Nutrition for Planetary Health in der Schule – NPH-Schule – Ein Pilotprojekt zur Umsetzung und Evaluierung von leistungs- und gesundheitsbezogenen Effekten einer Ernährungsumstellung auf eine Planetary Health Ernährung in der Schule

Zielsetzung & Anlass

Im Januar 2016 wurden die 17 politischen Ziele für nachhaltige Entwicklung (engl.: Sustainable Development Goals, SDG) der Vereinten Nationen in Kraft gesetzt. Diese sollen weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung auf ökonomischer, sozialer und ökologischer Ebene dienen. Das Konzept der planetaren Grenzen beschreibt, wie die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde gegenwärtig durch menschlichen Einfluss erreicht und überschritten werden. Das prävalente Ernährungssystem spielt in diesem Szenario eine entscheidende Rolle. 2019 wurden durch die EAT-Lancet-Kommission, bestehend aus 37 renommierten Wissenschaftlern aus 16 Ländern, erstmals Ernährungsempfehlungen mit Berücksichtigung der planetaren Grenzen veröffentlicht. Die Planetary Health Ernährung beschreibt eine Ernährungsweise, die 10 Milliarden Menschen weltweit (prognostiziert für das Jahr 2050), innerhalb der Planetaren Grenzen gesund ernähren kann. Es handelt sich um eine vollwertige Ernährung, mit Berücksichtigung von Saisonalität und Regionalität der Produkte und einer Reduktion von verarbeiteten Lebensmitteln und tierischen Lebensmitteln. Gleichzeitig bleiben die Empfehlungen sehr flexibel und ermöglichen eine Anpassung an unterschiedlichste Ernährungsweisen.
Für die Umsetzung dieser Empfehlungen in Deutschland bedeutet dies im Wesentlichen eine Reduktion der Gesamtkalorienmenge, eine Reduktion des Fleischkonsums sowie die Erhöhung des Konsums von pflanzlichen Lebensmitteln wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkorngetreide.
Durch das Projekt sollen die durch den o.g. EAT-Lancet-Report formulierten Ziele für eine nachhaltige und gesunde Ernährung in einem Pilotprojekt an einer Berliner Schule umgesetzt werden. Der Übergang zu überwiegend pflanzenbasierten Ernährungsformen stellt einen entscheidenden Schritt für das Erreichen der planetaren Nachhaltigkeitsziele dar. Ziel ist es gesundes, leckeres und für Kinder und Jugendliche ansprechendes vollwertiges, überwiegend pflanzenbasiertes Essen in Schulen einzuführen und mit einem interdisziplinären Schulungsprogramm Ernährungsbildung lebendig, praxisnah und nachhaltig voranzubringen.

Arbeitsschritte & Methoden

Zu Beginn des Schuljahres wird durch die Schulcateringfirma für die gesamte Schule eine neue Planetary Health Menülinie eingeführt. Parallel werden bei einer Kerngruppe von 50 Schülerinnen und Schülern (SuS) der 7. Klasse die Themen Ernährung und planetare Gesundheit im Unterricht und in weiteren schulischen Aktionen intensiver aufgearbeitet. Die Basis hierfür bildet ein interdisziplinär entwickeltes Schulungsprogramm. Im Laufe des Schuljahres sollen die teilnehmenden SuS und Lehrkräfte (LK) ihre Ernährung in einem systematisch vorbereiteten Versuch unter ärztlicher Anleitung an eine Planetary Health Ernährung anpassen. Gleichzeitig wird gemeinsam mit den SuS erarbeitet, wie ein breiteres und nachhaltigeres Interesse für eine gesunde und nachhaltige Ernährungsumstellung bei den SuS für das Thema erreicht werden kann. So soll das initiale Schulungsprogramm im Laufe des Schuljahres um Ideen und Erfahrungen von SuS und LK erweitert werden. Es soll ein gemeinsam entwickeltes Programm für mehr Bewusstsein, Akzeptanz und Umsetzungsbereitschaft einer Planetary Health Ernährung in der Schule nutzerzentriert entwickelt und evaluiert werden.
Am Ende des Schuljahres werden Ergebnisse zur Akzeptanz der pflanzenbasierten Menülinie, des Schulungsprogramms, die Veränderung des Ernährungsverhaltens, der Einstellung zur Ernährung sowie der sportlichen und kognitiven Leistung erfasst. Gleichzeitig werden die Kosteneffizienz und die Nachhaltigkeit der Menülinie mittels Öko-Bilanz ermittelt. Darüber hinaus wird in einer Follow-up-Befragung zu Beginn des Folge-Schuljahres (2023/24) evaluiert, welche nachhaltigen Folgen das Programm auf das Ernährungsverhalten der teilnehmenden SuS und LK, ihrer Familien und Umgebung hatte. Das Schulungsprogramm "Planetary Health - Ernährung - Gesundheit" wird von einem interdisziplinären Expertenkonsortium erstellt und im Laufe des Projekts von den Akteur*innen SuS und LK erweitert und weiterentwickelt. Entstehen soll ein flexibles und adaptierbares Programm, welches auch in anderen Schulen angewendet werden kann.
Die erhobenen Daten werden nach der Auswertung sowohl in medizinischen als auch in psychologischen, pädagogischen, ernährungswissenschaftlichen peer-review Fachzeitschriften publiziert.

Aktenzeichen 37986/01
Abschlussbericht:
Projektträger: KLUG - Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. Charité. Universitätsmedizin Berlin Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie,
Am Kleinen Wannsee
14109 Berlin
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Telefon: +49 30 8050 5691
Internet: -
Bundesland: Berlin
Förderzeitraum: 01.08.2022 - 31.07.2023 (12 Monate)
Fördersumme: 124.966,00
Förderbereich: 02
Stichworte: Ernährungsverhalten, Gesunde Ernährung
Publikationen: