Aufbau des Nationalparkhauses Sächsische Schweiz - Umweltinformationszentrum in der Nationalparkregion Sächsische Schweiz (Bad Schandau)

Aktenzeichen 12381/01
Abschlussbericht:
Projektträger: Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt
Riesaer Str. 7
01129 Dresden
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Telefon: 0351/81416-774
Internet: -
Bundesland: Sachsen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das Vorhaben umfasst Planung, Aufbau und Erprobung des Nationalparkhauses in Bad Schandau als Besucherzentrum sowie Begegnungs- und Bildungsstätte der Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz. Während mit dem Besucherzentrum insbesondere Urlauber auf einen erlebnisreichen Besuch im Nationalpark vorbereitet werden sollen, wendet sich die Begegnungs- und Bildungsstätte vorrangig an Einwohner des Elbsandsteingebirges. Ziel ist es, einen zukunftorientierten Umgang mit Natur und Umwelt in Verbindung mit wirtschaftlicher Entwicklung und sozialer Gerechtigkeit (Erarbeitung und Umsetzung einer Regionalen Agenda 21) anzuregen. Besondere Zielsetzung des Vorhabens ist der Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Tschechischen Republik in Naturschutz und Regionalentwicklung.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Wahl des Standortes fiel auf das ehemalige Kinogebäude in Bad Schandau, einem zentralen Ausgangspunkt für Unternehmungen in der Region. Die Baumaßnahme wurde unter Federführung des Vermögens- und Hochbauamtes im Auftrag des Freistaates Sachsen durchgeführt. Das ökologische Energiekonzept und die spezifischen Nutzeranforderungen wurden in Abstimmung zwischen Hochbauamt und Sächsischer Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) umgesetzt. Bei der Innengestaltung waren die Schaffung einer hellen und freundlichen Atmosphäre und die Anwen-dung moderner museumspädagogischer Methoden die wichtigsten Leitlinien. Die Entwicklungen der letzten Jahre auf dem Gebiet der Umweltbildung wurden bei Konzeption und Umsetzung der Ausstellungen sowie der Veranstaltungen der Begegnungs- und Bildungsstätte angewandt.
Projektablauf:
1.4.1998 Projektbeginn
III-IV/98 Ausführungsplanung Gebäude, erste Konzepte zur Innengestaltung
I-IV/99 Baubeginn, Vergabe Multivisionen
I-III/00 Bauausführung, Ausschreibungen zur Innengestaltung
IV/00-II/01 Abschluss Rohbau, Beginn Einbau Felswand
III-IV/01 Abschluss Baumaßnahme und Einbauten, Erprobungsphase


Ergebnisse und Diskussion

Das Projekt wurde mit leichten Verschiebungen zwischen den Projektphasen durchgeführt und erfolgreich nach zweimonatiger kostenneutraler Verlängerung abgeschlossen. Wie geplant konnte das Haus zum zehnjährigen Bestehen des Nationalparks Sächsische Schweiz im Oktober 2001 eröffnet werden.
Planung, Aufbau und Erprobung des Hauses wurden erfolgreich durchgeführt. Ein massiver Bauverzug durch unerwartete Schwierigkeiten im Baugrund führten zu einer verkürzten Einbauzeit für die Inneneinrichtungen. Insgesamt konnte der Zeitplan jedoch eingehalten werden. Das ökologische Energiekonzept wurde mit leichten Modifikationen umgesetzt. Besonderheit des Hauses ist die transluzente Wärmedämmung des Glasdaches.
Das Haus wurde mit einer ausgewogenen Mischung von multimedialen und klassischen Ausstellungsteilen ausgestattet. Interaktive und multisensuale Elemente überwiegen und werden von den Besuchern sehr gut angenommen. Das gesamte Haus ist zweisprachig ausgeführt (deutsch und tschechisch), eine dritte Sprache (englisch) steht in Papierform bzw. in den multimedialen Präsentationen zur Verfügung.
Das Haus ist barrierefrei gebaut und behindertenfreundlich ausgestattet.
Die Aufbauzeit wurde durch die Kooperationspartner sehr konstruktiv und erfolgreich begleitet. Die Kooperation konnte auf die neu gegründete Nationalparkverwaltung Böhmische Schweiz ausgeweitet und im Dauerbetrieb durch enge Abstimmung und gemeinsame Veranstaltungen weitergeführt werden. Das Nationalparkhaus wurde organisatorisch, wie geplant, in zwei Arbeitsbereiche untergliedert:
Das Besucherzentrum stellt in einem eintrittsfreien Bereich des Hauses umfangreiche Informationen zur Nationalparkregion für Urlauber und Gäste bereit. Zahlreiche Anfragen sowie die Vermittlung von Kontakten zu Personen und Institutionen des regionalen Naturschutzes und der Regionalentwicklung werden bearbeitet. Der eintrittspflichtige Bereich mit Einführungsvortrag, Dauerausstellung zum Thema Natur-schutz/Nationalpark/Wildnis, Wechselausstellung zum Thema Kulturlandschaft, verschiedenen Sonderausstellungen und einer großen Multivision steht den Besuchern zum Rundgang zur Verfügung. Ein Restaurant/Cafe mit Speisen und Getränken der Region, ein themenbezogener kleiner Verkaufsshop sowie ein naturnah gestaltetes Außengelände runden das Angebot ab. Das Haus ist selbsterklärend, es werden jedoch für verschiedene Gruppen auch Führungen zu Spezialthemen (z.B. zur ökologischen Energietechnik) durchgeführt.
Die Begegnungs- und Bildungsstätte hat ebenfalls mit Eröffnung des Hauses den Betrieb aufgenommen. Die zahlreichen Veranstaltungen zu den Themen Natur- und Umweltschutz, Agenda 21 und grenzüberschreitende Zusammenarbeit treffen auf großes Interesse und liegen mit sehr guten Teilnehmerzahlen weit über den Erwartungen. Spezielle Angebote gibt es insbesondere für Kindergruppen und Familien sowie für Senioren und ausländische Gäste. Auch dem Interesse an vertiefenden Veranstaltungen zu speziellen Themen des Naturschutzes, der Regionalentwicklung und zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit kann durch regelmäßige oder auf Anfrage organisierte Veranstaltungen genügt werden. Schon jetzt hat sich das Haus zu einem Treffpunkt und bekannten Veranstaltungsort in der Region entwickelt. Die Offenheit des Hauses auch gegenüber kontroversen Positionen, die in einer Nationalparkregion nicht ausbleiben, konnte kommuniziert werden und führt zu einer zunehmenden Nutzung als Diskussionsplattform für verschiedene Interessengruppen.
Die ursprüngliche Kostenkalkulation wurde in der Gesamtsumme eingehalten. Einsparungen gab es im Bereich Personal, während die Innenausstattung des Hauses, besonders die Medien- und Ausstellungstechnik, zu knapp kalkuliert worden war.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

In zielgruppenorientierter Öffentlichkeitsarbeit werden Einwohner und Gäste der Sächsisch- Böhmischen Schweiz über Angebote und Veranstaltungen des Hauses informiert. Das Nationalparkhaus ist in den regionalen touristischen Printmedien sowie in Presse, Rundfunk und Internet (www.lanu.org) vertreten.


Fazit

Der Aufbau des Hauses wurde erfolgreich abgeschlossen, die gesetzten Ziele erreicht. Der Dauerbetrieb ist erfolgreich angelaufen, seit Eröffnung im Oktober 2001 besuchten bereits über 40.000 Einwohner und Gäste das Haus. Aufgrund von Befragungen und Gästebüchern wurde festgestellt, dass die Besucherzufriedenheit sehr hoch ist. Auch von tschechischen Gästen wird das Haus aufgrund der zweisprachigen Ausführung aller Text-, Bild- und Medieninformationen gern angenommen. Das Veranstaltungsprogramm der Begegnungs- und Bildungsstätte wird mit über 1000 Teilnehmern pro Quartal sehr gut nachgefragt. Drei Arbeitskreise zu regionalen Themen wurden initiiert und treffen sich regelmäßig im Haus. Enge Kooperation besteht mit den drei Schutzgebietsverwaltungen der Region.

Förderzeitraum: 16.03.1998 - 28.02.2002 (3 Jahre und 11 Monate)
Fördersumme: 2.420.229,26
Förderbereich: III.8.1
Stichworte: Zentrum , Nationalpark
Publikationen: