Untersuchung des Filterbettes und Optimierung der Spültechnik der CAPTURA-Filteranlage zur Aufbereitung von Schwimmbadwässern

Aktenzeichen 20587/02
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
Abschlussbericht: DBU-Abschlussbericht-AZ-20587.pdf (16.09 MB)
Projektträger: Aquila Wasseraufbereitungstechnik GmbH
Willi-Brandt-Str. 9
97877 Wertheim
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Telefon: 09342/8571-0
Internet: http://www.aquila-wasser.de
Bundesland: Baden-Württemberg
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Um bereits vor dem Einsatz der Captura-Filter im Nettebad eine Optimierung der Spültechnik zu erzielen und mögliche Problemzonen der Filter zu erkennen, sollen wissenschaftliche Versuche an der FH-Osnabrück durchgeführt werden. Dabei soll zum Einen der Wasserverbrauch so niedrig wie möglich gehalten werden, zum Anderen muss eine sichere Reinigung des Filters gewährleistet sein.
Ziel ist es, bei einer sicheren Reinigung des Filters und einem schnellen Schaumaustrag, den Wasserverbrauch zu minimieren. Weiter besteht die Möglichkeit den Filterbettaufbau zu optimieren.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Fachhochschule Osnabrück führt Versuche zur Darstellung und Optimierung der Strömungsverhältnisse und Düsenanordnung in einem Captura-Filter durch und stellt Vergleiche mit den im Moskaubad eingesetzten Filter an. Diese werden mit den visuellen Untersuchungen des Captura-Filters verglichen und die Unterschiede heraus gearbeitet. Bei den Versuchen im Schinkelbad wird besonders die Filterleistung (Reinigungswirkung) beobachtet, hierbei wird auch die Filterbetthöhe variiert. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen zu einer weiteren Optimierung des Spülvorganges und einer Vermeidung von möglichen Totzonen führen. Es werden hierbei Untersuchungen in acht verschiedenen Betriebszuständen und Druckverlustmessungen bei drei verschiedenen Spülvorgängen durchgeführt.

Für die Versuche im Labor für Verfahrenstechnik wird ein Captura-Filter mit den benötigten Pumpen und Anschlüssen, sowie einem Vorlagenbehälter, im Labor für Verfahrenstechnik der Fachhochschule Osnabrück aufgebaut. Der Filter, sowie Pumpen und Armaturen werden von der Firma aquila gestellt.


Ergebnisse und Diskussion

Die mit der theoretischen Methode ermittelten Strömungsprofile haben sich annähernd in den praktischen Versuchen widergespiegelt. Die Strömungsabweichungen innerhalb des Filters belaufen sich auf unter
10 %. Es konnten keinerlei Totzonen festgestellt werden. Die Versuche im Labor haben weiter ergeben, dass durch die hohe Düsenzahl und deren Anordnung auf die Stützschicht verzichtet werden kann. Es wird während der Spülung bis auf den Düsenboden und damit auch zwischen den Düsen fluidisiert. Der Entfall der Stützschicht wurde in die Praxis übernommen.

Die praktischen Versuche im Moskaubad haben eine hervorragende Praxistauglichkeit ergeben. Reduzierungen von Filterschichten sind grundsätzlich möglich. Auch mit reduzierten Schichten konnten die erforderlichen Werte nach DIN 19643 stets eingehalten werden. Die Reduzierung der Chloramine ist annähernd linear mit der Filterschichthöhe. Die Trihalogenmethane wurden im korrespondierenden Projekt 20587/1 untersucht. Die Reduzierung der Filterschichten ist bei Bädern mit einem hohen Trihalogenmethanbildungspotential nicht zu empfehlen.
Die Spülversuche im Moskaubad haben einen nachlaufenden Keimaustrag ergeben. Als optimale Spülwassermenge bei hohen Wassertemperaturen wurden 3 bis 3,25 m³/m² ermittelt. Bei niedrigeren Temperaturen kann man diese noch reduzieren.

Die gleichmäßigere Durchströmung des Captura zieht nach sich, dass keinerlei Verwerfungen des Filterbetts zu finden sind. Die im Moskaubad verwendeten Druckfilter haben dagegen starke Verwerfungen des Filterbetts. Diese werden durch die Einbauten im Filter hervorgerufen. Auch eine stärkere Verkeimungsneigung durch Rückhalt von Verschmutzungen an den Einbauten wurde ermittelt.
Um annähernd gleiche Spülergebnisse zu erzielen wurden bei den Drucksandfiltern bis zu drei mal soviel Wasser verbraucht. Die durchgeführte Untersuchung zeigt, dass die Captura-Filter bei der Spülung gleichmäßiger und besser durchgeströmt werden als die Drucksandfilter. Dadurch wird ein besserer Schmutzaustrag gewährleistet.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Mehr als 10 Artikel in Fachzeitschriften in insgesamt 5 europäischen Ländern. Vorstellung bei dem Technischen Ausschuss während dem Kongress der Gesellschaft des Deutschen Badewesens 2007 in Trier, Vorstellung beim Schwimmbadseminaren Dr.Jentsch, bei den 1. Osnabrücker Bädertagen 2008, Internetpräsenz unter www.captura.eu, Vorab Vorstellung bei der Interbad 2006 und Komplettvorstellung bei der Interbad im Oktober 2008.


Fazit

Die theoretischen Ansätze, wie einbautenfreie Rohwasserkammer, umlaufende Schmutzabzugsrinne und das Unterdruckprinzip weisen gegenüber der Drucksandfiltration erhebliche Vorteile auf. Ökologische Vorteile sind realisierbar. Eine ökonomische und auch ökologische Bilanzierung wird im korrespondierenden Projekt 20587/1 vorgenommen.

Förderzeitraum: 17.02.2004 - 17.11.2004 (9 Monate)
Fördersumme: 57.164,00
Förderbereich: I.1.2
Themengebiet: Umwelttechnik
Stichworte: Umweltforschung, Klimaschutz, Umwelttechnik, Ressourcenschonung
Publikationen:
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