Durchführung einer Tagungsreihe: Nachhaltige Entwicklung und Bildung in Evangelischen Akademien

Aktenzeichen 16416/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.11 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Evangelische Akademien in Deutschland (EAD) e. V.
Auguststr. 80
10117 Berlin
weitere Projekte aus der Umgebung
Telefon: 07164/79-230
Internet: http://www.ekd.de/akademien/
Bundesland: Bundesrepublik Deutschland
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

· den Nachhaltigkeitsgedanken als Gestaltungschance im Bildungsbereich weiter zu verankern, Beiträge zur Konzeptionsdiskussion und zur konkreten Praxis zu leisten.
· Ansprache neuer Zielgruppen
· Entwicklung und Reflexion von Schwerpunkten der diskursiven und konzeptionellen Weiterentwicklung von Bildungsansätzen im Nachhaltigkeitskontext
· Gewinnung und Qualifizierung von Multiplikatoren in regionalen Kontexten
· Vorstellung und Diskussion von Methoden und Ansätzen für neue Verhaltens- und Handlungsperspektiven in der Bildung und in der nachhaltigen Lebenswelt
· Formulierung von Anforderungen an fördernde, politische Rahmenbedingungen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Vier Akademietagungen zwischen Mai 1999 und Oktober 2000:
· Zukunftsfähige Gesellschaft und innovative Bildung.
Pädagogische Konzepte zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung
Evangelische Akademie Iserlohn
· Landschaftsplanung und Bürgerbeteiligung
Vom ökologischen Wissen zum verantworteten Planen
Evangelische Akademie Hofgeismar
· Nachhaltigkeit als Dorf- und Stadtgespräch
Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in lokalen und regionalen Agenda 21-Prozessen
Evangelische Akademie Bad Boll
· Nachhaltig bilden
Nachhaltige Bildung als Gesamtrahmen einer neuen Lernkultur
Evangelische Akademie Tutzing
2. Inhaltliche Auswertung und Zusammenfassung zu einem Grundlagenband zum Verhältnis von Bildung und Nachhaltigkeit. Publikation


Ergebnisse und Diskussion

Die Ergebnisse und Diskussionen des Projektes sind in einer umfangreichen Publikation zusammengefasst. (siehe unten):
Sie verweist auf das vielfältig verwobene Beziehungsgeflecht zwischen dem Nachhaltigkeitskonzept und seine Einführung und Umsetzung im Bildungsbereich und Wissensmanagement aus sehr unterschiedlichen Zugängen, Fragestellungen, Theorie - Praxis - Zusammenhängen und Erfahrungshintergründen. Das Nachhaltigkeitskonzept ist mit dem Einstieg in ein lebenslanges Lernen im Sinne eines selbstorganisierten und kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gekoppelt, und wird somit zum Innovationsfaktor für die Umgestaltung der unterschiedlichen Bildungsfelder und Lernorte. Es werden Motivations- und Reflexionshilfen, aber auch konkrete Gestaltungsanregungen und -strategien angeboten für die Umgestaltung unseres an den Standards der Wettbewerbs- und Konsumgesellschaft orientierten pädagogischen Systems. Es wird deutlich, dass umfassende Um-Orientierungs- und Lernprozesse hin zu einer neuen Sozialkultur gesellschaftlicher Eigeninitiativen notwendig sind, die die Vermittlung von fächer- und länderübergreifenden Querschnittzusammenhängen voraussetzt. Retinität im Sinne einer Gesamtvernetzung wird vor diesem Hintergrund zum Leitbegriff.
Das Nachhaltigkeitspostulat stellt veränderte Anforderungen an die Wissensbestände von Individuen und Gesellschaft, und führt auch zu einem neuen Verständnis von Allgemeinwissen. Die Umsetzung des Nachhaltigkeitsansatzes in die Wirklichkeit der Lebensstile und -gefühle der Menschen weist den Weg zu einer neuen kulturellen Orientierung der Gesellschaft mit veränderten, auf die Leitziele ökologische Ressourcenschonung und Verteilungsgerechtigkeit bezogenen Werten.
Die nachhaltige Entwicklung einer Region ist in wesentlichen Bereichen eine Bildungsaufgabe. In den Beispielen des Projektes werden Strategien, Methoden, Qualifikationsanforderungen, Qualitätskriterien und nicht zuletzt die politischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen von Prozessen der lernenden Region deutlich. Dazu gehören auch Formen, Ansätzen und übertragbaren Beispielen eines Sozialmar-ketings für die Nachhaltigkeit als ergänzende Form zum Bildungsangebot. Nachhaltigkeit soll Spaß und nicht nur schlechtes Gewissen machen, soll Gewinn- und nicht nur Verzichtsperspektiven eröffnen, soll als zukunftsweisende Erfolgsstory erlebt werden statt als Katastrophenabwehr.
Zentral bleibt dabei die Berücksichtigung der Komplexität des Nachhaltigkeitsgedankens: in der Zusammenführung von Ökologie und Gerechtigkeit liegt die großartige Chance des Nachhaltigkeitsansatzes: lokal und global, aktuell und bezogen auf die kommenden Generationen. Und gerade in der Betonung und Vermittlung dieses Zusammenhanges bestehen Aufgabe und Chancen einer auf nachhaltige Entwicklung bezogenen Bildung.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Publikation:
Bildung und Lernen im Zeichen der Nachhaltigkeit. Konzepte für Zukunftsorientierung, Ökologie und soziale Gerechtigkeit, Wochenschau Verlag, Schwalbach/Ts. 2002 Präsentation des Bandes auf der Buchmesse Leipzig 2002 und einer Fachtagung im Juni 2002 in der Evangelischen Akademie Iserlohn


Fazit

Absicht des Projektes Nachhaltige Entwicklung und Bildung war es, den Nachhaltigkeitsgedanken als Gestaltungschance im Bildungsbereich weiter zu verankern, Beiträge zur Konzeptionsdiskussion und zur konkreten Praxis zu leisten. Wissen, Lernen und Bildung sind zentrale Voraussetzungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Deshalb wird die Diskussion um eine Nachhaltigkeitsbildung, die keine neue Bindestrichpädagogik, sondern strukturelles Gestaltungselement und Leitbild zugleich ist, weiterge-hen ebenso wie die Praxis nachhaltigen Lernens als eine hoffentlich immer wieder überraschende und stets auf Neue zu beginnende Suchbewegung.

Förderzeitraum: 18.05.1999 - 31.12.2000 (1 Jahr und 7 Monate)
Fördersumme: 57.165,50
Förderbereich: III.11.1
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen: