Strategische Unternehmensentwicklung Umweltbildung

Aktenzeichen 22617/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Bundesverband TuWas e. V.
Boxhagener Str. 16, Alte Pianofabrik
10245 Berlin
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Telefon: 030-81479068
Internet: http://www.tuwas.net
Bundesland: Bayern
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das Projekt Strategische Unternehmensentwicklung Umweltbildung sollte einen Beitrag zur Sicherung und Weiterentwicklung der vorhandenen Angebotsstruktur der (außerschulischen) Umweltbildung leisten. Sein Ziel war:
§ die Umweltbildung dabei zu unterstützen, die Entwicklung und wirtschaftliche Absicherung der eigenen Einrichtungen selbst in die Hand zu nehmen
§ die Entwicklungsstrategien auf ein solides, durch Trend- und Marktforschung abgesichertes Fundament zu stellen
§ professionelle Methoden des Marketings, der Organisationsentwicklung und der Qualitätssicherung wirksam und dauerhaft in das Management der Umweltbildungseinrichtungen einzuführen.
Dahinter steht die Überzeugung, dass ein bedarfsgerechtes und zielgruppenspezifisches Angebot der Umweltbildung mit großer gesellschaftlicher Reichweite nötig ist, um die Nachhaltigkeitsziele in unserer Gesellschaft zu erreichen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenWesentliche Merkmale des Vorgehens im Projekt waren:
§ Multi-Optionalität: Es wird nicht nur eine Lösung für die Zukunftssicherung der Umweltbildung erarbeitet, sondern ein Portfolio an Optionen, auf dessen Grundlage der jeweils adäquate Entwicklungspfad einer Umweltbildungseinrichtung definierbar ist
§ Szenario-Ansatz: Das Konzept ist nicht an der Gegenwart orientiert (Wie kann ich das Bestehende solange als möglich bewahren), sondern an der Erfindung aussichtsreicher Zukünfte (Welchen Wandel will ich aktiv gestalten).
Das Projekt gliederte sich in vier Prozessschritte:
§ Szenarienentwicklung: Systematische Szenarienerstellung unter Einbezug von Daten aus der Trend- und Zukunftsforschung
§ SWOT-Analyse: Integration der externen Chancen und der internen Kompetenzen der Umweltbildung
§ Beratungskonzept: Entwicklung eines strategischen Unternehmensberatungskonzepts für Umweltbildungseinrichtungen
§ Transfer: Einsatz des Beratungsinstruments in ausgewählten Bereichen.


Ergebnisse und Diskussion

Die Ergebnisse des Projekts basieren auf der empirischen Erfahrung in der Entwicklungsberatung von 30 Einrichtungen der Umweltbildung. Diese Einrichtungen decken ein weites Spektrum ab - vom 2-Mann-Betrieb bis zur Organisation mit 40 Angestellten, vom kleinen Verein bis zum Naturschutzverband, von privaten Einrichtungen über kommunal getragene bis hin zu staatlichen Teilorganisationen. Regional ver-teilen sich die Piloteinrichtungen quer über ganz Deutschland. Gleichzeitig mit der Abschluss-Tagung des STRATUM-Projekts in der Evangelischen Akademie Tutzing erhielten die ersten Umweltbildungs-Einrichtungen ihre Zertifizierung - zehn der dreißig Piloteinrichtungen haben damit die erste Hürde zur Absicherung ihrer Zukunft bereits genommen. Mit seinem neuartigen Beratungsmodell könnte das STRATUM-Team künftig eine wesentliche Rolle bei der Zertifizierung von Bildungseinrichtungen spielen, stellte Professor Gerd Michelsen (Universität Lüneburg) im Hauptvortrag auf der Tagung fest. Nicht nur die Piloteinrichtungen aus ganz Deutschland sowie aus Österreich bescheinigen STRATUM, auf dem richtigen Weg dahin zu sein. Auch alle Referenten der zweitägigen Konferenz gaben eine positive Expertise zu dem Projekt ab. Methodisch sehr geeignet fand der Studienleiter der Tutzinger Akademie, Dr. Martin Held, den STRATUM-Ansatz. Professor Gerd Michelsen hatte sich intensiv mit STRATUM beschäftigt. Seine Stellungnahme betraf sowohl die von STRATUM entwickelten Instrumente als auch die Zukunftspotenziale der STRATUM-Beratung. Michelsen hob den partizipatorischen Charakter der STRA-TUM-Beratung hervor: STRATUM funktioniert als Selbstlernprozess der Einrichtung, stellte er fest. Die Umweltbildungseinrichtungen erhielten auf diese Weise Klarheit über die künftige Ausrichtung der eigenen Arbeit. Sie bekämen von STRATUM keine Anweisung, was sie zu tun hätten, sondern eine belastbare Basis für die eigene Entscheidung, welche der verschiedenen strategischen Optionen sie nutzen wollten. Der Ansatz von STRATUM ist multioptional, er beschreibt die Zukunft der Einrichtungen nicht einseitig, sondern macht das Bündel strategischer Optionen verfügbar, so Michelsen. Da der zeitliche Rahmen des STRATUM-Prozesses überschaubar und die Ergebnisse unmittelbar verfügbar seien, unterstütze die STRATUM-Beratung den Veränderungsprozess sehr effektiv. STRATUM ist ein guter Weg, urteilt Michelsen, der die Qualität und Wirtschaftlichkeit von Umweltbildungseinrichtungen steigern kann. Gute Zukunftsaussichten bescheinigt Michelsen STRATUM im Bereich der Zertifizierung. Im Unterschied zu den vorhandenen Systemen beschränkt sich STRATUM nicht auf einen formalen Beurtei-lungsprozess, der von außen kommt, sondern hilft den Einrichtungen durch eine besondere Form der Be-ratung, sich aktiv auf Veränderungen einzustellen und die eigene Entwicklung zu steuern.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Die Öffentlichkeitsarbeit im Projekt wurde auf folgenden Ebenen realisiert:
§ Pressemeldungen: Erschienen laufend auf der Website www.stratum-consult.de - siehe dort
§ Konferenzen: Im Rahmen einer Szenario-Konferenz (8.-10. Juni 2005, Würzburg), einer Tagung Zukunftsmarkt Umweltbildung (15. September 2005, Münster) und der Abschlusskonferenz Nachhaltig erfolgreich - Strategien für die Zukunft der Umweltbildung (31. Mai/01. Juni 2006, Tutzing) wurde über das Projekt berichtet und mit dem Fachpublikum diskutiert.
§ Publikationen: Über die Ergebnisse der Szenariokonferenz erschien eine 30-seitige Expertise, die gedruckt vorliegt (Das zukünftige Umfeld der Umweltbildung in Deutschland - Szenarien und Perspektiven); das Projekt als Ganzes wird in der Buchpublikation Unternehmen Umweltbildung (oekom verlag) dargestellt.


Fazit

Der besondere nachhaltige Charakter von STRATUM beruht auf:
§ der Perspektivenerweiterung vom introvertierten Qualitätsmanagement zum extravertierten strategischen Management (marktorientierte Planung)
§ dem Anspruch, die wirtschaftlich tragfähige, wertschöpfende Basis der Umweltbildung zu vergrößern (ökonomisches Denken)§ der Einführung betriebswirtschaftlicher Instrumente in das Management der Einrichtungen (SWOT, Wettbewerbsanalyse etc.)
§ der Ausrichtung auf längerfristige Entwicklungen in den relevanten Umfeldern (strategische Planung)
§ der Implementierung und Verstärkung endogener Veränderungspotenziale in den Einrichtungen (partizipatorisch-systemische Beratung).

Förderzeitraum: 10.01.2005 - 10.07.2006 (1 Jahr und 6 Monate)
Fördersumme: 99.250,00
Förderbereich: III.8.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen: