Vorbereitung und Durchführung der internationalen Geopark Konferenz TERRA.vita 2008

Aktenzeichen 25328/01
Abschlussbericht:
Projektträger: TERRA.vita - UNESCO Global Geopark
Am Schölerberg 1
49082 Osnabrück
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Telefon: 0541/501-4217
Internet: https://www.naturpark-terravita.de
Bundesland: Niedersachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Ziel des Projektes ist die erfolgreiche Ausrichtung der 3. Internationalen UNESCO Geopark-Tagung mit möglichst vielen dauerhaften positiven Nebeneffekten für die Naturparkregion selber, aber auch für die anderen Geoparks national und global. Die Tagung soll den Anspruch erfüllen, die Geoparks ihrem Ziel, weltweit das geologische Erbe zu bewahren und den Menschen seine Bedeutung zu vermitteln, näher zu bringen. Der wirtschaftliche Nutzen, den die Regionen über den Geotourismus von den Parks erwarten können, ist ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt. Im Rahmen der Tagung werden neue Parks in das weltweite Netzwerk aufgenommen, Bewerbungen gesichtet und gemeinsame Projektideen diskutiert. Auch die Kontakte zu Partnerorganisationen mit fachlichen Berührungspunkten werden gepflegt und neue Kontakte aufgebaut.
Da anlässlich der 3. IGeoC Osnabrück kommunikative Aspekte im Mittelpunkt stehen, wird dieses Thema auch den gesamten Rahmen der Veranstaltung prägen. Anders als bei den Vorgängerkonferenzen in Peking und Belfast bietet der Veranstaltungsort Osnabrück die Chance durch die zentrale Lage mitten in einem Natur- und Geopark auch die Menschen der Region anzusprechen und mit zu nehmen. Mit zahlreichen Veranstaltungen soll die Tagung auch Laien an die Thematik heranführen und die Geopark-Idee einem breiten Publikum zugänglich machen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenArbeitsschritte
1. 01.01.07-30.06.07 Projektvorbereitung: Antragstellung, Einrichtung der Konferenz-Website, Grobabstimmung mit Kooperationspartnern, Grobplanung
2. 01.07.07-31.12.07 Einwerbung der Fachbeiträge, weitere Abstimmung mit Kooperationspartnern, Konzeption und Vorbereitung der Begleitprojekte
3. 01.01.08-30.04.08 Feinabstimmung mit allen Kooperationspartnern, Auswahl und Zusammenstellung der Fachbeiträge der Tagung, Erstellung des Tagungsbandes, abschließende Vorbereitung der Begleitprojekte, Buchungsabwicklung
4. 01.05.08-30.06.08 Projektumsetzung: Umsetzung der einführenden Begleitprojekte (Vortragsreihen, Ausstellungsprogramm), Einrichtung der Global Geoparks Fair, Durchführung der Tagung
5. 01.07.08-30.11.08 Abrechnung, Erstellung des Abschlussberichtes, Evaluation

Neben der klassischen Durchführung einer Tagung mit den üblichen Schritten stehen bei diesem Projekt die Methoden der Öffentlichkeitsarbeit im Mittelpunkt. Dem Konferenzthema Kommunikation entsprechend, soll ein Rahmenprogramm die Bürger der Region Osnabrück möglichst intensiv mit einbeziehen. Über Vorträge, spezielle Jugendangebote und Ausstellungen wird ein besonders großer Personenkreis angesprochen.


Ergebnisse und Diskussion

Im Vergleich zu den Vorgängerkonferenzen in Peking und Belfast erzielte die 3. IGeoC nochmals eine gesteigerte internationale Repräsentanz. Ca. 350 Teilnehmer aus 37 Nationen stehen für eine erfolgreiche Veranstaltung, die in ihrer Internationalität in der Region Maßstäbe gesetzt hat.

Die Auswertung der eingegangen über 160 Abstracts bestätigt, dass das Kernthema der Konferenz die Interessenlage der Teilnehmer getroffen hat. 40 Beiträge lieferten beispielhafte Kommunikationsansätze. Das weltweite Interesse an der Geoparkidee belegten 46 Vorstellungen so genannter neuer und aspiring Geoparks. Auffällige Schwerpunkte der Verbreitung werden vor allem in Asien und Europa deutlich.

Zwei Keynote Talks von kompetenten Referenten (Klaus Liedtke, Chefredakteur National Geographic Deutschland und Prof. Ross Dowling, Australien) bestätigten sowohl aus der Sicht eines Medienkenners als auch eines Fachmannes für globalen Ökotourismus glänzende Perspektiven für die Entwicklung Globaler Geoparks unter dem dach der UNESCO.

Während der Konferenz wurden 10 neue Globale Geoparks in das weltweite Netzwerk aufgenommen. Damit finden sich jetzt über 50 Geoparks in Europa, Asien, Australien und Amerika.

