Natur im Kleinen erforschen - Kulturerbe im Ganzen bewahren: Schüler entdecken die Bedeutung von Wechselwirkungen zwischen Kulturgüter- und Naturschutz am Beispiel anthropogen gefährdeter Gärten, Parks und Kulturlandschaften

Aktenzeichen 24062/01
Zusammenfassung / Abstract:
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Projektträger: Christian-Gymnasium
Missionsstr. 6
29320 Hermannsburg
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Telefon: 05052/987825
Internet: -
Bundesland: Niedersachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Die am Projekt beteiligten Schulen und Institutionen untersuchen und recherchieren fächerübergreifend (Deutsch, Geschichte, Kunst, Biologie, Chemie) molekularbiologische, ökologische, naturhistorische und kulturhistorische Fragestellungen am Beispiel der Bedeutung, der Gefährdung und des Schutzes bedeutsamer Baumarten (hier exemplarisch Rosskastanie) an kulturhistorisch bedeutsamen Stätten.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie am Projekt beteiligten Schulen und Institutionen untersuchen
Zusammenhänge zwischen Ausbreitung und genetischer Einseitigkeit der gefährdeten Kastanieart
Unterschiede in der anthropogenen Belastung an den kulturhistorisch und geographisch unterschiedlichen Standorten
genetische und kulturhistorische Unterschiede zwischen verschiedenen Kastanienarten
moderne bzw. historische anthropogene Vorbelastung von Boden, Wasser und Luft
Zusammenhänge zwischen der anthropogenen Belastung und dem Schädigungsgrad durch Miniermotten
abiotische, anthropogene Faktoren, die die Vitalität der Kastanie herabsetzen (z. B. Versiegelungsgrad, Beschattung, Bebauungsdichte, Nähe zu Verkehrsflächen, winterliche Salzfracht, Luft- und Regenbelastung)
kulturhistorische Aspekte von (Schloss-) Park-, Kloster-, Wege- und Kirchfriedbepflanzungen
vergleichen die erhobenen Freilanddaten zu Baumpopulationen, insbesondere Kastanienbaumpopulationen, auf Kirchhöfen, Versammlungsplätzen, Schlossparks und kulturhistorisch bedeut-samen Stätten und Wegemarken nach zu standardisierenden Kriterien
arbeiten interdisziplinär zusammen mit Experten für kulturhistorisch bedeutende Stätten aus nicht naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen
stellen über die Tatsache, dass der kulturhistorische Wert eines Denkmals auch bedingt ist durch die dort zu findenden Kulturpflanzen, eine Verbindung zwischen Naturschutz und Kulturgüter-bewahrung her.
Die am Projekt beteiligten Magnetschulen, Studienseminare, Institute und Universitäten:
vernetzen und bewerten ihre Messergebnisse, Daten, Rechercheergebnisse, Erfahrungen und Sichtweisen mit dem Ziel, eine ausgewogenen Grundlage zur Bildung von Schutzmaßnahmen zum Erhalt des untersuchten Kulturerbes und Naturerbes zu schaffen.
kommunizieren auf dem entstehenden naturwissenschaftlich-technischen und interdisziplinären Kompetenzniveau mit dem Ziel einer gegenseitigen Unterstützung, Evaluation und nachhaltigen Weiterentwicklung der Projektergebnisse
nutzen ihre Multiplikatorfunktion in der Referendaraus- und Lehrerfortbildung, um die Ergebnisse in ihrer Ganzheitlichkeit und fächerübergreifenden Erarbeitung als Methode an Referendare und Leh-rer anderer Schulen weiterzugeben.


Ergebnisse und Diskussion

Folgende Punkte wurden von den vier Magnetschulen gemeinsam erarbeitet und durchgeführt
Beschreibung der kulturhistorischen Bedeutung der verschiedenen Kastanienstandorte
Überprüfung der Schädigung der Rosskastanie durch Miniermotte, Hypothesen für die Ursache
Überprüfung der genetischen Verwandtschaft bei Kastanienarten mithilfe einer PCR
Erstellung von Unterrichtskonzepten und Durchführung von Kursen zur Lehrerfortbildung im The-menbereich Molekularbiologie und Gentechnik
Entwicklung von geeigneten Dokumentations- und Präsentationsmaterialien
Christian-Gymnasium Hermannsburg
Beschreibung der Standorte und Vergleich verschiedener Kastanienarten im Untersuchungsgebiet Hermannsburg - Gut Sünder - Kloster Wienhausen - Französischer Garten Celle
Überprüfung der Inhaltstoffe von Kastanienarten durch eine Literaturrecherche und durch das experimentelle Verfahren der Gelelektrophorese
Durchführung von themenbezogenen Facharbeiten im Seminarfach
Video-Präsentation, Website, eTwinning
Organisation einer Podiumsdiskussion zum Thema Gentechnologie
Projektverwaltung und -koordination
Gymnasium Bad Essen
Beschreibung der Standorte und Vergleich verschiedener Kastanienarten im Untersuchungsgebiet Schlösser Hünnefeld/Ippenburg
Analyse anthropogener Faktoren
Blattbau und -histologie verschiedener Kastanienarten
Aufnahme der Schadbilder an Rosskastanien
Biologie der Miniermotte
Einfache Verfahren zur Schädlingsbekämpfung
Arbeiten im Rahmen der Förderung durch die Rüttgers Stiftung
Heisenberg-Gymnasium Dortmund
Beschreibung, Kartierung der Standorte und Vergleich verschiedener Kastanienarten im Untersuchungsgebiet St. Johann Baptist Kirche
Erprobung und Bereitstellung von molekularbiologischen Verfahren zur DNS-Analyse von verschiedenen Kastanien
Organisation projektbezogener Lehrerfortbildung
Gymnasium an der Schweizer Allee Dortmund
Beschreibung, Kartierung der Standorte und Vergleich verschiedener Kastanienarten im Untersuchungsgebiet entlang der historischen Kaiserroute von Köln nach Paderborn
Historische Zusammenhänge von Kultur- und Naturschutz entlang der Kaiserroute
Morphologische und funktionelle Analyse von Schadinsekten an geschützten Bäumen mithilfe der funktionellen Fluoreszenzmikroskopie
Ein Netzwerk von Schutzmaßnahmen für den Erhalt der den Ortscharakter prägenden Bäume
Klimaschutz als Natur- und Kulturschutz - ein globales Problem wird lokal verhandelt.
Arbeiten im Rahmen von Jugend - forscht.


Fazit

Die wissenschaftlich nicht geklärte Ursache des Befalls der Rosskastanie
durch die Miniermotte konnte im Projekt nicht geklärt werden, was auch nicht Ziel des Projektes war.
Die Einführung in wissenschaftliche Fragestellungen mit interdisziplinärem Charakter und deren Bear-beitung konnte im Unterricht des Seminarfaches umgesetzt werden.
Die Bedeutung molekularbiologischer Verfahren für die Erkenntnisgewinnung konnte exemplarisch anhand von angefertigten Facharbeiten gezeigt werden.
Die Biologie der Miniermotte und die ökologischen Folgen der Klimaveränderung waren Themen des Biologieunterrichts der Jahrgangsstufe 8.
Thema und Durchführung des Projektes eigenen sich gut für einen projektorientierten, fächerübergreifenden Unterricht und für die Anfertigung von Facharbeiten.

Förderzeitraum: 19.04.2006 - 31.07.2008 (2 Jahre und 3 Monate)
Fördersumme: 60.080,00
Förderbereich: III.9.3
Themengebiet: Kulturgüterschutz
Stichworte: Naturschutz, Kulturgüter, Landnutzung
Publikationen: