppe Laatzen e. V.
Internet www.ipsyscon.de

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