Aufbau eines kirchlichen Zentrums für Umweltbildung und die Nutzung erneuerbarer Energien

Aktenzeichen 18014/01
Zusammenfassung / Abstract:
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Projektträger: Evangelisch-Lutherische Kirche in BayernDer Beauftragte für Umwelt- und Klimaverantwortung
Marsstr. 19
80335 München
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Telefon: 089/54821911
Internet: http://www.bayern-evangelisch.de
Bundesland: Grenzüberschreitend
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Es ist Ziel des Projektes, mit Seminaren und praktischen Umweltkursen zur Bildung eines ökologisches Bewusstseins und zu konkreten Umweltmaßnahmen in den tschechischen Kirchen und darüber hinaus in der Gesellschaft beizutragen. Die orthodoxe Akademie wird durch die Arbeit des Zentrums vor allem über die Nutzungsmöglichkeiten von erneuerbaren Energien informieren und beraten, sowie zur vermehrten Anwendung dieser Technologien im Lande, insbesondere in der Region Mähren, beitragen. Mit seiner Bildungs- und Beratungsarbeit möchten es zunächst innerkirchlich, dann zunehmend in die gesamte Gesellschaft hinein wirken. Parallel soll zu einer erneuten theologisch-ethischen Reflektion der Umweltproblematik angeregt werden. Gerade dem spirituellen Erbe der Orthodoxie kommt eine hohe Schöpfungsrelevanz zu, die jedoch noch so gut wie gar nicht für moderne ökologische Fragestellungen erschlossen ist. Der andere Pol der Zentrumsarbeit ist sehr praxisorientiert, nämlich die kräftige Erhöhung des Bekanntheitsgrades von regenerativen Energiequellen, ihrer Akzeptanz und Verbreitung in der Tschechischen Republik. Darüber hinaus ist die Bildungsarbeit der Akademie seit je, so auch im genannten Projekt, auf Vernetzung mit den Kirchen der mittel- und osteuropäischen Nachbarländer angelegt. - Maßgeblicher An-lass des Projektes ist die offenkundige Bedarfslage auf allen genannten Aktionsfeldern.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenWährend der zwei Projekt-Jahre wird die bereits laufende thematische Umweltbildungs-Arbeit fortgesetzt und intensiviert und zugleich der jeweilige Ausbau-Grad der technischen Installationen für erneuerbare Energien in die Kursangebote erfahrungs- und praxisorientiert einbezogen. - Die Bildungs-Veranstaltungen werden dabei beweglich auf unterschiedliche Module und deren bedarfs- und zielgruppengerechte Kombination aufbauen (z. B.: Informations-Seminare, Theorie-Praxis-Seminare, Workshops, Exkursionen, Datenbank-, Dokumentations- und Ausstellungs-Aufbau, Dienstleistungs- und Beratungs-Arbeit). - Alle genannten Veranstaltungsformen wenden sich, einzeln oder in Kombinationen, an eine bewusst große Bandbreite von Zielgruppen und Schritten, jedoch innerkirchlich beginnend mit Mitarbeitern möglichst hoher Entscheidungs- und Multiplikations-Ebenen, dann ausgreifend auf säkulare Zielgruppen (Mittelstand, Schulen und Berufsbildungs-Einrichtungen, gewerbliche und Umwelt-Verbände, NGOs) mit zunehmend sich verstetigendem Beratungsangebot insbesondere in der Region Mittelmähren, schließlich einfließend in das europäische Netzwerk kirchlicher Umweltinitiativen (das - nicht zufällig - 1998 nach der Europäischen Kirchenkonferenz von Graz in der Akademie von Vilemov gegründet wurde!).


Ergebnisse und Diskussion

Der Aufbau eines kirchlichen Bildungs- und Demonstrations-Zentrums für die Nutzung erneuerbarer Energien an der Orthodoxen Akademie Vilémov
Die Vorgeschichte: 1995 Gründung einer Orthodoxen Akademie im Vilémover Gorazd-Zentrum Aufgabenstellung: den Dialog Kirche - Gesellschaft in der Tschechischen Republik und in Europa stärken. Erste ökologische Elemente waren: eigene Wasserkläranlage, teilw. Wärmedämmung, kleines Solarsystem. 1996 Seminar Ökologie und Spiritualität. Dennoch: für die Gläubigen ist die ökologische Problematik offensichtlich Randfrage ohne Alltagsbezug. Folgerung: selber mit gutem ökologischen Beispiel vorangehen. Theorie und Praxis verbinden! Dabei wurde bald die zentrale Rolle der Energiefragen erkannt. Ein Markstein für die Akademiearbeit war die Gründung des Europäischen Christlichen Umweltnetzwerkes (ECEN) 1998 in Vilémov!
Der Entschluss: Die geschilderten Vorläufer-Aktivitäten und Erfahrungen haben die Akademieleitung (Direktor Mgr. Roman Juriga), den Akademiepräsidenten (Erzbischof Kryštof) und den Koordinator ökol. Projekte (Juraj Ondrášek) bewogen, sich für einen gezielten Ausbau der Umweltbildungs-Möglichkeiten im Bereich der Energiefragen, insbesondere der erneuerbaren Energien entschieden sowie für praktische Beispiele (nicht nur theoretische Kenntnisse!) und diese in realitätsnahen Größenordnungen! Die Förderung: Anfang 2000 wurde die Förderung der geplanten Erweiterung der Umweltbildungsmöglichkeiten durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt bewilligt! Sie hat ermöglicht, dass folgende funktionierende Anlagen für die Nutzung erneuerbarer Energie Herzstück unseres kirchlichen Umweltbildungs-Zentrums wurden: zwei thermische Solarsysteme (mit 500 und 1000 Litern Kapazität), eine Windkraftanlage (Fuhrländer FL100) mit einer Nenn-Leistung von 100 kW, eine Holzpellets-Anlage zur Beheizung des Umwelt-Büros mit Biomasse (Leistung: 25kW) sowie zwei Photovoltaik-Anlagen für Solarstromerzeugung (Leistungen: 115W und 1,2 kW). Mit Wasserkraft-Betreibern bestehen Kooperations-Absprachen. Sämtliche Anlagen sind von relevanter Größenordung, vor allem aber: als Unterrichtssysteme konzipiert und deshalb durchweg mit Anzeigemöglichkeiten ausgestattet. Sie machen auch die real erzielten Umweltentlastung u. Kostensenkungen belegbar: Die Atmosphäre um rund 200 t Kohlendioxyd jährlich entlastet. Die Energieeinsparungen bzw. Eigenerzeugungen machen die Akademie faktisch energie-autark, das Energiebudget kann aus einem Kosten- zu einem neutralen oder gar Einnahme-Faktor werden!
Unsere Ziele:
1. Ausbildung und Beratung.
2. Zur Nachahmung anspornen.
3. Unterstützung bei der Realisierung ökologischer Vorhaben geben.
4. In der Umwelt-Bildungsarbeit theologisch-ethische Fundierung, Bewusstseinsbildung, Sachkompetenz und Handlungsorientierung verbinden.
5. Bei aller Konzentration auf kirchliche Belange und auf die Region (Mähren) für die Gesamtgesellschaft und für internationale Kooperation offen bleiben.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Herr Juriga, Leiter der Akademie, ist für seine Kirche Rundfunkmitarbeiter und hält regen Kontakt zu den Printmedien. Vor allem seit der Einweihung der Windkraftanlage Anfang 2003 ist das Öffentlichkeitsinteresse an der Akademiearbeit und ihren ökologischen Einrichtungen deutlich gewachsen. Dies schlägt sich nieder in Teilnehmerzahlen, in Besichtigungs- und Beratungsanfragen und in der Aufmerksamkeit maßgeblicher Vertreter des öffentlichen Lebens: vom Erzbischof über den Umweltminister bis hin zu NGOs. - Vgl. beiliegenden (tschechischen) Pressespiegel.


Fazit

Dass Ende 2002 die Tschechische Republik eine Einladung zum EU-Beitritt erhielt und sich dabei verpflichtet hat, bereits 2010 12 % ihres Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen zu decken, ist eine Bestätigung unseres Weges und eine ermutigende Perspektive für unsere Weiterarbeit.Wir sind überaus dankbar für die grundlegende Förderung unseres kirchlichen Bildungs- und Demonstrations-Zentrums für die Nutzung erneuerbarer Energien durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt! Ohne diese Unterstützung hätten wir das Gesamtprojekt nicht gewagt. Sie hat auf schier prophetische und sehr konkrete Art die jetzt beschlossene EU-Osterweiterung in schönster Weise vorweggenommen. - Einmal auf den Weg gebracht, kamen dann im laufenden Projekt zusätzliche Hilfestellungen hinzu: durch den staatlichen Umweltfonds, die Windkraftfirma Fuhrländer, das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland.Nun kann das Angebot unserer ökologischen Seminare, Kurse und Beratungen auf einer breiten, demonstrationsstarken Basis erfolgen. Sie gibt im besten Sinne ökologische Glaubwürdigkeit und Plausibilität. Sie hilft entscheidend, Umweltbildungs-Inhalte zu vertiefen und nachhaltig zu sichern. Das spürbar gewachsene Medien- und Teilnehmerinteresse ist für unseren Weg eine zusätzliche Bestätigung.

Förderzeitraum: 01.01.2001 - 30.06.2003 (2 Jahre und 6 Monate)
Fördersumme: 100.724,50
Förderbereich: III.11.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltforschung, Umweltkommunikation, Klimaschutz
Publikationen: