Ausbildung in Agroforstwirtschaft und regenerativer Landwirtschaft an Universitäten in der Slowakei und in Deutschland

Keywords: Naturschutz, Landnutzung, Umweltkommunikation, Partizipation

Gegenstand und Ziele des Projektes

In Deutschland sind Agroforstwirtschaft und andere regenerative Anbaumethoden für ihren Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft zwischenzeitlich fachlich anerkannt. Aktuell gibt es in Deutschland 1 703 Hektar, die nach Konzepten der Agroforstwirtschaft genutzt werden. Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft sind als klimaresiliente Landnutzungssysteme für die Erhaltung der Bodengesundheit, die Wasserrückhaltung und als Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten bedeutsam. Ihrer Umsetzung stehen jedoch noch Wissenslücken und ein Mangel an Ausbildungsmöglichkeiten gegenüber. In der Slowakei sind 20 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (von insgesamt 2,38 Millionen Hektar) stark erosionsgefährdet. Die Etablierung der Themen Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft in der slowakischen Hochschulausbildung kann neue Lösungspotenziale eröffnen. Im Vorhaben sollen deutsche Erfahrungen in der Hochschulausbildung und bewährte praktische Verfahren in den slowakischen Bildungskontext eingebracht und zeitgleich neue Elemente in der Hochschulausbildung erprobt werden.

Das übergeordnete Ziel des Vorhabens besteht darin, Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft in die Hochschulbildung der Slowakei zu integrieren und eine breitere Akzeptanz der Agroforstwirtschaft in Deutschland zu fördern. Im Vorhaben werden dabei im Schwerpunkt drei Bereiche fokussiert:

  1. Entwicklung und Erprobung neuer Universitätskurse für zwei neue Masterstudiengänge Agroforstsysteme und naturbasierte Landnutzungssysteme an der SPU Nitra und an der TU Zvolen mit Erprobungen in Form von Vorlesungen und Feldübungen.
  2. Kapazitätsaufbau und Wissensaustausch mit der Durchführung von einer Konferenz, zwei Exkursionen und einem Studienbesuch in Deutschland unter Einbeziehung von Hochschullehrer*innen und zukünftigen externen Dozenten*innen mit dem Ziel, die Qualität der Lehre in den neuen Studiengängen zu verbessern. Ein Demonstrationsfeld, das im landwirtschaftlichen Betrieb der SPU Nitra eingerichtet wird, soll als Lernort für Studium und Lehre sowie Praxis dienen.
  3. Entwicklung und Test von mindestens zwei praxisorientierten Ausbildungsformaten an der Universität Hohenheim mit mindestens zwei praxisorientierten Ausbildungsformaten zum Thema Agroforstwirtschaft für Studierende landwirtschaftlicher Studiengänge und junge Praktiker*innen in Deutschland.

Als quantitative Ergebnisse des Projekts in der Slowakei sollen die Entwicklung von Lehrplänen für zwei neue Masterstudiengänge, eine Fachpublikation, mindestens zwei Pilotvorlesungen und sieben Feldübungen für Studierende entstehen. In der Slowakei sollen weiterhin eine Fachkonferenz, zwei Exkursionen sowie eine viertägige Studienreise nach Deutschland für Hochschullehrer*innen und externe Dozent*innen realisiert werden. Im Rahmen des Kapazitätsaufbaus sollen bis zu sechs Lehrkräfte und bis zu sechs externe Dozent*innen darauf vorbereitet werden, die Qualität der Lehre in den neuen Masterstudiengängen zu verbessern. Im Vorhaben sollen im Rahmen von zwei neuen Ausbildungsformaten in Deutschland mindestens 30 und in der Slowakei bis zu 50 Nachwuchsakteur*innen erreicht werden. Darüber hinaus soll auf dem Gelände des landwirtschaftlichen Betriebs der SPU Nitra ein neues Demonstrationsfeld mit einer Fläche von bis zu fünf Hektar angelegt werden.

Innovation und Modellhaftigkeit des Projektes

Die in Deutschland eingeführten Ausbildungsformate bauen auf einem innovativen Modell des Wissenstransfers auf, was die bestehende Umsetzungslücke in der Agroforstwirtschaft direkt angeht. Dieser Ansatz nutzt systematisch das ungenutzte Fachwissen von „Leuchtturmbetrieben“ – Vorreiter*innen, welche die Baumpflege erfolgreich in die landwirtschaftliche Produktion integriert haben.

Das Projekt ist auch für die Slowakei innovativ, weil es die Themen Agroforstwirtschaft und regenerative Landwirtschaft zum ersten Mal in die Hochschulbildung einbringt. Da die SPU Nitra die einzige landwirtschaftliche Universität in der Slowakei ist, stellt dies einen Meilenstein beim Aufbau akademischer und beruflicher Kapazitäten in diesem Bereich dar. Die Absolvent*innen dieser Ausbildung, welche von SPU Nitra zusammen mit TU Zvolen angeboten wird, werden als Multiplikator*innen fungieren und dieses Wissen in die Praxis übertragen. Ein weiteres innovatives Element ist die Schaffung eines Demonstrationsfeldes, das direkt mit der universitären Lehre verbunden ist. Es wird als lebendes Labor dienen, in dem die Prinzipien der regenerativen Landwirtschaft und Agroforstwirtschaft getestet und den Studierenden, Lehrenden der SPU Nitra, der TU Zvolen und externen Dozent*innen sowie praktizierenden Landwirt*innen vorgestellt werden, wodurch Theorie und Praxis miteinander verbunden und eine breitere Akzeptanz gefördert werden. Die Nachhaltigkeit des Projekts soll durch die Akkreditierung von zwei neuen Masterstudiengängen sichergestellt werden, die in das neue gemeinsame Studienprogramm „Agroforstwirtschaft“ der SPU Nitra und der TU Zvolen eingebettet sind. Das Demonstrationsfeld wird auch nach Ende des Projektes gepflegt und weiterentwickelt und die slowakisch-deutsche Partnerschaft soll ausgebaut werden. Um die langfristige Wirkung des Projekts in Deutschland zu sichern, wird die Universität Hohenheim die entwickelten Ausbildungsformate in den Masterstudiengang „Agroforstsysteme Mitteleuropas” integrieren.

Besondere Aspekte des Projektes

Förderthema 9: Naturschutz und Gewässerschutz

Projektdurchführung:

Assoziierte Partner*innen:

Wirkungsorte: Deutschland und Slowakei

Förderzeitraum: April 2026 bis März 2028

Projektkosten: Gesamtvolumen: 173 414 Euro, Förderung durch DBU: 173 414 Euro

DBU-AZ: 40960


Stand: 04.05.2026