Deutsch-slowakischer Know-how-Transfer für Berufsschulen im Bereich regenerativer Energietechnik und Energieeinsparung: Aufbau von slowakischen Pilotstandorten und Netzwerkbildung

Aktenzeichen 23005/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.14 MB | Zuletzt geändert: 27.09.2013
Abschlussbericht: DBU-Abschlussbericht-AZ-23005.pdf (4.51 MB)
Projektträger: Arbat Solar- und Ingenieurwerkstatt
Dorfstr. 7
16909 Dossow
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Telefon: 03394 / 403883
Internet: -
Bundesland: Grenzüberschreitend
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Anlass des Projektes ist die Energieversorgungssituation im Gebäudebestand der Slowakei. Diese ist geprägt von Energieerzeugungsanlagen die überwiegend sowjetischer Bauart entsprechen. Der Gebäudebestand entspricht in energetischer Sicht dem mitteleuropäischen Stand der 60er Jahre. Die Beheizung von Gebäuden wird seit den 90er Jahren oft durch Elektroheizungen realisiert. Die Strompreise liegen seit dem EU-Beitritt auf EU Niveau, so dass die bisherigen Heizungsmethoden weder ökologisch noch ökonomisch zeitgemäß und nachhaltig sind. Bisher sind Themen wie Ressourcenschutz, Energieeinsparung und regenerativer Energien weder in der öffentlichen Diskussion noch in der schulischen wie betrieblichen und universitären Ausbildung etabliert.
Ziel des Projektes ist es, durch Kooperation von slowakischen Berufsschulen aus dem Bau- und Biomassebereich mit deutschen und slowakischen Ingenieuren, Pädagogen, Vereinen und Berufsschulen Lehrpläne für die genannten Bereiche zu entwickeln und diese durch theoretische und praktische Projekte zu etablieren. Auf diese Weise sollen Themen wie Energieeinsparung und regenerative Energien öffentlich gemacht, nachhaltige Technologien etabliert und zukunftsorientierte Arbeitsfelder für junge Handwerker erschlossen werden.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBasierend auf Erfahrungen von deutschen Berufsschulen, Technikern und Vereinen mit starkem Engagement im Bereich regenerativer Energietechnik und den wünschen von slowakischen Berufsschulen, die aufgrund der genauen Kenntnisse der örtlichen Probleme sehr genau definiert werden können, sollen Inhalte für die Berufsausbildung junger Techniker im Bereich regenerativer Energietechnik und Energieeinsparung erarbeitet und in die Ausbildung implementiert werden.
Unterstützt werden die theoretischen Grundlagen durch den gemeinsamen Bau von Pilotanlagen im Bereich thermischer und photovoltaischer Solaranlagen sowie Biomasseanlagen.
Ergänzt wird das Konzept durch eine detaillierte Datenerfassung in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden, die zur energetischen Optimierung beitragen soll. Diese Erfassung sowie die Diskussion der Daten und deren Umsetzung wird über den Projektzeitraum hinaus dauerhaft durchgeführt.


Ergebnisse und Diskussion

Die Ziele des Projektes wurden weitestgehend erreicht. Teilweise wurde das Arbeitsfeld erweitert bzw. an aktuelle Bedingungen angepasst. Im Rahmen des Projektes wurden in Kooperation mit Schulen, immer unter Beteiligung der Schüler und Pädagogen, 3 Pilotanlagen für die Nutzung regenerativer Energien installiert und in Betrieb genommen.
- Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1,7 kWpeak in der Schule für Elektrotechnik in Stara Tura.
- Eine thermische Solaranlage zur Trinkwassererwärmung des Internats in der Schule für Maschinenbau in Nove Mesto nad Vahom.
- Eine thermische Solaranlage in Kombination mit einer Holzvergaserheizung im Ökozentrum der Kirchengemeinde Myjava.
Die Schule für Gartenbau in Piestany konnte ihre Pläne bezüglich einer Biomasseheizung für die Gewächshäuser nicht realisieren, da die in der Schule beantragten Fördermittel nicht bewilligt wurden. Die Schule für Garten bringt sich stattdessen engagiert in die ökologische Außengestaltung des Ökozentrums in Myjava ein und hat durch den Kontakt mit dem deutschen Solarpreisträger, EnergieDezent e. V., weitere Betätigungsfelder im Rahmen der Kompostierung und der dezentralen Abwasserentsorgung und -nutzung erschlossen.
Das Ökozentrum in Myjava wurde erst durch das auslaufende Projekt als solches durch die Gemeinde benannt. Es ist deutlich geworden, dass die Ansprüche, die die Gemeinde an ihr Zentrum stellt, nicht von Begriffen wie Schöpfungsbewahrung, Ressourcenschutz, ökologischer Verantwortung und ökologischen Gesamtkonzept zu trennen sind.
Die Schule für Bauwesen in Trencin hat kein eigenes Praxisprojekt angestrebt. Sie hat alle anderen Projektpartner in allen baulich relevanten Fragen unterstützt und sich auf die Ausweitung ihrer Kompetenz in diesem Gebiet konzentriert. Darüber hinaus hat sie mit Mitteln der slowakischen Regierung eine profunde Fachbibliothek zu den relevanten Themen aufgebaut.
Alle Schulen haben versucht, ein umfangreiches Datenerfassungssystem für alle relevanten Verbrauchsdaten zu etablieren. Ziel war es, die konkrete Situation kennenzulernen und Einsparpotentiale zu definieren und zu erschließen. Dieses Anliegen stieß immer wieder an Grenzen, da in vielen Bereichen die Schulen nicht selbst mit den Versorgern abrechnen. Die Schulträger müssen von dem Nutzen eines solchen Konzeptes weiter überzeugt werden. Nur so könnten tatsächlich Einsparpotentiale erschlossen und deren Nutzen den Schulen zugänglich gemacht werden.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Die Öffentlichkeit war jederzeit in das Projekt involviert. Die Schulen haben ein sehr großes Interesse daran, ihre Projekte öffentlich zu präsentieren und haben diese bei Stadt- und Schulfesten etc. vorgestellt. Des Weiteren wurden zu allen größeren Veranstaltungen die regionale Presse und das Fernsehen eingeladen. Diese Einladungen wurden durch die Medien fast immer genutzt. Die bestehenden Internetseiten der Schulen dienen bereits als Multiplikatoren.
Darüber hinaus haben die Schulleitungen das Projekt bei entsprechenden schulübergreifenden Konferenzen anderen Schulen zugänglich gemacht und so deren Interesse geweckt. Auf dieses Interesse innerhalb der Schullandschaft gründet sich die Idee der Projektfortführung im Rahmen der Entwicklung eines Weiterbildungsprogramms für slowakische Pädagogen.
Im Einzugsgebiet des Ökozentrums in Myjava war die Öffentlichkeit in Form der Gemeinde von vorne herein in das Projekt involviert. Seitens der Gemeinde wurden die Wünsche zur Bildung einer ökologischen Akademie formuliert, die inzwischen ebenso Menschen über die Kirchengemeinde hinaus anspricht. Durch die Auseinandersetzung mit dem Ökozentrum und dessen ökologischer Optimierung wurde das Zentrum zu einem öffentlich getragenen und verantwortetem Haus. Die Gemeinde ist daran interessiert, das Zentrum für Schulungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen und ihre Erfahrungen an andere Einrichtungen weiterzugeben. Während der Tagung des european christian environmental network (ECEN) im Juni 2010 in Prag wurde das Projekt einem internationalen Auditorium vorgestellt.


Fazit

Mit der erfolgreichen, integrierten, öffentlichkeitswirksamen und dokumentierten Installation und Betriebsführung der Pilotanlagen einerseits und mit dem für den Erfolg des Projektes relevanteren deutlich gewachsenen Interesse an der Thematik, an der Kooperation untereinander und an deren über den Projektzeitraum hinausgehenden Fortführung zeigt das Projekt seinen Erfolg. Aus diesem Erfolg resultiert das Interesse aller Beteiligten an der weiteren Kooperation und Erweiterung des Aktionsradius. Einige Schüler der ersten Generation der Projektarbeit stehen inzwischen im Arbeitsleben und können ihre Erfahrungen aus der täglichen Auseinandersetzung mit regenerativen Energien in der Slowakei in die weitere Arbeit einbringen.

Förderzeitraum: 28.09.2006 - 15.04.2010 (3 Jahre und 7 Monate)
Fördersumme: 121.718,00
Förderbereich: III.8.3
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltforschung, Umweltkommunikation, Klimaschutz, Umwelttechnik, Ressourcenschonung
Publikationen:
Geografisch:


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