Bündnis Bürgerenergie e. V.
Marienstr. 19/20
10117 Berlin
Die Energiesysteme in Deutschland und insbesondere in Tschechien waren zu Projektbeginn weiterhin stark von fossilen Energieträgern geprägt. Gleichzeitig fehlten in Tschechien weitgehend etablierte Strukturen zur Unterstützung und Interessenvertretung von Bürgerenergie. Vor diesem Hintergrund sollte das Projekt „CommUnion – Community Energy Unions in Czech Republic and Germany“ die Entwicklung von Bürgerenergie in Tschechien fördern und die Rahmenbedingungen für gemeinschaftlich getragene Energieprojekte verbessern.
Zentrales Ziel des Projekts war die Unterstützung und Weiterentwicklung der neu gegründeten tschechischen Bürgerenergievereinigung UKEN (Union of Community Energy) zu einer leistungsfähigen Interessenvertretungs- und Unterstützungsstruktur für Bürgerenergie. Hierzu sollten Erfahrungen und bewährte Ansätze aus Deutschland übertragen, der Aufbau von Netzwerken unterstützt sowie Wissen zu Organisationsentwicklung, Politikgestaltung und Projektumsetzung vermittelt werden.
Gleichzeitig sollte das Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) seine Kompetenzen im Bereich Beratung, Coaching und internationaler Wissenstransfer weiterentwickeln. Insbesondere sollten neue Beratungsangebote für Bürgerenergiegemeinschaften erprobt sowie Erfahrungen zu Themen wie Energy Sharing, Kooperationen mit Kommunen und Geschäftsmodellentwicklung gesammelt und aufbereitet werden.
Langfristig leistet das Projekt einen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz, indem Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und weitere lokale Akteure befähigt werden, sich aktiv an der Entwicklung erneuerbarer Energien zu beteiligen. Dadurch sollen die Akzeptanz erneuerbarer Energien erhöht, regionale Wertschöpfung gestärkt und die Transformation zu einem klimafreundlichen Energiesystem unterstützt werden.
Um Bürgerenergieansätze in Tschechien aufzubauen und weiterzuentwickeln wurden Erfahrungen und bewährte Ansätze des Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) im Rahmen eines kontinuierlichen deutsch-tschechischen Wissenstransfers vermittelt.
Das Projekt umfasste fünf Arbeitspakete: (1) die Weiterentwicklung von UKEN durch Mitgliedergewinnung, Netzwerkaufbau und Organisationsentwicklung, (2) die Stärkung der fachlichen und politischen Kompetenzen von UKEN durch Wissenstransfer und gemeinsame politische Arbeit, (3) die Unterstützung der praktischen Entwicklung von Bürgerenergieprojekten in Tschechien durch Leitfäden, Veranstaltungen und Best-Practice-Beispiele, (4) die Öffentlichkeitsarbeit und Sichtbarmachung von Bürgerenergie sowie (5) die Entwicklung und Erprobung neuer Beratungs- und Coachingangebote des BBEn für Bürgerenergiegemeinschaften.
Zur Umsetzung wurden regelmäßige Partnertreffen, Mentoring- und Beratungsgespräche, Beiratssitzungen, Workshops, Webinare, Fachveranstaltungen und Exkursionen durchgeführt. Ergänzend wurden Leitfäden, Informationsmaterialien und Praxisbeispiele entwickelt und veröffentlicht. Die Beratungsaktivitäten des BBEn wurden anhand mehrerer Pilotberatungen mit Bürgerenergiegemeinschaften, Initiativen und Kommunen in Deutschland und Tschechien praktisch erprobt und weiterentwickelt.
Die Ziele des Projekts „CommUnion – Community Energy Unions in Czech Republic and Germany“ wurden weitgehend erreicht. Das Projekt stärkte die Bürgerenergie in Tschechien und baute gleichzeitig die Beratungs- und Wissenstransferkompetenzen des Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn) aus. Durch die Zusammenarbeit der deutschen und tschechischen Partner konnten Erfahrungen und bewährte Ansätze übertragen und an die jeweiligen Rahmenbedingungen angepasst werden.
Ein zentrales Ergebnis war die Weiterentwicklung der tschechischen Bürgerenergievereinigung UKEN zur führenden Interessenvertretung für Bürgerenergie in Tschechien. Die Mitgliederzahl stieg von 81 auf über 100 Mitglieder, Arbeitsgruppen und Netzwerkstrukturen wurden professionalisiert und UKEN etablierte sich als anerkannter Ansprechpartner für Politik, Kommunen und Energiegemeinschaften. Zudem begleitete UKEN die Einführung von Energy Sharing und die Umsetzung der Gesetzesnovelle Lex OZE III. Der politische und fachliche Austausch zwischen Deutschland und Tschechien wurde durch mehrere Dialogformate unterstützt, darunter ein parlamentarischer Runder Tisch zur Novelle Lex OZE II sowie ein Fach-Roundtable zur Finanzierung von Energiegemeinschaften, bei dem auch deutsche Praxiserfahrungen eingebracht wurden.
Auf deutscher Seite entwickelte und erprobte das BBEn erfolgreich neue Beratungsangebote für Bürgerenergiegemeinschaften und Kommunen. Mehrere Pilotberatungen unterstützten Akteure bei Strategieentwicklung, Organisationsaufbau, Geschäftsmodellentwicklung und Kooperationen mit Kommunen. Die im Projekt aufgebauten Beratungsstrukturen führten zu einer deutlichen Ausweitung der Beratungstätigkeiten des BBEn und legten die Grundlage für deren Verstetigung über die Projektlaufzeit hinaus. Ergänzend wurden sechs praxisorientierte Leitfäden veröffentlicht und durch Webinare begleitet. Die steigende Nachfrage bestätigte den Bedarf nach professioneller Unterstützung im Bürgerenergiesektor.
Die Umweltentlastung des Projekts ergibt sich aus der Stärkung von Bürgerenergie und der Verbesserung der Rahmenbedingungen für Photovoltaik-, Windenergie- und Energy-Sharing-Projekte. Die daraus resultierenden CO₂-Einsparungen lassen sich zum Projektende noch nicht quantifizieren, da viele Vorhaben noch in der Entwicklungs- oder Umsetzungsphase sind. Das Projekt schuf jedoch wichtige Grundlagen für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien und mehr Bürgerbeteiligung an der Energiewende.
Die Projektergebnisse wurden über Leitfäden, Webinare, Beratungsangebote, Workshops, Fachveranstaltungen, Konferenzen sowie die Webseiten, Newsletter und Social-Media-Kanäle der Projektpartner verbreitet. Das BBEn veröffentlichte sechs Leitfäden zu zentralen Themen der Bürgerenergie, die durch Webinare ergänzt sowie auf dem Bürgerenergie-Konvent vorgestellt wurden.
In Tschechien wurden zahlreiche Veranstaltungen, Arbeitsgruppentreffen, Webinare und Publikationen durchgeführt. UKEN etablierte sich als wichtige Informationsplattform für Bürgerenergie und erreichte über Pressearbeit, Newsletter, soziale Medien und Fachveranstaltungen eine breite Öffentlichkeit. Der Austausch mit Politik, Kommunen, Unternehmen und Energiegemeinschaften erhöhte die Sichtbarkeit des Themas.
Alle Projektergebnisse stehen dauerhaft öffentlich und kostenfrei zur Verfügung. Bürgerenergiegemeinschaften, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie weitere Akteure der Energiewende können die Materialien für eigene Vorhaben nutzen.
Auch nach Projektende werden die entwickelten Beratungsangebote, Netzwerke und der deutsch-tschechische Erfahrungsaustausch fortgeführt und bilden die Grundlage für weitere Kooperationen und Folgeprojekte.
Das Projekt hat gezeigt, dass die Kombination aus Organisationsentwicklung, politischer Interessenvertretung, Beratung und internationalem Wissenstransfer ein wirksamer Ansatz zur Förderung von Bürgerenergie ist. Die Zusammenarbeit zwischen den deutschen und tschechischen Partnern ermöglichte die erfolgreiche Übertragung von Erfahrungen und bewährten Ansätzen auf unterschiedliche nationale Rahmenbedingungen.
In Tschechien konnte UKEN als zentrale Interessenvertretung für Bürgerenergie etabliert und professionalisiert werden. Gleichzeitig begleiteten die Projektpartner wichtige regulatorische Entwicklungen wie die Einführung von Energy Sharing und Lex OZE III. Das Projekt trug damit wesentlich zur Schaffung langfristig tragfähiger Strukturen für Bürgerenergie bei.
In Deutschland nutzte das BBEn das Projekt, um neue Beratungsangebote für Bürgerenergiegemeinschaften aufzubauen und zu erproben. Die hohe Nachfrage nach Beratungen, Leitfäden und Webinaren bestätigte den Bedarf an praxisnaher Unterstützung. Gleichzeitig zeigte sich, dass Beratungsangebote besonders wirksam sind, wenn die teilnehmenden Organisationen ein hohes Maß an Verbindlichkeit und Eigeninitiative mitbringen.
Insgesamt hat sich die gewählte Vorgehensweise bewährt. Das Projekt leistete einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der Bürgerenergie in beiden Ländern und schuf wichtige Grundlagen für zukünftige Aktivitäten, Kooperationen und den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien durch Bürgerinnen und Bürger.