Erhalt eines bedeutenden Fledermausquartiers in der Dorfkirche Bischdorf als modellhafte Maßnahme zum bürgerschaftlichen Engagement im Kulturgüterschutz

Aktenzeichen 24203/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Herwigsdorf
Kirchweg 5
02708 Bischdorf
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Telefon: 03585/481401
Internet: -
Bundesland: Sachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Ziel des Vorhaben ist es, den Zustand eines der größten Fledermausquartiere Ostsachsens zu verbessern, um so die erfreulich hohe Population an Fledermäusen zu erhalten.
Weiterhin geht es darum, die historisch wertvollen Teile im Umfeld des Fledermausquartiers zu schützen (Glocke aus vorreformatorischer Zeit, handgeschmiedetes Uhrwerk, Glockenstuhl).
Mit dem Einbau der Fledermausplattform soll durch naturkundlich-fachgerechte Führung biotopinteressierten Kindern und Erwachsenen Zugang ermöglicht werden. Anliegen ist es dabei zur Bildung eines weitreichenden Umweltbewusstseins mit beizutragen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn Zusammenarbeit mit dem Fledermausbeauftragten des Landkreises Löbau-Zittau und naturinteressierten Gliedern der Kirchgemeinde wurde der Bedarf zur Verbesserung des Fledermausquartiers erkannt. In Rücksprache mit dem kirchlichen Baupfleger, der das Vorhaben ebenfalls ehrenamtlich begleitet, wurde die Bauweise der Plattform bedacht. Der Einbau verlangt aus sicherheitstechnischen Gründen die Erledigung durch eine erfahrene Tischlerfirma.
Nach gemeinsamer Beratung soll es nun zur Ausführung des Vorhabens kommen.
Sobald die handwerklichen Arbeiten getätigt sind und es die Witterung zulässt, soll über den Einbau dieser Fledermausplattform auch in der Presse informiert werden. Fernerhin sollen interessierte Kinder u. Erwachsene unter Anleitung des Fledermausbeauftragten dieses interessante Detail unser Region kennen lernen können.


Ergebnisse und Diskussion

Der Einbau der Fledermausplattform konnte wie geplant geschehen. Bautechnisch gelang es die verschiedenen Anliegen von Naturschutz und Denkmalschutz angemessen zu berücksichtigen.
Geachtet wurde auf den Einsatz fledermausverträglichen Holzes. Durch den Einsatz von Rauspund konnte die Kotdurchrieselung auf die historisch wertvollen Bauteile (vorreformatorische Glocke, handgeschmiedetes Uhrwerk, Glockenstuhl etc.) minimiert werden.
Die Begehbarkeit der Kirchturmspitze ist wesentlich sicherer geworden und erlaubt neben den regelmäßigen Kontrollgängen durch den Fledermausbeauftragten auch die Besichtigungsmöglichkeit mit naturinteressierten Personen und Gruppen.
Nach dem Einbau der Fledermausplattform war eine beachtliche Zahl von interessierten Besuchern zu verzeichnen. Im Zusammenwirken zwischen Fledermausbeauftragten und Kirchenvorstand konnte besonders Kindern / Kindergruppen der Zugang ermöglicht werden. Im Vorfeld der Besteigung des Kirchturmes erfolgte eine kleine naturkundliche Einführung in die Lebenswelt des Großen Mausohrs.
Die Besucher des Kirchturms waren in der Regel überaus beeindruckt von diesem unheimlich nahen Einblick in das Fledermausquartier, denn kaum jemand hatte bisher Fledermäuse aus einer Distanz von z. T. unter 1m vor Augen gehabt. Staunen löste natürlich auch die enorme Kotablagerung im Kirchturm ab, die ihrerseits auch Hinweis ist auf die hohe Anzahl von Mutter- und Jungtieren.
Im Herbst wird dieser Kot dann auch zu beräumen sein. Diese Tätigkeit wird sich Dank der neuen Fledermausplattform und der veränderten Zugangsmöglichkeiten wesentlich besser bewältigen lassen.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Die Bischdorfer Fledermäuse haben im zurückliegenden Jahr ein gutes Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit erfahren. Dank der Internetpräsentation durch die DBU und durch die Information seitens der Kirchgemeinde Bischdorf-Herwigsdorf fanden die Tiere mediales Interesse. In der Lokalzeitung wurde über sie berichtet. MDR und Bild zeigten Interesse.
Vorrangig ist es jedoch, das Fledermausquartier als einen Beitrag zur naturkundlichen Bildung für Kinder und Erwachsene ins Bewusstsein zu bringen. Dies gelang mehrfach im Zusammenwirken von Fledermausbeauftragten und Kirchgemeinde. Dieses Bildungsvorhaben soll kontinuierlich ausgebaut werden.
Es ist weiterhin daran gedacht mit dem Sächsischen Fledermausverband e.V. zusammen zu arbeiten und im nächsten Jahr eine Infrarotkamera in die Turmspitze zu installieren, um weitere Beobachtung der im Verborgenen lebenden Tiere zu ermöglichen.
Ausgehend von der Möglichkeit Dank der Fledermausplattform gut die Tiere erreichen zu können, sollen im nächsten Jahr die beringten Tiere näher untersucht werden. Dies soll der Kenntniserweiterung hin-sichtlich des Flugverhaltens und der von ihnen aufgesuchten Futtergebiete dienen.
Bei allen Beobachtungen werden jedoch die Ruhebedürfnisse der Fledermäuse im Quartier zu berück-sichtigen sein.


Fazit

Durch den Einbau der Fledermausplattform im Bischdorfer Kirchturm wurde das gewünschte Ziel erreicht.
Das Zusammenarbeiten verschiedener Fraktionen von Ehrenamtlichen war konstruktiv und überaus einmütig.
Besonders zur naturkundlichen Bildung von Kindern konnte ein sinnvoller Beitrag geleistet werden.
Für naturwissenschaftliche Weiterarbeit ist im wahrsten Sinne des Wortes eine solide Ausgangsbasis geschaffen worden.
Die Fledermäuse werden das artengerechte Fledermausquartier im Bischdorfer Kirchturm und die sehr guten Umweltverhältnisse rings um den Rotstein weiterhin zu schätzen wissen.

Förderzeitraum: 16.01.2006 - 16.07.2006 (6 Monate)
Fördersumme: 5.000,00
Förderbereich: III.9.3
Themengebiet: Kulturgüterschutz
Stichworte: Umweltforschung, Naturschutz, Kulturgüter, Klimaschutz
Publikationen: