Energieeffiziente Mikroalgenzucht für grünen Wasserstoff

Das Ziel der Nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist es, die Produktion von grünem Wasserstoff zu steigern, um so einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele zu leisten. Wasserstoff gilt als Energiespeicher der Zukunft. Er wird aus der Aufspaltung (Elektrolyse) von Wasser gewonnen, bei der Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt wird.

Spirulina als Schlüssel zur nachhaltigen Wasserstoffproduktion

Bei der Herstellung von Wasserstoff aus Meer- oder Brackwasser fallen Salzlaken an, die bislang häufig unbehandelt in Küstenwässer eingeleitet werden. Das kann sensible marine Habitate wie Seegraswiesen massiv schädigen. Das Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven hat ein Verfahren entwickelt, in dem das Cyanobakterium Spirulina dem Wasser Salz entzieht. Wie das Salz anschließend von der Biomasse getrennt und sowohl Salz als auch Biomasse weiterverwertet werden können, soll im Rahmen des DBU-Projektes erforscht werden.

Energieeffiziente Anzucht durch intelligente Beleuchtung

Neben der Regeneration der salzbeladenen Biomasse ist es ebenfalls Ziel des DBU-Projektes, den Energieverbrauch bei der Anzucht der Mikroalgen mithilfe eines automatisierten Beleuchtungssystems deutlich zu senken. Eine effektive Lichtverteilung und Lichttaktung in Kultursystemen von Mikroalgen (Cyanobakterien) ist ein entscheidender Faktor für die Produktivität und Wirtschaftlichkeit des Verfahrens der biologischen Entsalzung.

Projektdurchführung:
Alfred-Wegener-Institut
Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung
Leiter Ankergruppe Aquakulturforschung
Bussestr. 27
27570 Bremerhaven

DBU-AZ: 40328/01

Förderzeitraum: 15.12.2025 – 15.12.2027

Die lilafarbene Körnung zeigt die Konzentration an Chlorid (Cl), die grüne Körnung die Konzentration an Natrium (Na) vor der Entsalzung. Nach Exposition der Zelle in Salzwasser kommt es zu einer deutlichen Anreicherung von Chlorid und Natrium an der Zellmembran.
© S. Littmann, Max Planck Institute for Marine Microbiology, Bremen