In der einstimmig verabschiedeten Osnabrück Declaration werden die zentralen Aufgaben der Geoparks betont und die kommunikativen Potentiale untermauert, verbunden mit dem Appell diese Chancen in der täglichen Praxis zu nutzen.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Während der gesamten Projektlaufzeit wurde eine intensive Pressearbeit betrieben.
Beispiele für begleitende Projektbausteine, die der Öffentlichkeitsarbeit dienen:
1. Populäre Vorträge zum Thema Planet Erde
Im Jahr 2008 wurden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Osnabrück, den Organisatoren des Deutschen Katholikentages in Osnabrück und vielen regionalen Akteuren über 50 Vorträge, Seminare, Workshops Exkursionen organisiert und über einen eigenen Veranstaltungskalender kommuniziert. Das Oberthema bediente die Kommunikationslinie des von der UNO ausgerufenen Internationalen Jahres des Planeten Erde.

2. Ausstellung der Globalen Geoparks (1st Global Geoparks Fair)
Auf dem historischen Marktplatz der Stadt Osnabrück erhielten Besucher und Einheimische die Möglichkeit sich über 50 der weltweiten Geoparks in einer ungezwungenen Atmosphäre zu informieren. Dies geschah in einem einheitlichen, ansprechenden und informativen Erscheinungsbild. Zusätzliche Attraktivität erhielt die Veranstaltung durch ein musikalisches und kulturelles Beiprogramm. Die Ausstellung fand am Wochenende vor der Konferenz am 21. und 22. Juni 2008 statt.

3. Die Rückkehr der Urzeitgiganten
In Abstimmung mit einzelnen Kommunen im Naturpark wurde durch den Einzug von 15 naturgetreuen Sauriermodellen in die Region eine besondere Attraktion insbesondere für jüngere Jahrgänge geschaffen. Die Modelle wurden über 4 Wochen im Vorlauf zur Konferenz präsentiert. Zur Orientierung und zeitlichen Einordnung wurde ein Routenflyer mit Hintergrundinformationen und Standortangaben entwickelt.
Das didaktische Konzept wurde in Verbindung mit einem Preisausschreiben von TERRA.vita entwickelt.

4. KinderCampus
Das erfolgreiche und von der Fachhochschule Osnabrück etablierte Konzept, bot im Jahr 2008 einen Schwerpunkt zum Thema Planet Erde an.

5. Relaunch des geologischen Lehrpfads Hüggel
Zwei Wochen vor Konferenzbeginn wurde der neue geologische Pfad in Hasbergen der Öffentlichkeit
präsentiert (nicht Gegenstand der Projektförderung).

6. Eröffnung TERRA.vision
Am Wochenende vor der Konferenz wurde das neue Infocenter des Naturparks TERRA.vision mit dem Titel Versunkene Ökosysteme eröffnet (eigenes Förderprojekt).

7. Meet your Geopark
Parallel zu Konferenz wurde das Jugendcamp (eigenes Förderprojekt) durch TERRA.vita organisiert. Jugendliche aus europäischen Geoparks entwickelten ihre sicht über ihren jeweiligen Park und präsentierten ihre Vorstellungen im Rahmen der Konferenz

Die genannten Kommunikationsaktivitäten wurden dramaturgisch zum Konferenzbeginn systematisch verdichtet.

Im Kontext zum Schwerpunktthema Kommunikation wurden offensive und populäre Wege zur Verrmittlung geowissenschaftlicher Themen und Erkenntnisse beschritten. Dies erscheint gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um den Klimawandel ein besonders wichtiger Ansatz zu sein. Eine neue Zielstellung für eine Tagung dieser Art ist die Einbeziehung der Öffentlichkeit am Tagungsort Osnabrück.


Fazit

Die Gesamtveranstaltung (Vor- und Begleitprogramm und Konferenz) wurden durch die Teilnehmer als Erfolg gewertet. Im Abschlussstatement stellte der Ausrichter der Konferenz 2010 (Lankawi Island, Ma-laysia) fest, das die Veranstalter ein absolutes Benchmark gesetzt haben und bezog dies ausdrücklich auf den gelungen Outreach Ansatz. Ein Zitat aus dem Gästebuch bestätigt dies: ….The Geopark Fair was sensational and lifted the bar for future conferences…..

Die globale Geoparkcommunity und die große Anzahl von interessierten aspiring Geoparkvertretern lobten die inspirierende Konferenzatmosphäre.

Für TERRA.vita als Ausrichter wurde der erstrebte höhere Bekanntheitsgrad auch in der Region durch das umfangreiche Angebot, die große Medienpräsenz und die große Beteiligung der Bevölkerung er-reicht.

Die Geoparks wurden als lohnende und attraktive Erholungsgebiete präsentiert, in denen ein vielfältiges und nachhaltiges Angebot vorgehalten wird und in denen insbesondere die Evolution der Erde und die ständigen auch klimatischen Wechsel nachvollziehbar erlebt werden können.

Förderzeitraum: 20.12.2006 - 30.08.2009 (2 Jahre und 8 Monate)
Fördersumme: 160.000,00
Förderbereich: III.8.1
Stichworte: Nationalpark, Naturschutz
Publikationen: