Optimierung der Freilandhaltung von Legehennen zur Reduktion von Nährstoffeinträgen im Auslauf in partizipativem Ansatz mit der Praxis

Zielsetzung & Anlass

Aufgrund der wachsenden Nachfrage der Verbraucher nimmt die Freilandhaltung von Legehennen stetig zu. Laut Eier-Vermarktungsverordnung und EU-Öko-Verordnung müssen jedem Tier mindestens 4 m² Auslauffläche zur Verfügung stehen.

Allerdings wir die Auslauffläche jedoch nicht gleichmäßig von den Tieren genutzt: da die Tiere sich bevorzugt in Stallnähe aufhalten, werden der überdachte Stallrand und der angrenzende Nahbereich überproportional genutzt. Die Bevorzugung und intensive Nutzung (Scharren, Picken, Sandbaden, Koten) dieser Bereiche führt zwangsläufig zu einer punktuellen Akkumulation von Nährstoffen und bewirkt i.d.R. eine nahezu vollständige Zerstörung der Grasnarbe im Nahbereich der Ställe. Dies hat zur Folge, dass eingetragene Nährstoffe ausgewaschen werden können.

In das transdisziplinär angelegte Projekt werden acht Betriebe mit unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen und Haltungskonzepten partizipativ einbezogen. Die jeweiligen Auslaufkonzepte werden bezüglich ihrer Nährstoffdynamiken untersucht, evaluiert und in Zusammenarbeit im Rahmen regelmäßiger Besprechungen vor Ort, via Zoom und in Workshops mit den Landwirten optimiert. Die Optimierungsmaßnahmen sollen dazu beitragen, die verschiedenen Haltungssysteme zukunftsfähig zu gestalten und die wirtschaftliche Existenz der Landwirte stützen.

Ziel ist es, das Management und die Gestaltung des Auslaufes sowie die Konzeption der Ställe soweit zu optimieren, dass der Eintrag sowie Verlagerung oder gar Auswaschung von Nährstoffen auf ein Minimum reduziert bzw. ganz verhindert wird. Zeitgleich soll ein möglichst großer Teil der Tiere den Auslauf nutzen.

Arbeitsschritte & Methoden

Insgesamt umfasst die Projektlaufzeit 49 Monate. Sie setzt sich zusammen aus einer Hauptlaufzeit von 36 Monaten und einer Verlängerung von 13 Monaten.

Die Hauptlaufzeit umfasst drei Jahre und drei winterliche Sickerwasserperioden. Analog dazu ist das Projekt in drei Phasen untergliedert. Jede der drei Projektphasen umfasst eine winterliche Sickerwasserperiode (Oktober bis März).
Anders als in der Vegetationsperiode, in der bedingt durch Evapotranspiration weniger Sickerwasser gebildet wird, ist die Wasserbewegung in der winterlichen Sickerwasserperiode abwärtsgerichtet. Dies wiederum begünstigt auch eine Verlagerung von Nährstoffen in tiefere Bodenschichten. Deshalb sind Maßnahmen wichtig, die eine Verminderung oder Vermeidung von Nährstoffeinträgen über den Zeitraum einer winterlichen Sickerwasserperiode bewirken.

In der ersten Projektphase werden die Ausläufe nach optischen Nutzungsmerkmalen in Zonen unterteilt. Diese werden in 0-30, 30-60 und 60-90 cm Bodentiefe beprobt und auf Nitrat- (NO3-N) und Ammoniumstickstoff (NH4-N) untersucht. So können die besonders stark von Stickstoffeinträgen belasteten Bereiche der einzelnen Betriebe identifiziert werden.

Im Anschluss werden gemeinsam mit jedem der acht Betriebe, in einem persönlichen Gespräch, Lösungsansätze und Handlungsoptionen erarbeitet, die betriebsindividuell zu einer Reduktion der Nährstoffeinträge in den Auslaufflächen beitragen sollen. Um den Effekt und die Wirksamkeit dieser Optimierungsmaßnahmen besser abschätzen zu können, gibt es auf den Betrieben Auslaufflächen, die optimiert und solche die betriebsüblich weitergeführt werden. Die fortlaufend durchgeführten Bodenproben geben Aufschluss darüber, wie sich die Nährstoffdynamik im Boden verändert.

Auf Basis dieser Evaluation werden die Optimierungsmaßnahmen in der dritten Projektphase erneut überarbeitet und angepasst.
Des Weiteren wird der Photosyntheseindex (NDVI) der Auslaufflächen zu ausgewählten Zeitpunkten im Projektzeitraum bestimmt. Dies geschieht durch die geoinformatische Auswertung von Satellitenbildern.

Aktenzeichen 33974/01
Abschlussbericht:
Projektträger: Universität Kassel Präsident
Mönchebergstr. 19
34109 Kassel
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Telefon: +49 561 804-01
Internet: https://www.uni-kassel.de
Bundesland: Hessen
Förderzeitraum: 16.07.2018 - 31.01.2023 (4 Jahre und 7 Monate)
Fördersumme: 589.575,00
Förderbereich: 10
Stichworte: Boden, Management, organisch, Stallbau, Stickstoff, Verminderung
Publikationen: