Umweltkommunikation und Mitarbeiterqualifizierung im Qualifizierungsverbund Energieversorgung von kleinen und mittleren Unternehmen

Aktenzeichen 16288/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.11 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Carl von Ossietzky Universität OldenburgBetriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspädagogik

26111 Oldenburg
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Telefon: 0441/798-4130
Internet: -
Bundesland: Niedersachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Aktuelle Forschungen und Arbeiten zur Verschränkung von Umweltkommunikation und Umweltbildung zeigen, dass Umweltbildung im Medium der Umweltkommunikation immer nur in bestimmten Themenfeldern gelingen kann und dass diese eng mit unternehmensspezifischen Auslösern, Strategien, organisatorischen und marktlichen Kontexten der umweltbezogenen Unternehmenskommunikation zusammenhängen. Das Vorhaben setzt daher an der Einrichtung eines Qualifizierungsverbundes von KMU entlang der Wertschöpfungskette Energieversorgung an. Es zielt ab auf eine kooperative Bearbeitung von drei Modulen bestehend aus insgesamt 16 Qualifizierungsbausteinen und deren Aufbereitung für eine Internetpräsentation. Die wissenschaftliche Begleitung stützt sich auf betriebliche Intensivanalysen, auf deren Grundlage Qualifizierungsbedarfe der KMU ermittelt werden und die Voraussetzungen und Bedingungen von Umweltkommunikation und Prozesse dokumentiert werden können. Die Evaluation einzelner Bausteine, der internetbasierten Lernumgebung sowie der Möglichkeiten dialogischer Umweltkommunikation via Internet erfolgt prozessbegleitend mit Hilfe von projektbegleitendem Modulfeedback, standardisierten Fragebögen, wissenschaftlichen Analysen, diskursiven Analysen sowie dem Instrument der Zielscheibe.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projektvorhaben gliedert sich in eine Vor- und eine Hauptphase. In der Vorphase wurden durch Eingangsgespräche, problemzentrierte standardisierte Befragungen, einzelbetriebliche Intensivanalysen und eine diskursive Evaluation bei einem Werkstattgespräch umweltbezogene Qualifizierungsbedarfe von KMU gewonnen, d. h. kommunikationsrelevante Handlungs- und Themenfelder ermittelt. Beim Werkstattgespräch wurden diese Handlungs- und Themenfelder in Form von Zielvereinbarungen konkretisiert, die es in der Hauptphase umzusetzen galt. In der Hauptphase wurden schließlich 16 Qualifizierungsbausteine zu den Modulen Energie, Einkauf und Entsorgung sowie Kommunikation & Mitarbeitermotivation für das internetbasierte Wissens- und Lernsystem www.uk-mq.de entwickelt. Die Forschungsergebnisse wurden während der Projektlaufzeit fortlaufend publiziert.


Ergebnisse und Diskussion

Im Laufe des Projektes ist ein virtuelles Netzwerk kooperativer Selbstqualifizierung geschaffen worden. Dabei ist eine internetbasierte Wissens- und Lernumgebung mit folgenden Qualifizierungsbausteinen zu den einzelnen Modulen (s. o.) entstanden:
Energie: Eckpunkte dieses Moduls sind die Bereiche Zukünftige Marktchancen alternativer Energien und Effizienter Energieeinsatz. Zu den Bausteinen des Moduls zählen Praxisbeispiele zum effizienten Energieeinsatz, Schulungsunterlagen zum Thema Holzpellets, ein Quellenpool Alternative Energien sowie der Baustein Zukunftschancen alternativer Energien.
Einkauf und Entsorgung: Dieses Modul bietet Basisinformationen zu besonders relevanten Beschaffungsbereichen an. Es wird zudem über Links ein leichter Zugang zu Informationen zu verschiedenen Institutionen angeboten. Bei den einzelnen Bausteinen handelt es sich um die Beschaffungsbereiche Büro, Gebäudeausstattung, Fahrzeugwesen, Energiemanagement sowie Ver- und Entsorgung.
Kommunikation und Mitarbeitermotivation: Ausgangslage dieses Moduls ist, dass bisher den KMU nur wenige Instrumente vorliegen, die konkrete Arbeitshilfen und Unterstützung bieten, wenn es darum geht, Umweltkommunikation in den Arbeitsalltag der Unternehmen zu integrieren. Deshalb ist dieses Modul als ein Werkzeugkasten mit Bauteilen für Problemlösungen angelegt, der aus folgenden Bausteinen (Werkzeugen) besteht: Umweltkommunikation - wozu und wie?, Wo stehen wir? Wo wollen wir hin? - Möglichkeiten zur Selbstbeschreibung von Umweltkommunikation in Unternehmen. Betrieblicher Umweltschutz - von der Idee zur Umsetzung, Wo lässt sich Umweltschutz gewinnbringend durchführen?, Umweltschutzziele systematisch finden!, Qualitätssicherung des Umweltschutzes in drei Schritten!, Umweltschutz belohnen: Beispiele, Erfahrungen und Selbsteinschätzung, Das eigene Engagement präsentieren - mit Umweltschutz werben.
Die Evaluation für die einzelnen Bausteine hat ergeben, dass diese insgesamt positiv und größtenteils als gelungen bewertet worden sind. Die Ergebnisse der Evaluation der Projekthomepage insgesamt zeigt Verbesserungspotenzial auf - insbesondere bezogen auf strukturelle Aspekte. Diese Verbesserungen gilt es kurzfristig vorzunehmen. Die Evaluation der dialogischen Kommunikation hat ergeben, dass diese eher schleppend verlaufen ist. Gründe dazu wurden vor allem im Problem der schriftlichen Kommunikation in virtuellen Foren, in der Schwierigkeit der Auslotung der inhaltlichen und kommunikativen Ebene in Kommunikationsprozessen unterschiedlicher Akteure, im Selbstbild der KMU als Hemmnis für aktive Umweltkommunikation gesucht bzw. aufgezeigt. Zukünftig wird dennoch erneut ein Diskussi-onsforum auf der Plattform eingerichtet. Es soll weiterhin versucht werden, dialogische Umweltkommunikation zwischen unterschiedlichen Akteuren über ein virtuelles Forum zu initiieren.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Es liegen 18 Veröffentlichungen vor, die im Zusammenhang mit dem Projekt entstanden sind (genaue Titel siehe Endbericht). Hervorgehoben sei insbesondere die Kooperation mit der Fachzeitschrift Der Umweltberater vom oekom-Verlag. Die Verbreitung der Projektergebnisse erfolgte zudem über eigens durchgeführte Veranstaltungen (während der Hauptphase ein Workshop und die Abschlussveranstaltung) sowie die Teilnahme an Tagungen und Workshops, wie an der Fachtagung Berufsbildung für eine nachhaltige Entwicklung, 26./27.03.2003 in Osnabrück, dem Workshop des Projektes MIMONA am 25.05.04 in Hannover, der Herbsttagung der Sektion Berufs- und Wirtschaftspädagogik im Oktober 2004 in Siegen sowie dem Workshop im BIBB am 12./13.10.04 Beratung und Früherkennung im Kontext nachhaltiger Entwicklung. Außerdem werden die Ergebnisse über die Verlinkung mit anderen Homepages verbreitet.


Fazit

Ein virtuelles Netzwerk kooperativer Selbstqualifizierung konnte im Rahmen einer internetbasierten Wissens- und Lernumgebung mit Qualifizierungsbausteinen zu den Modulen Energie, Einkauf und Entsorgung sowie Kommunikation und Mitarbeitermotivation geschaffen werden. Bei der Projektumsetzung sind einige fördernde und hemmende Faktoren offensichtlich geworden, die sich wie folgt zusammenfassen lassen: Fördernde Faktoren: konsensuelle Themenfindung in der Vorphase des Projektes gemeinsam mit den Projektpartnern; persönlicher Kontakt zwischen dem Projektteam und den Kooperationspartnern während des Projekts; die Workshops, auf denen sich die Kooperationspartner untereinander auf bedeutsame Handlungsziele und Kooperationen orientieren konnten. Hinderliche Faktoren: die Belastungen des Arbeitsalltages, die Fragen der Umweltkommunikation und umweltbezogener Mitarbeiterqualifizierung in den Hintergrund treten lassen; die unterschiedlichen Kommunikationsebenen und -gewohnheiten in den verschiedenen Institutionen; die schleppende Kommunikation via Internet bzw. zwischen den Projektpartnern außerhalb der projektinduzierten Gespräche und Workshops sowie die Konkurrenzsituation zwischen einzelnen Unternehmen.

Förderzeitraum: 01.01.2002 - 30.04.2005 (3 Jahre und 4 Monate)
Fördersumme: 337.452,64
Förderbereich: III.9.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen: