Integrale Planungsphase eines Neubaus der St. Franziskus-Grundschule Halle als Passivhaus mit innovativer Holzkonstruktion

Aktenzeichen 28080/01
Zusammenfassung / Abstract:
Abschlussbericht: DBU-Abschlussbericht-AZ-28080.pdf (10.99 MB)
Projektträger: Edith-Stein-Schulstiftungdes Bistums Magdeburg
Max-Josef-Metzger-Str. 1
39104 Magdeburg
weitere Projekte aus der Umgebung
Telefon: 03 91/5 96 11 28
Internet: -
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Die Ausführung des Schulneubaus soll CO2 neutral, zukunftsweisend komplett mit Holz sowie weiteren CO2 bindenden Materialien ausgeführt werden. In der integrale Planungsphase sollen bisherige Bauweisen nicht nur für Schulen hinsichtlich energetischer, ökologischer, bautechnischer und bauphysikalischer Ausführung überarbeitet, mit neuen Erkenntnissen wissenschaftlich untermauert und zu Neuentwicklungen mit allgemeiner Praxistauglichkeit mit Pilotwirkung geführt werden. Dabei spielen Wirtschaftlichkeit und ökologische Gesichtspunkte zum Klimaschutz und der CO2 -Reduzierung eine wesentliche Rolle.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErarbeitung der Entwürfe für die Gesamtgestaltung unter Einhaltung der gültigen Baustandards und eines effektiven Bau- und Betriebskostenmanagements entsprechend dem pädagogischen, ökonomischen und ökologischen Nutzungskonzept. Es werden Variantenvergleiche zur Baustoffauswahl unter Beachtung der jeweiligen CO2 -Bindung, Recyclingfähigkeit und Einsatz recycelter Materialien sowie dem Nachwuchs der Rohstoffe gegenübergestellt im Massivbau, Massivbau- Holzbau, reiner Holzbau mit Dämmstoff. Interdisziplinär erfolgt die Detail- und Ausführungsplanung zur Vermeidung von Wärmebrücken und zur Realisierung der Luftdichtheit für die Konstruktionen nach Passivhausstandard (Plusenergiestandard). Bezüglich brandschutztechnischer Besonderheiten zur Gewährleistung des Einsatzes von Dämmstoffen aus Recycling und nachwachsenden Baustoffen der Baustoffklasse B erfolgt die Abstimmung mit Prüfingenieuren für Brandschutz und Statik. Erstellung der Konzepte als Null- bzw. Plusenergieschule für den Hilfsstrom und den Strombedarf für die Küchen, für die Photovoltaik- und Windenergienutzung, für die Wasserver- und Entsorgung, Abwärmenutzung inklusive der Prüfung einer möglichen Fernwärmerücklaufnutzung des benachbarten Schulgebäudes. Variantenvergleiche zum optimalen sommerlichen Wärmeschutz und ein modernes, energieeffizientes Beleuchtungskonzept.


Ergebnisse und Diskussion

Ein wichtiger Schritt in die Richtung CO2-neutrale Schule mit Plusenergiestandard in Holzbaukonstruktionen von Naumann & Stahr wurde durch Gespräche zum Planungskonzept bei Bauamt und Feuerwehr in Halle, dem zukünftigen Standort für den Schulneubau, erreicht.
Das Ingenieurbüro N&S unterlegte in einer Präsentation vor Feuerwehrleuten die durch verschiedene Brandschutzversuche erzielten Ergebnisse. Als Folge der Beratungen entstand für Bauämter und Feuerwehr ein sogenanntes Vorprojektes mit konstruktiven brandschutztechnischen Details und Erläuterungen.
Die für die Analyse und ökologische Bewertung wurden umfangreiche technische und ökologische Daten in einer Tabelle aufgelistet. Basis für die Datensammlung sind die Produktdeklarationen des Instituts Bauen und Umwelt e. V., das Bewertungssystem zum Nachhaltigen Bauen des Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung sowie die Datenblätter der Hersteller bzw. deren Zuarbeit. Neueste Bewertungskriterien wurden dabei berücksichtigt.
Die Untersuchungen und Berechnungen zur Tragwerksplanung, zum Brandschutz und Schallschutz bezogen auf die Ausführung mit dem Bausystem N&S erfolgten sowohl für den ursprünglich geplanten Entwurf als auch für eine weitere aus Gründen der Kostenentwicklung minimierten Entwurfsplanung.
Es erfolgte eine genaue auf die Details feinabgestimmte U-Wert-Berechnung von verschiedenen Außenwänden, Dach und Boden. Dabei wurden Werte von 0,1W/m²K erreicht.
Für die Fenstereinbindung wurde die Feinplanung für die Varianten Massivbau und Holzbau erarbeitet. Die Unterlagen wurden beim Passivhausinstitut zur Prüfung eingereicht.
Bei der Prüfung der entkoppelten Holzbalkendecke, die im Schulneubau zum Einsatz kommen soll, wurden hervorragende Schallschutzwerte erreicht. Z. B. beträgt der Luftschalldämmung zwischen den Decken 71 dB und die Trittschallübertragung liegt unter 44 dB.

Die Brandschutzprüfzeugnisse zu der entkoppelten Holzbalkendecke sind bei der MfPA in Arbeit. Gleiches gilt für die Schwingungsuntersuchungen.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Verschiedene Vortragsserien u. a. bei den Firmen EGGER, Sto AG und Gutex GmbH über Holzbau allgemein und in Verbindung mit Brandschutz sowie Plusenergiegebäude z. B. die geplante Grundschule St. Franziskus.
Informelle Gespräche beim Bauamt Halle/Saale, beim Hochbauamt Nürnberg über bauen mit ökologisch bewerteten Baustoffen
Es entstanden Modellbauten für Solarwand, Passivhauswand als Außenwand und mit integriertem Fenster in Originalgröße. Die Modelle sind so gestaltet, dass alle Materialien der Konstruktion gut sichtbar sind. Dazu gibt es eine Materialcollage mit Beschriftung.
Analoge Ausstellungen mit entsprechenden Vorträgen und Erklärungen erfolgen zum Richtfest im Rohbau sowie zur Fertigstellung und Übergabe des Gebäudes.


Fazit

Die seit Jahrzehnten andauernde Entwicklungsarbeit des INS in Richtung energieeffizientes Bauen erreicht mit dem Schulneubau St. Franziskus einen vorläufigen Höhepunkt, der in die derzeitige gesellschaftspolitische und wirtschaftliche Landschaft passt. Sie ermöglicht den zukünftigen Nutzern der Schule gesunde Lern- und Arbeitsbedingungen und erfüllt die Forderungen der Nachhaltigkeit für die kommenden Jahre.

Förderzeitraum: 12.04.2010 - 12.04.2011 (1 Jahr)
Fördersumme: 69.213,00
Förderbereich: I.3.1
Themengebiet: Umwelttechnik
Stichworte: Umweltforschung, Umweltkommunikation, Klimaschutz, Umwelttechnik, Ressourcenschonung
Publikationen: