Entwicklung und Umsetzung neuer, innovativer Bildungsbausteine im Rahmen der virtuellen Akademie Nachhaltigkeit

Aktenzeichen 32920/01
Abschlussbericht:
Projektträger: Universität Bremen Fachbereich 07 - Wirtschaftswissenschaften Fachgebiet: Allgemeine BWL und Nachhaltiges Management
Wilhelm-Herbst-Str. 12
28359 Bremen
weitere Projekte aus der Umgebung
Telefon: 0421-21866780
Internet: https://www.wiwi.uni-bremen.de
Bundesland: Bremen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Mit Abschluss der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) ist deutlich geworden, dass alle Bildungssysteme dieses Thema nur sehr zögerlich übernehmen. Im deutschen Hochschulsystem gibt es viele kleine Nachhaltigkeitsprojekte an Hochschulen, die entweder von intrinsischer Motivation Einzelner getragen sind oder aber durch interne oder externe Projektmittel vorübergehend finanziert werden. Der ganz große Schwung einer Sustainabilisierung aller Hochschulen ist nicht zu beobachten. Gleichwohl betont das der UN-Dekade folgende UN-Weltaktionsprogramm diesen „Whole Institution Approach“ noch einmal deutlicher und setzt weiter auf Sustainabilisierung aller Bildungseinrichtungen.

Das Ziel der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit ist es, diese Strategie zu ergänzen und den Hochschulen den Start in ein umfassenderes Bildungsprogramm für Nachhaltigkeit zu erleichtern. Nicht alle Hochschulen müssen gleichermaßen ein BNE-Angebot planen, koordinieren und finanzieren. Die neuen Anerkennungsregeln für externe Lehrveranstaltungen, die durch die Bologna-Reform gefördert wurden, die technische Vereinfachung der Produktion von Lernvideos (Massive open online course – MOOC) wie auch der Schwung in Richtung open educational resources (OER) ermöglichen es, die Erkenntnisse der dezentral verteilten NachhaltigkeitsexpertInnen zu bündeln und online allen Hochschulen raum- und zeitunabhängig so zur Verfügung zu stellen, dass sie friktionsfrei in die Curricula integriert werden können.

In der Virtualisierung der Hochschullehre wird ein großes Potential gesehen, hochwertige Lernangebote zeit- und ortsunabhängig zu erstellen. Dem Erwerb von Creditpoints kommt dabei hohe Bedeutung für Studierende zu. Dieses Anliegen unterscheidet die Virtualisierung der Hochschullehre von den primär sendeorientierten MOOCs. Auch für BNE ist die Virtualisierung, d.h. der Einsatz digitaler Medien zur Kommunikation und zum Lernen, eine Chance, eine sehr viel größere Zielgruppe und MultiplikatorInnen zu erreichen.

Die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit greift sowohl die Virtualisierung und als auch Weltaktionsprogramm BNE auf und bietet für eine unbegrenzt große Ziel-gruppe von Studierenden und anderen Lernenden hochwertige Lernvideos, eine bedarfsorientierte Betreuung und den Erwerb von Creditpoints zu Nachhaltigkeitsinhalten. Die Virtuelle Akademie hat in der Initiierungsphase von 2011–2014 mit einer Anschubfinanzierung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ein Programm entwickelt, welches diese Bedingungen nutzt, um BNE in Hochschulen zu tragen. Hochschulen und Studierende haben mit ihrer stärker als erwarteten Kooperationsnachfrage an die Akademie signalisiert, dass sie für den Virtualisierungsprozess von BNE offen sind.

Dieser Virtualisierungsprozess läuft jedoch noch nicht mit dem Schwung, den die Virtuelle Akademie braucht, um in einem förderativen System als gemeinsame Plattform für BNE von zentraler Stelle finanziert zu werden. Die politische Aner-kennung für das Wirken der Akademie wird zwar zunehmend geäußert, die För-derprogramme sind für solche bundesweiten Lehraktivitäten aber noch nicht ausgelegt. Bis dies so weit ist, benötigt die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit die finanzielle Unterstützung der Bundesstiftung Umwelt, um den Virtualisierungsprozess von BNE weiter vorantreiben und damit vielen tausend Studierenden die Möglichkeit geben zu können, sich Kompetenzen für die Gestaltung einer nachhaltigeren Entwicklung anzueignen.

