Aufbau eines modellhaften regionalen Umweltbildungssystems in Nord-Böhmen - deutsch-tschechisches Kooperationsprojekt zur Umweltentlastung

Aktenzeichen 12842/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
Abschlussbericht: Kein Treffer. Bitte versuchen Sie noch die Suche im OPAC.
Projektträger: econturInternationale Agentur fürnachhaltige Projekte GmbH
Jakobistr. 20
28195 Bremen
weitere Projekte aus der Umgebung
Telefon: 0421/669709-55
Internet: -
Bundesland: Grenzüberschreitend
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das Projekt soll zur Verbesserung der Umweltbildung in der ganzen Region Nord-Böhmen beitragen und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Umweltsituation leisten. Ein Modell regionaler Umweltbildung wird in zwei Distrikten aufgebaut. Eingeschlossen sind Experten, die das Projekt vor Ort umsetzen, die Bildung eines Netzwerks von Organisationen und Einzelpersonen sowie die Entwicklung von Umweltbildungsprogrammen für die Lehrerfortbildung und für Schulen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Aufbau der Projektinfrastruktur durch systematische Einführung des Projektpartners in das Projektmanagement.
2. Aufbau eines regionalen Umweltprogramms durch
Vernetzung von Organisationen, Experten und Schulen,
Durchführung von Fortbildungsprogrammen
3. Erstellung von Materialien.
4. Stärkung der bildungspolitischen Voraussetzungen. Umweltbildung durch Lobbyarbeit bei Behörden


Ergebnisse und Diskussion

Zwei Ziele wurden definiert: die Umweltbildung in zwei Distrikten der Tschechischen Republik aufzubauen und Anstöße zur Verbesserung der Umweltsituation im Schwarzen Dreieck zu geben. Das erste Ziel ist erreicht, das zweite konnte nur in ersten Ansätzen erreicht werden. Hier gibt es ermutigende Anfänge, die aber weiter zu verfolgen sind. Um die Umweltsituation in einem so großen Gebiet wie dem Schwarzen Dreieck zu verbessern, ist mehr nötig als eine Umwelterziehung, die sich in den Schulen erst etab-liert. Umweltbildung kann einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Bewusstseinsbildung der BürgerInnen leisten und trägt mindestens indirekt zur Umweltverbesserung bei.
Verbesserung des Umweltbildungsangebotes in den Schulen:
Umweltbildung hatte in der vorhandenen Unterrichtsstruktur des Landes einen schweren Stand. Dies ist durch die Einführung eines Wahlpflichtbereiches Mensch und Natur erheblich besser geworden. Es fehlen aber Unterrichtsmaterialien und eine thematische Beschreibung. Eine kontinuierliche Weiterarbeit und Kooperation mit SEVER und anderen Organisationen in der Tschechischen Republik ist empfeh-lenswert.
Produktion von Arbeitsmaterialien:
SEVER hatte wenig Erfahrung in der Erstellung von Lehr- und Lernmaterialien. Das hat sich geändert, man braucht aber noch die Unterstützung und Erfahrung Dritter. Auch die Erfahrungen mit Rucksack und Koffer sind positiv: die Produktion von Praxismaterialien von hoher Qualität ist bei der jetzigen Aus-stattung tschechischer Schulen ein unbedingtes Muss.
Lehrerfortbildung:
Die Erwartungen am Anfang des Projektes waren realistisch. Die Notwendigkeit einer systematischen Fortbildung wird deutlich, sie war nur in Ansätzen zu verwirklichen, da während des Projektverlaufs im ganzen Land die Stundenzahl für Lehrer erhöht wurde. Da Lehrerfortbildung nicht Pflicht sondern eine freiwillige Zusatzleistung ist, war diese Maßnahme, nicht gerade motivierend. Positiv zu bewerten ist die Unterstützung der Behörden und Schuldirektoren, die im Laufe des Projektes erheblich zugenommen hat.
Zusammenarbeit mit Ministerien und Behörden:
Unsere Erfahrung war für SEVER eine große Hilfe. Wir zollen unserer Partnerorganisation ein Lob für die Zähigkeit und Zielstrebigkeit, mit der sie diese Zusammenarbeit verwirklicht hat. Es ist eins, jemandem einen Rat zu geben, dies oder jenes zu tun oder zu lassen, es steht auf einem anderen Blatt, diesen Rat in die nicht immer leicht zu verwirklichende Tat umzusetzen. Dies ist SEVER wirklich gelungen. Die Ministerien haben das Projekt zwar wahrgenommen, sind aber noch weit davon entfernt, die erfolg-reichen Teile des Projektes zu übernehmen oder einzuführen. Um das Interesse in Taten umzuwandeln, braucht es eine konsequente Weiterführung der Aktivitäten.
Verbesserung der Umweltsituation im Schwarzen Dreieck:
Obwohl wir unsere Partnerorganisation immer wieder auf diesen wichtigen Aspekt des Projektes ansprachen, gab es - ausnahmsweise - wenig positive Reaktionen. Grund war sicherlich der große Einfluss, den das Projekt auf die innere Organisation ausübte. Auch ist es für Anfänger in der Umwelterziehung schwierig, die politischen Implikationen seines Tuns richtig einzuschätzen, denn die gesellschaftlich-politische Tradition ist eine andere als bei uns. Diese gilt es bei dem Partner ebenso zu berücksichtigen wie die Tatsache, dass die (Umwelt)-Bildungsarbeit erst nach einer gewissen Zeit politisch werden kann. Das haben wir bei diesem Projekt unterschätzt. Dass Anfänge aber trotzdem erreicht sind, zeigt der Erfolg des Abfallprojektes.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Regional war das Projekt vor allem in Zeitungen und über den regionalen Radiosenden Cesky Rozhlas in Hradec Kralove gut vertreten. Präsentiert wurde das Projekt beim Ministerium für Umwelt und Bildung, bei regionalen Verwaltungen und auf 7 Tagungen und Kongressen.


Fazit

Es wurde deutlich, dass diese Art der Umweltbildung für die Tschechische Republik eine Innovation bedeutet und einer Fortsetzung bedarf, auch in finanzieller Hinsicht, wenn diese Resultate nicht umsonst gewesen sein sollen.

Förderzeitraum: 11.03.1998 - 06.11.2000 (2 Jahre und 8 Monate)
Fördersumme: 92.467,14
Förderbereich: III.8.1
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen: