Durchführung des Umweltbildungsprojektes Bildung und Naturerziehung am Nationalparkzentrum Lahemaa (Estland)

Aktenzeichen 20634/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: EUROPARC Consulting GmbH
Meiersfelder Str. 45
32760 Detmold
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Telefon: 0551/70769-262
Internet: http://www.europarc-consulting.org
Bundesland: Grenzüberschreitend
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das neue Nationalparkhaus sollte in Bezug auf Ausstellungen und auf Bildungsarbeit zum aktiven und für Besucher und die in der Region lebende Bevölkerung attraktiven und informativen Besucherzentrum entwickelt werden. Die besondere Bedeutung von Umweltbildungsarbeit für Jugendliche und Erwachsene an diesem Standort ergab sich aus drei Faktoren: 1. die Bevölkerung ist dem Nationalpark gegenüber eher negativ eingestellt: sie erlebt ihn (auch vor dem Hindergrund der spezifischen baltischen Geschich-te) als restriktive Einrichtung (Bauvorhaben, Tourismusentwicklung etc); 2. die Zahl der Touristen steigt stetig, weil Estland wegen historischer Bezüge zu Finnland und Deutschland zunächst für diese Länder, inzwischen auch darüber hinaus eine schnelle Anbindung an internationale Touristenströme erfährt; 3. der Nationalpark Lahemaa besitzt als Teil der Kette der Ostseeschutzgebiete besondere ökologische Be-deutung.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZum Zeitpunkt der Genehmigung des Förderprojekts waren bauliche Maßnahmen im Nationalparkhaus weitgehend abgeschlossen. Ein Ausstellungskonzept lag vor, stellte aber die Mitarbeiter nicht zufrieden. Raum 1 war fertig, zeigte aber bereits handwerkliche Schwächen. Aktive Bildungsarbeit wurde nach wie vor nicht durchgeführt. Folgende Arbeitsschritte wurden mit den Projektpartnern vereinbart:
Ø Besprechung des bestehenden Ausstellungskonzeptes durch eine fünfköpfige Expertengruppe vor Ort in Lahemaa und Diskussion der Vorschläge zur Modifizierung mit dem dortigen Team (April 2004).
Ø Detaillierte Ausarbeitung der Ideen durch die Experten sowie deren gemeinsame Weiterentwicklung mit dem Ziel, zunächst ein fertiges Konzept für den Raum 2 zu erstellen (zum Herbst 2004), um diesen Teil der Ausstellung noch während der Projektlaufzeit umzusetzen. Die Gesamtplanung für die Ausstellung soll bis Ende Januar 2005 abgeschlossen sein, um mit Ende der Projektförderung ein vollständiges Konzept zu haben, mit dem der Ausbau des Zentrums in den nächsten Jahren vorangetrieben werden kann.
Ø Durchführung eines Junior Ranger Projekts im Nationalpark im Sommer 2004 als Einstieg in den Umweltbildungsbereich. Die Ergebnisse dieses Teils der Jugendarbeit sollen für Besucher und Einheimische im Nationalparkhaus dokumentiert werden. Aufbauend auf die Erfahrung von 2004 beginnt anschließend die Planung für ein Junior Ranger Projekt im Jahr 2005.


Ergebnisse und Diskussion

Die gesetzten Projektziele wurden erreicht und zwar:
Ø Ein vollständiges Konzept für die Ausstellungen im Nationalparkhaus mit detaillierten Plänen für alle Räume wurde vom Expertenteam in Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung Lahemaa und dem Estnischen Institut erstellt und verabschiedet.
Ø Ein Teilbereich der neuen Ausstellung (der obere Flur) wurde entsprechend den Plänen umgesetzt.
Ø Nach Ende des Projekts wird die Arbeit zur Umsetzung der Ausstellungspläne weitergeführt.
Ø Das Junior-Ranger Projekt wurde mit großem Erfolg 2004 und 2005 im Nationalpark durchgeführt. Für den Sommer 2006 ist wieder eine Junior-Ranger Woche in Lahemaa geplant. Die von den Junior-Rangern angefertigten Posterausstellungen wurden im Nationalparkhaus und in lokalen Schulen ausgestellt. Junior-Ranger aus Lahemaa haben bisher an drei Internationalen Junior-Ranger Camps in anderen Ländern teilgenommen.
Bei der Durchführung der Projektaktivitäten gab es einige Verzögerungen, die zu Projektbeginn mit Kommunikationsschwierigkeiten, später aber mit den bürokratischen Rahmenbedingungen und Strukturänderungen in Estland, die im Laufe des Projekts eintraten, zusammenhingen. Die Projektlaufzeit wurde insgesamt um ein Jahr verlängert. Dabei wurde das ursprüngliche Budget eingehalten. Durch gutes Wirtschaften war es sogar möglich, mehr Geld in die Erstellung der Ausstellungspläne zu investieren, als in der ersten Kostenkalkulation vorgesehen.
Im Rahmen des Projekts war es leider nicht möglich, die bestehende Partnerschaft zwischen den Nationalparken Lahemaa (EE) und Vorpommersche Boddenlandschaft (D) so weit auszubauen, wie ursprünglich geplant. Jedoch haben die deutschen Kollegen für eine Mitarbeiterin aus Lahemaa einen sehr informativen Studienbesuch zum Thema Konzeption von Besucherzentren organisiert und so ihren Partner-park praktisch unterstützt.
Auf dringende Bitte der Nationalparkverwaltung Lahemaa wurde das Estnische Institut als neuer Partner in die Projektaktivitäten einbezogen. Das Estnische Institut nahm eine leitende Rolle bei der Entwicklung der Ausstellungspläne mit den EUROPARC-Experten sowie bei deren späteren Umsetzung ein. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Instituts war hervorragend.
Insgesamt kann ein deutlicher Anschub sowohl für die Fortentwicklung des Besucherzentrums als auch für den Start der Kinder- und Jugendarbeit im Nationalpark Lahemaa registriert werden. Der Nationalpark Lahemaa erhält eine Ausstellung, die für estnische Schutzgebiete einmalig ist. Ihre Planung und Umsetzung bietet wertvolle Erfahrungen und Anregungen für andere Schutzgebiete.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Über das Förderprojekt und dessen Fortschritt wurde regelmäßig in Publikationen der Föderation EU-ROPARC berichtet. Somit wurden die Ergebnisse für andere Schutzgebiete und ihre zuständigen Behörden in ganz Europa sichtbar. Das Junior-Ranger Projekt in Lahemaa wurde auf den EUROPARC Webseiten zur Information anderer interessierter Parks präsentiert. In Estland wurde 2004 in verschiedenen regionalen Zeitungen sowie einer landesweiten Rundfunkausstrahlung über die erste Junior-Ranger Woche berichtet. Im Mai 2006 wurde das Förderprojekt bei der offiziellen Eröffnung des ersten Teils der neuen Ausstellung im Nationalpark kurz präsentiert und die Unterstützung der DBU erneut hervorgehoben. Innerhalb des EUROPARC-Netzwerkes wird es auch künftig einen Austausch über die gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse des Projekts geben, damit auch andere Parks davon profitieren können.


Fazit

Das Förderprojekt hatte als überragendes Ziel, durch die Entwicklung von Ausstellungen und Naturerziehungsprogrammen im und um das Nationalparkhaus in Palmse, Lahemaa, einen aktiven Beitrag zur Naturerziehung in Estland zu leisten, sowie das öffentliche Bewusstsein für Natur und Landschaften in die-ser besonderen Region an der Ostseeküste zu stärken.
Durch die Projektaktivitäten sind bedeutende Schritte zur Erfüllung dieses Ziels geleistet worden. Eine neue, moderne Ausstellung entsteht im Nationalparkhaus, die den Besuchern ein Gefühl für die Einzigartigkeit dieses Gebiets, sowie die Bedeutung des Nationalparks vermittelt. Das Junior-Ranger Projekt, das dank Projektmittel und europäischer Expertise in Lahemaa initiiert wurde, ist nun schon im dritten Jahr und ein voller Erfolg! Die Begeisterung der Junior Ranger erweckt auch die Sympathien ihrer Familien für den Nationalpark. Das Projekt hat dem Nationalpark Lahemaa einen soliden Rahmen gegeben, nach Projektende sowohl die Arbeit an der Ausstellungsentwicklung als auch die Naturerziehungsaktivitäten im Park weiter voranzutreiben.

Förderzeitraum: 04.09.2002 - 31.03.2006 (3 Jahre und 7 Monate)
Fördersumme: 90.823,00
Förderbereich: III.8.1
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Naturschutz, Umweltkommunikation
Publikationen: