Buchbinden Energie sparend

Buchbinden mit Kaltleim ist energiesparend und umweltschonend. Im Gegensatz zum klassischen Buchbindeverfahren, für das heißer Schmelzkleber benötigt wird, kann der Energiebedarf hier drastisch reduziert werden. Zudem vermeidet der Einsatz von Kaltleim Umweltbelastungen wie Dämpfe und belastende Reinigungsmittel.
Das Buchbinden ist der letzte Arbeitsgang bei der Buch- und Broschürenherstellung. Zum Binden werden die einzelnen Blätter nach mehreren Arbeitsschritten schließlich mit dem Umschlag verklebt. Dies geschah bisher mit heißem Schmelzkleber, der in einer bestimmten Schichtdicke glatt aufgetragen wurde. Das Verfahren kostet Energie und belastet die Umwelt: Um den Klebstoff laufend verfügbar zu halten, benötigt eine Bindemaschine täglich etwa 132 kWh elektrische Energie. Der Verbrauch an Schmelzkleber liegt bei 33 kg pro Tag und Maschine.

Kalter statt heißer Kleber
Die Stuttgarter Firma Ribler GmbH verfolgte das Ziel, den hohen Energieverbrauch beim Binden drastisch zu reduzieren und die weiteren Umweltprobleme bei der Verwendung des Heißklebers zu vermeiden. Die neuen Ribler-Maschinen binden Bücher nicht auf herkömmliche Art mit Heißleim, sondern mit Kaltleim. Dieser ist dünnflüssiger, dringt deshalb besser in die Poren des Papiers ein und breitet sich dort durch Kapillaraktivität aus. Die Leimschicht ist mit 0,3 Millimeter sehr dünn. Das Buch kann so völlig umgeschlagen werden und klappt nicht von selbst wieder zu.

Entwickelt wurde die Kaltleimmaschine speziell für den Digitaldruck. Vor allem Verfahren wie „Book-on-demand“ und „Print-on-demand“ profitieren von dieser Art des Bindes. Mit der neuen Technik der Ribler-Maschinen kann ein Buch genau so schnell wie auf die herkömmliche Art produziert werden.

Haltbarer, kostengünstiger und umweltschonender
Mit dem neuen automatischen Klebebindeverfahren wird der hohe Energieverbrauch, der für den Einsatz von heißen Schmelzklebern beim Buchbinden nötig ist, quasi auf Null reduziert. Außerdem wird Material gespart: Für 2.500 Bücher sind sechs bis acht Kilogramm Heißleim erforderlich, das Kaltleimverfahren kommt mit eineinhalb Kilogramm Leim aus.

Die Haltbarkeit der Bindung ist doppelt so hoch wie bei konventionellen Verfahren, die Produktionskosten um rund 50 Prozent niedriger. Die Verwendung von Kaltleim vermeidet zudem weitere "Schmelzkleber-typische" Umweltbelastungen wie Dämpfe und belastende Reinigungsmittel.


Projektziel:
Entwicklung eines Energie sparenden Verfahrens zum maschinellen Klebebinden mittels Dispersionsklebstoffen
Projektträger:
Ribler GmbH Papierverarbeitungsmaschinen Plieninger Straße 58 70567 Stuttgart
Telefon:
0711/723045-46
Fax:
0711/7289310
URL:

E-Mail:
ribler-gmbh@t-online.de
Moderne Buchbindestraße in der Lengericher Handelsdruckerei
Flach aufgeschlagene Bücher - möglich durch das neue Buchbindeverfahren