Innovationsschwerpunkte für die Förderphase
In der anstehenden Förderphase baut die Virtuelle Akademie ihren Plattformcharakter aus. Diese Weiterentwicklung wird als VA-BNE 2.0 bezeichnet und umfasst im Einzelnen die folgenden Innovationsschwerpunkte:

Innovationsschwerpunkt 1: Das Lehrprogramm auf die gesellschaftlichen Top-Themen der Nachhaltigkeit fokussieren
In den letzten Jahren haben sich im Nachhaltigkeitsdiskurs neue Themenschwerpunkte herausgebildet, die eine hohe Relevanz für viele Studierende haben. Es ist geplant mit ausgewählten ExpertInnen und renommierten Forschungsinstituten die gesellschaftlich aktuellen Nachhaltigkeitsthemen in 5–8 neue Lehrveranstaltungen umzusetzen (z.B. die Themen der BMBF-Wissenschaftsjahre und Nachhaltige Megacities, Postwachstumsökonomie, Stiftungen als Nachhaltigkeitstreiber).

Innovationsschwerpunkt 2: Lernformate für Vertiefungsbedarfe entwi-ckeln
Derzeit bietet die Akademie deutschlandweit videobasierte Lehrveranstaltungen für Hochschulen an. Das flexible und innovative Lernformat hat sich zur Grundlagenvermittlung für große Studierendenzahlen bewährt. Eine Vertiefung, bessere Durchdringung der Lerninhalte und der Erwerb weiterführender Gestaltungskompetenzen können durch zusätzliche Lernformate unterstützt werden. Es ist geplant, für Blended-Learning-Seminare, forschungsorientierte BNE-Lehre, kollaborative Lernprozesse und Game-based Learning je ein Konzept zu erstellen und zu erproben.

Innovationsschwerpunkt 3: Das Webportal und die Lernplattform re-launchen
Der Hauptanlaufpunkt ist das Webportal der Akademie (www.va-bne.de). Hierüber erfolgen die Erstinformation zum Lehrangebot, der Einstieg in den individuellen Lernprozess und die Kontaktaufnahme für Kooperationen. Der Relaunch der Webseite und der Lernplattform optimiert die Nutzerfreundlichkeit, die Websicherheit, passt das Webdesign an die neuen Endgeräte an und bindet neue Nutzerkategorien ein.

Innovationsschwerpunkt 4: Internationale Anfragen aufgreifen und pas-sende Kooperationsformate entwickeln
BNE ist international ein Thema für Hochschulen. Der Austausch von Lernmaterialien über Ländergrenzen hinweg ist mit der gestiegenen Digi-talisierung heute schon gelebte Realität. Auch das Lehrangebot der Virtuellen Akademie Nachhaltigkeit wird außerhalb Deutschlands genutzt, was die Zugriffsstatistiken der Lernvideos und die internationalen Anfragen von Studierenden zeigen. Diesen Entwicklungstrend gilt es aufzugreifen und mit gezielten Kooperationen auszubauen. Die Anerkennung der Leistungen sowie die verbindliche Gestaltung von Prüfungsprozessen müssen individuell abgestimmt werden. Hierfür gilt es ein Konzept zu entwickeln und im Hinblick auf Übertragbarkeit zu prüfen.

Innovationsschwerpunkt 5: Zentrale Plattform für BNE an Hochschulen sein
Der Fokus liegt hierbei vor allem auf konkreten Maßnahmen, um die Virtuelle Akademie Nachhaltigkeit als zentrale Plattform für BNE an Hoch-schulen zu positionieren und sichtbar zu machen. So sollen für die unter-schiedlichen Zielgruppen Informationen rund um das Thema BNE an Hochschulen sowie Lern- und Weiterbildungsangebote bereitgestellt werden. z.B. Welche Studiengänge zu BNE werden an welchen Hochschulen angeboten?

Innovationsschwerpunkt 6: Den Diskurs über Nachhaltigkeit an Hochschulen sichtbar machen
Neben dem Lehrangebot für Studierende und den erforderlichen Prüfungsprozessen besteht ein hoher Bedarf an Online-Weiterbildungs-Veranstaltungen für Nachhaltigkeitsengagierte an Hochschulen.




Förderzeitraum: 01.07.2015 - 30.06.2017 (1 Jahr und 12 Monate)
Fördersumme: 338.590,00
Förderbereich: III.7.1
Stichworte: Nachhaltigkeit
Publikationen: