Energieeffizienz in der Wasserwirtschaft

Der Klimaschutz und die nachhaltige Energieversorgung werden fĂŒr die Wasserwirtschaft immer wichtiger. Im Jahr 2009 hatte die regenerative Wasserkraft mit 19 TWh einen Anteil von 20,3 % an der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in Deutschland. Bei Ausschöpfung ihres Potenzials könnte die Wasserwirtschaft rund 6 % des gesamten bundesdeutschen Stromverbrauchs abdecken.

Diese und weitere Daten und Fakten enthält die Studie "Energiepotenziale der deutschen Wasserwirtschaft", die die Aachener Ingenieur gesellschaft Tuttahs & Meyer im Auftrag der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) mit Förderung der DBU erstellt hat.

Optimierung bestehender Anlagen
Danach liegen in der Wasserwirtschaft noch erhebliche Energiepotenziale brach, die besser genutzt werden könnten. Beispiel Wasserkraft: Die wichtigste Maßnahme, um Wasserkraftanlagen effizienter zu nutzen, ist die Erneuerung der Maschinentechnik. Allein durch die Optimierung bestehender Anlagen könnte die Ausbeute an elektrischem Strom mittel- bis langfristig um 35 % steigen. Insgesamt ließen sich allein dadurch rund 1,7 Millionen Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgen.
Beispiel Kläranlagen als größte kommunale Energieverbraucher: Kläranlagen liefern – neben ihrer Aufgabe der Abwasserreinigung – einen Beitrag zur Stromerzeugung, indem aus Klärgas, das bei der Klärschlammbehandlung anfällt, Strom erzeugt wird. Zudem tragen Kläranlagen durch Blockheizkraftwerke zur Wärmeerzeugung bei. Mit Energiesparmaßnahmen und Betriebsoptimierungen ließe sich ihr Stromverbrauch um bis zu 25 % senken. Zudem kann das Stromerzeugungspotenzial auf Kläranlagen langfristig theoretisch auf fast das dreifache des Standes von 2000 ausgebaut werden, so die Ergebnisse der Studie.

Aus Sicht der Experten könnte die Stromerzeugung aus KlÀranlagen weiter ausgebaut werden.

Abwasserwärme aus Kanälen
In Abwasserkanälen steckt eine große Wärmemenge, die mittels moderner Wärmepumpentechnologie zur Beheizung von Gebäuden genutzt werden kann. Aufgrund steigender Energiepreise einerseits und dem technologischen Fortschritt im Bereich der Wärmepumpen und Wärmetauscher andererseits wird die Abwasserwärmenutzung wirtschaftlich zunehmend interessanter. Bei richtiger Planung und Durchführung können diese Anlagen schon heute betriebswirtschaftlich arbeiten. Dabei entstehen weder für das Entwässerungssystem, noch für die Abwasserreinigung Nachteile.
Die DWA führt deshalb verstärkt Seminare und Tagungen zu den Themen "Energieeffizienz in Klärwerken" und "Abwasserwärmenutzung aus Kanalnetzen" durch und hat das Merkblatt "Energie aus Abwasser" erstellt.

Projektthema
Ermittlung der Potenziale zur Energieeinsparung, Steigerung der Energieeffi
zienz und ressourcenschonenden Energieerzeugung in der deutschen Wasserwirtschaft
Seminare zur Verbreitung des Wissens und der energetischen Potenziale der Abwasserwärmenutzung aus Kanalnetzen

Projektdurchführung
Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) e. V.
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53773 Hennef
Telefon 02242|8720
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