Untersuchung der Voraussetzungen für die Nutzung aufgearbeiteter Möbel in öffentlichen Einrichtungen

Zielsetzung & Anlass

Im Projekt sollen die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für eine Verwendung aufgearbeiteter Möbel in öffentlichen Einrichtungen erarbeitet werden. Dies schließt folgende Aspekte ein:

- Vorgaben bei Ausschreibungen öffentlicher Einrichtungen
- Grundlagen zur Erfüllung dieser Vorgaben durch Hersteller (Zertifikate, andere Nachweise)
- Zusammenstellung der notwendigen Dienstleister für die Abwicklung einer Aufarbeitung
- Ausbau der Plattform Weitergeben.org als Schnittstelle zwischen Kunde und Hersteller/Aufarbeiter

Die so erarbeiteten Informationen werden über die Plattform „WeiterGeben.org“ öffentlich zugänglich gemacht. Parallel soll in Auseinandersetzung mit entsprechenden Fachgremien und Interessenverbänden eine Anpassung existierender Regelungen zur Prüfung und Zertifizierung von Produkten bezüglich deren Sicherheit und Gebrauchseigenschaften diskutiert werden, um darin zukünftig konkrete Nachhaltigkeitsvorgaben zu verankern.

Auf Grundlage der Ergebnisse zu den rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sollen gezielt Hersteller bzw. Aufarbeiter für eine Beteiligung innerhalb des Netzwerks der Plattform „WeiterGeben.org“ geworben werden. Dafür sind die wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen der Unternehmen zu überprüfen. Ziel ist der Aufbau einer deutschlandweiten Zusammenstellung geeigneter Unternehmen mit Bezug auf die jeweiligen Produktgruppen.
Die Eignung aktueller gesetzlicher Regelungen und angewandter Prüfgrundlagen soll mit der Durchführung von vergleichenden Prüfungen an neuwertigen und gebrauchten Produkten verschiedener Möbelgruppen überprüft werden.

Für diese Produktgruppen werden über Weitergeben.org in Bezug auf Konstruktion und Stückzahl repräsentative Gebrauchtmöbel bereitgestellt. Soweit diese noch verfügbar sind werden die gleichen Produkte desselben Herstellers als Referenzmuster bezogen, alternativ ein Produkt mit vergleichbarer Konstruktion und Zusammenstellung. Entsprechend der geltenden normativen Grundlagen werden beide Möbel geprüft. Um den Einfluss des Gebrauchszustands prüfen zu können, werden mindestens 5 gleiche Produkte der gebrauchten Möbel geprüft. Abschließend wird je ein weiteres, der gebrauchten Möbel „aufgearbeitet“ und geprüft. Die Auswahl der zu erneuernden Komponenten erfolgt in Abstimmung mit den Fachgremien. Aus den Untersuchungen soll abgeleitet werden, anhand welcher Kriterien eine Beurteilung der Aufarbeitbarkeit der jeweiligen Produktgruppen im Sinne einer wirtschaftlichen Betrachtung möglich ist. Parallel werden die Ergebnisse der Prüfung in Bezug auf die Anwendbarkeit der Prüfgrundsätze ausgewertet und ggf. Empfehlungen für eine Anpassung in Bezug auf gebrauchte Produkte formuliert.

Mit dem Projekt soll eine fachliche und rechtliche Grundlage für die Bewerbung auf öffentliche Ausschreibungen mit aufgearbeiteten Möbeln geschaffen werden. Dazu werden im Abgleich mit bestehenden Prüfgrundsätzen Kriterien für die Bewertung des Zustands gebrauchter Möbel und deren Komponenten festgelegt. Anhand dieser können neue Prüfgrundsätze für die maßgebliche Beurteilung der Eignung von Produkten für eine Aufarbeitung geschaffen werden. Diese fließen zukünftig als Grundlage in die Entwicklung und Kennzeichnung neuer Produkte ein. So könnte neben dem „Design for Recycling“ auch ein „Design for Reuse“ befördert und in (bestehende) Produktlabel aufgenommen werden. Die erarbeiteten Fachinformationen sollen den Entscheidungsträgern in den zuständigen Ämtern und Verwaltungen über die Plattform „WeiterGeben.org“ zugänglich gemacht werden, um nachhaltige Alternativen zu einer Neuausstattung zu bewerben und zu fördern. Die Durchführung der für die Projektlaufzeit geplanten Prüfungen schafft dabei die Sicherheit bzw. die fachliche Grundlage, dass die aktuellen bzw. überarbeiteten Prüfgrundlagen den Eigenschaften gebrauchter Möbel zur Genüge Rechnung tragen.
Damit wird der Rahmen für eine kommerzielle Verwertung gebrauchter Möbel im Nicht-Wohnbereich und in Bildungseinrichtungen innerhalb Deutschlands geschaffen. Dieser soll Anreiz für Hersteller und Aufarbeiter sein in diesem Marksegment tätig zu werden. Als Schnittstelle wird dafür die Online-Plattform „WeiterGeben.org“ etabliert. Diese soll zukünftig innerhalb der erarbeiteten Netzwerke (Cluster) zwischen Herstellern und Verbrauchern vermitteln.

Aktenzeichen 37822/01
Abschlussbericht:
Projektträger: Institut für Holztechnologie Dresden gemeinnützige GmbH
Zellescher Weg 24
01217 Dresden
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Telefon: +49 3514662387
Internet: https://www.ihd-dresden.de
Bundesland: Sachsen
Förderzeitraum: 01.04.2022 - 31.03.2023 (12 Monate)
Fördersumme: 123.436,00
Förderbereich: 00
Stichworte: Circular Economy, Kreislaufwirtschaft, Refurbishing, Sperrmüll
Publikationen: