RE-ART ONe - Erarbeitung und Präsentation einer Kunstausstellung zum Thema Recycling

Aktenzeichen 22030/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Concept NouveauKulturkonzepte und Konzeptkunst
Maistumpf 10
69257 Wiesenbach
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Telefon: 06223/970051
Internet: http://www.concept-nouveau.de
Bundesland: Niedersachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Während einer mindestens zweimonatigen Ausstellungsdauer sollen unterschiedliche künstlerische Positionen zum Thema Recycling gezeigt werden. Anlass ist die aktuell stattfindende Diskussion um den Umgang mit Abfällen, wie sie z. B. durch die Einführung der Getränkeverpackungsverordnung ausgelöst wurde. Ziel der Ausstellung ist es einerseits die Bereitschaft in der Bevölkerung und hier insbesondere in der Jugend zu steigern Abfälle einer geordneten Sammlung zuzuführen und nach Materialien zu trennen und zum anderen die Kreativität der Abfallverwerter und des produzierenden Gewerbes, also nicht nur der Recyclingindustrie anzuregen. Entsprechend ist die Konzeption darauf ausgelegt, möglichst ein breites Publikum anzusprechen. Gelingt es Künstler, Designer und Abfallwirtschaft über das Medium Ausstellung zusammenzubringen, könnte ein nachhaltiger Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet werden. Je mehr Sekundärrohstoffe in der Produktion eingesetzt werden und zu marktfähigen Produkten führen, desto besser für Energiebilanz, CO2 Situation und den Schutz der Landschaft. Nicht zuletzt werden durch den Einsatz von Sekundärrohstoffen auch Deponieflächen eingespart.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenÜber das Medium Ausstellung wird das Thema Recycling in die Öffentlichkeit getragen. Als Ort der Ausstellung wurde ein Ferienort in einer im Sommer stark frequentierten Ferienregion gewählt. So besteht die Chance ein gesamtdeutsches Publikum zu erreichen und über die Grenzen Niedersachsens hinaus auszustrahlen. Das Gebäude, in dem die Ausstellung stattfindet, ist ein ehemaliges Recyclingwerk. Damit ist die Ausstellung auch mit dem Ausstellungsort stimmig. Zunächst werden geeignete Künstler aus-findig gemacht, angesprochen und eingeladen. Dann werden ausgewählte Arbeiten nach Ihlienworth gebracht und ausgestellt. Die Ausstellung wird über Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, das Internet sowie durch Plakate in den umliegenden Gemeinden und Seebädern beworben. Schulen werden gesondert angeschrieben. Beim Aufbau und Betrieb der Ausstellung helfen Jugendliche und junge Erwachsene, die über den Bauorden als internationale Freiwillige ins Sietland kommen. Die Ausstellung wird über einen CD-ROM Katalog dokumentiert. Die Ausstellung soll an weiteren Ausstellungsorten gezeigt werden.


Ergebnisse und Diskussion

Insgesamt wurden im Vorfeld der Ausstellung 50 Künstler ausfindig gemacht und angesprochen, die mit Recyclingmaterialien arbeiten. Davon waren schlussendlich 41 Künstler aus 12 Ländern bereit Arbeiten in Ihlienworth zu zeigen. Es konnten zwei Workcamps mit Freiwilligen des Int. Bauordens stattfinden, die ohne Probleme abliefen. 1/4 der ausstellenden Künstler reiste selbst an und half der Ausstellung den letzten Schliff zu verleihen. Die anderen sandten ihre Arbeiten mit Speditionen oder Paketdiensten. Der Aufbau wurde unter der Leitung des Kurators Samuel J. Fleiner fristgerecht wie geplant fertig gestellt. Das Thema Recycling wurde thematisch nicht nur durch die ausgestellten Exponate, sondern auch die Ausstellungsarchitektur selbst repräsentiert. Stellwände, Sockel und Vitrinen wurden ebenfalls unter Ver-wendung von Recyclingmaterial erbaut. Bei der Auswahl der Künstler legte Samuel J. Fleiner großen Wert darauf, dass diese bereits über eine Werktradition in dem jeweiligen Sekundärrohstoff verfügten. Das Ziel war eine internationale Querschnittschau über das aktuelle künstlerische Schaffen im Kontext Abfall und Recycling zu präsentieren, was zu 100 % umgesetzt werden konnte. Die ausstellenden Künstler, die die Ausstellung besuchten, waren von der Art der Präsentation begeistert und gaben uns entsprechend positives Feedback. Der Kontakt mit der Bevölkerung am Ort wurde während der Aufbauphase immer besser und intensiver, was dazu führte, das in der letzten Woche auch einheimische Handwerker unentgeltlich mitarbeiteten und Frauen vom Ort für unser multinationales Aufbauteam kochten.
Die Ausstellungshalle ist 600 qm groß und wird von einem ca. 2000 qm großen Außenbereich umgeben. Dort stellten wir mehrere Großplastiken aus Metallschrott auf, wovon zwei per Pedalantrieb in Bewegung versetzt werden können. Für filigrane Textilarbeiten im Außenbereich erwies sich das norddeutsche Wetter als zu rau. Starkregen im Kombination mit Sturmböen machten alle Bemühungen zunichte die Ausstellung im Außenbereich noch weiterzuentwickeln. Neben der Halle mit dem Freigelände gab es noch einen weiteren Außenstandort, der ebenfalls gut angenommen wurde.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Im gesamten Elbe-Weser-Dreieck wurde während der Ausstellung insgesamt 2300 Plakate (A3-A0) gehängt. Schwierigkeiten beim Plakatieren gab es nur mit der Verwaltung der Stadt Cuxhaven, die Plakate erst sehr spät und dann auch nur großen Einschränkungen erlaubte. Die Ausstellung wurde mit einer professionellen Pressearbeit und einer eigenen homepage im WWW begleitet. Die Niederelbezeitung berichtete mit der Nordseezeitung am intensivsten. Zur Eröffnung gab es Hörfunk- u. TV-Beiträge für die Landesnachrichten, der von 3Sat übernommen und bundesweit ausgestrahlt wurde. Der Deutschlandfunk brachte ein ausführliches Interview. Die dpa schickte berichtete mehrfach bundesweit in Wort und Bild. Durch die Teilnahme von Künstlern aus dem Ausland gab es auch Meldungen und Berichte in deren Heimatländern. Um die Ausstellung interessant zu halten wurden lange Nächte mit Musik und Kleinkunst sowie zahlreiche kostenlose öffentliche Führungen veranstaltetet. Der Verband der Papierhersteller stellte eine Woche lang sein Papiermobil zur Verfügung, ebenso das DSD sein Cycle Mobil. Für die PR waren die Workshopwochen mit Schülern und Kindergärten aus der Region wichtig. Im Nachbarort wurde zudem eine Lehrerfortbildung veranstaltet. Die Schüler erarbeiten unter fachkundiger Anleitung von Künstlern und pädagogischen Assistenten selbst große und kleine Kunstwerke, Spielzeuge oder Schmuckstücke aus Abfällen. Landtags- und Bundestagsabgeordneten besuchten ebenfalls die Ausstellung, worüber ebenfalls in der Presse berichtet wurde. Frau Dr. Wetzel, MdB aus Stade widmete der Ausstellung sogar eine eigene Kolumne.


Fazit

Die Ausstellung hat gezeigt, dass es möglich ist mit der thematischen Eingrenzung Kunst und Design im Kontext von Abfall und Recycling eine sehr sehenswerte und spannende Ausstellung zusammenzustellen. Konservativ gezählt würde man auf über 10.000 Besucherinnen und Besucher kommen. Kinder-gärten, Schulklassen und Behindertenwerkstätten hatten kostenlosen Eintritt. Hervorzuheben ist, dass über den Rohstoff Abfall viele Menschen einen ganz eigenen und neuen Zugang zur bildendenden Kunst fanden. Die Ausstellung brachte auch viele Besucher, die überhaupt zum ersten Mal in ihrem Leben in einer Kunstausstellung waren. Ihre Begeisterung spiegelt sich im Gästebuch der Ausstellung. Die ausführliche bundesweite Berichterstattung über die Ausstellung brachte viele Künstler und Designer dazu sich zu melden, die ebenfalls seit vielen Jahren mit bestimmten Abfällen arbeiten. Interessant ist, dass örtliche Handwerker über den Veranstalter Kontakt zu einigen Künstlern gesucht haben, um deren Verarbeitungstechniken zu erlernen. In einigen Schulen ist der Region ist durch den Besuch der RE-ART ONe eine Art Recyclingfieber entstanden, was wiederum zu eigenen Projekten und Ausstellungen führte. Nächstes Jahr wird es in der Folge der RE-ART ONe, einen Schulkunstwettbewerb geben. Aktuell befindet sich ein Verein in Gründung, der das ehemalige Recyclingwerk als Kunsthalle weiterführen möchte. Der thematische Schwerpunkt soll dabei auf Umwelt- und Recyclingkunst liegen. Aktuell interessiert sich sogar die UNEP für die RE-ART ONe und möchte sie in 2005 beim Weltumwelttag zeigen.

Förderzeitraum: 20.04.2004 - 20.11.2004 (7 Monate)
Fördersumme: 53.380,00
Förderbereich: III.7.1
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen: