Metallschrott in einem Schritt reinigen, analysieren und sortieren: Das wegweisende Sortierverfahren der Cleansort GmbH ermöglicht die laserbasierte Echtzeitanalyse und somit ein hocheffizientes Recycling von Metallschrott nach dessen Legierungen. Dies verbessert die Rückgewinnung von Wertstoffen, schont endliche Ressourcen und erschließt neue Wertschöpfungspotenziale, sodass sich das Verfahren häufig bereits innerhalb von zwei Jahren amortisiert. Aktuell sind bereits fünf Anlagen für die Sortierung von Aluminium in Betrieb und leisten einen massiven Beitrag zur Vermeidung von CO₂. Die Sortierlösungen werden weltweit vermarktet und eignen sich auch für die Sortierung und Analyse von Schrott aus anderen Wertstoffen.
Metall ist prädestiniert für effizientes Recycling. Es lässt sich immer wieder einschmelzen und neu formen. Allerdings: Die Wiederverwendung von Schrotten aus Eisen, Aluminium oder anderen Metallen wird häufig durch spezifische Zusammensetzungen bzw. Legierungen erschwert. Die Legierungsbestandteile sorgen zum einen für charakteristische Eigenschaften der Metalle. Zum anderen können sie aber zu Qualitätsverlusten führen, wenn beim Recycling verschiedene Metalllegierungen gemischt werden, denn Hochleistungswerkstoffe benötigen exakte Legierungsbestandteile.
In konventionellen Recyclingverfahren können Metallschrotte nach Gewicht oder den magnetischen Eigenschaften getrennt werden. Ein Sortieren nach spezifischen Legierungsanteilen ist nicht oder nur eingeschränkt realisierbar, sodass nur ein Downcycling möglich ist. Hier setzt die Cleansort GmbH aus Rösrath mit der Hilfe von Hochleistungslasern an: Zunächst wird mit dem intensiven Laserstrahl ein kleiner Bereich auf der Oberfläche des zu analysierenden Metallschrottstücks gereinigt und unmittelbar danach in der gereinigten Fläche ein wenig Metall verdampft. Aus den Lichtemissionen der Metallatome wird die chemische Zusammensetzung und damit die Legierung ermittelt. Dieses LIBS (Laser-induced breakdown spectroscopy) genannte Verfahren funktioniert blitzschnell: Die Reinigung – die sicherstellt, dass das Material und nicht der Schmutz analysiert wird – und die Vollanalyse des Materials benötigen nur 6,2 Millisekunden.
Die eingesetzte Lasertechnologie basiert auf Verfahren, die zuvor vor allem im Labormaßstab Anwendung fanden. Inzwischen sortiert eine voll integrierte SpaceLIBS Sortierlösung bis zu 11 Tonnen Schrott pro Stunde. Dafür läuft das Material mit einer Fördergeschwindigkeit von bis zu drei Metern pro Sekunde durch die Anlage. Die Analyse der Schrottbestand teile durch das LIBS-Verfahren wird kontinuierlich durch Schmelzanalysen überprüft. Diese bestätigen die hohe Reinheit der Sortierung.
Die Cleansort GmbH wurde 2018 gegründet und befindet sich seither auf einem kontinuierlichen Wachstumspfad.
In den Jahren bis 2020 kooperierte Cleansort mit der OSR GmbH & Co. KG, um die Innovation weiterzuentwickeln. 2022 kaufte OSR den ersten Prototyp. 2023 konnte die erste kommerzielle Anlage bei der ALBA GmbH in Berlin in Betrieb
genommen werden. Die Entwicklung der Cleansort-Technologie sowie die Unternehmensausgründung wurden in vier
Förderschritten durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt.
Die Bedeutung der Innovation spiegelt sich in den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen: Das Umsatzwachstum gewinnt
in den letzten Jahren deutlich an Dynamik. Im Jahr 2025 verzeichnete Cleansort nahezu eine Vervierfachung des Umsatzes im Vergleich zum Vorjahr. Zum Jahresanfang 2026 meldete das Unternehmen: »Die Produktionskapazitäten wurden versechsfacht, das Team wurde verdoppelt und mit technologischen Innovationen sowie der Eröffnung unseres neuen Application Centers haben wir wichtige Meilensteine erreicht.«
Die erwirtschafteten Mittel reinvestiert Cleansort konsequent in das weitere Firmenwachstum und erweitert zum Beispiel
sukzessive den eigenen Standort in Rösrath. Auch über den europäischen Markt hinaus schloss das Unternehmen neue
Abnahmeverträge ab, und exportiert seine Sortierlösungen mittlerweile nach Asien oder in die USA. Um das Wachstum
fortzusetzen und internationale Märkte zu erschließen, hat Cleansort eine strategische Partnerschaft mit dem italienischen Unternehmen SGM MAGNETICS S.p.A. etabliert, einem Hersteller von Trenntechnologien mit starker internationaler
Präsenz. SGM vertreibt seit 70 Jahren innovative Technologien zur Trennung von Metallen und verbessert Cleansorts
Marktzugang in anderen EU-Staaten, Nordamerika und Ostasien.