Gestaltung eines ökologischen Spielplatzes auf dem Gelände des ehemaligen Volksbades Annahütte

Aktenzeichen 12036/01
Zusammenfassung / Abstract:
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Projektträger: Aktion Umwelt für KinderHilfswerk für umweltgefährdete junge Menschen e. V.Sitz Hygieneinstitut
Thiemstr. 104
03050 Cottbus
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Bundesland: Brandenburg
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Das industrielle Gesicht von Annahütte und Umgebung wurde bis nach der wende durch Konzentration extrem umweltbelastender Industriezweige geprägt. Die Betriebe wurden stillgelegt, die Altlasten sind bis heute existent. Dadurch leiden die ortsansässigen Kinder unter chronischen Atemwegserkankungen, allergischen Hautekzemen, erhöhter Infektanfälligkeit, Konzentrationsschwäche und Schlafstörungen. Erlebnisbereiche und Spielmöglichkeiten vor Ort sind nicht vorhanden. Die Kinder spielen z.T. auf kontaminierten Brachflächen eines ehemaligen Bleiglaswerkes. Durch die Schaffung eines naturnahen, ökologischen Spielplatzes sollen die Kinder von den kontaminierten Brachflächen ferngehalten werden.
Zielsetzung des Spielplatzes ist:
Die Identifikation der jungen Menschen mit dem Spielplatz und damit Übernahme von Verantwortung für Pflege und Betreuung für lange Zeit; der modellhafte Charakter des Öko-Spielplatzes in einer extrem umwelbelasteten Region und damit die Übertragbarkeit auf andere Objekte in ähnlich belasteten Gebieten Südbrandenburgs.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1. Planungs- bzw. Vorbereitungsphase: Präzisierung und Detailbeschreibung des Projektes mit den Kooperationspartnern / Präzisierung der einzelnen Leistungsschritte der einzelnen Kooperationspartner / Netzplanung für die Projektlaufzeit / Projektablaufmanagement / Entwicklung eines Maßnahmenkataloges zur Warming up Phase / Präzisierung des Kostenplanes
2. Durchführungsphase: Errichtung einzelner Teilprojekte, z.B. Einschüttung und Nutzung des alten Schwimmbeckens /Errichtung eines Feuchtbiotops anstelle des vorhandenen Planschbeckens / Naturspielecken (Weidenhäuser, Kriechtunnel) usw.
3. Wissenschaftliche Begleitung und Dokumentation des Projektes:
Z.B. Ausarbeitung des Designs / Entwicklung und Erprobung der Evaluationsinstrumente / erstellen des Abschlußberichtes


Ergebnisse und Diskussion

Die durchgeführte Aufsuchende Befragung zum Freizeitverhalten (ABF) erbrachte ein hohes Interesse der örtlichen Bevölkerung am Projekt. Besonders hervorzuheben ist die sehr hohe Anzahl von im Fragebogen angegebener Adressen von Personen, die sich am Bau und bei der Betreuung des Zentrums beteiligen wollen. Weiterhin sprachen sich die Befragten dafür aus, daß das ÖJFA für alle Altersgruppen und Personen aus verschiedenen Regionen zugänglich sein soll, eine Betreuung und Aufsicht gewährleistet sein muß und daß geregelte Öffnungszeiten sind erwünscht.
Die durchgeführten Multiplikatorenschulungen mit Jugendlichen und Betreuern vom Ort liefen sehr erfolgreich ab, es wurde ein sehr großes Interesse gegenüber dem Projekt sowie der Methodik (Erlebnispädagogik, ökologisches Lernen) gezeigt. Einige Kinder und Jugendliche sowie Kindergartengruppen, Schulklassen und Vereine nutzen den Platz trotz fortlaufenden Baumaßnahmen schon sehr intensiv.
Eine Jugendliche aus der Umgebung war inzwischen als Praktikantin bei einem der Kooperationspartner eingestellt und leitet nun vor Ort selbständig verschiedene ökologische und erlebnispädagogische Projekte und Aktivitäten an.
Bei allen Veranstaltungen am Ort war sehr viel interessiertes und aufgeschlossenes Publikum zugegen, welches sich sehr interessiert und aufgeschlossen zeigte.
In Eigenarbeit wurden auf dem Gelände verschiedene kleinere ökologische und erlebnispädagogische Elemente installiert und gebaut, die inzwischen regelmäßig genutzt werden.
Sobald die erforderlichen Genehmigungen der entsprechenden Behörden vorliegen, kann unverzüglich mit der Umgestaltung bzw. Bau der Großelemente (Lehmhütte, Pflanzenkläranlage, Kletterturm) begonnen werden.
Mit Mitarbeitern aus dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) sollen nun auf dem Gelände weitere ökologische Elemente installiert werden (z.B. Insektenhaus) und auch neben dem Gelände in Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung ein Erlebnispfad entstehen.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Als erstes wurden verschiedene Multiplikatorenschulungen mit Jugendlichen und Betreuern vom Ort durchgeführt, welche den anderen Gemeindekollegen Auskunft geben konnten.
Durch die durchgeführte Aufsuchende Befragung zum Freizeitverhalten (ABF) wurden alle Gemeindemitglieder sowie Bürger der benachbarten Ortschaften auf das Projekt aufmerksam gemacht.
Weiterhin wurden verschiedene bereits in der Gemeinde etablierten Feste auf dem Gelände durchgeführt, um der Bevölkerung die Absicht und Aufgaben des Projekts nahezubringen. Hierbei stattete sogar der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Manfred Stolpe dem Projekt einen Besuch ab, das den Bürgern die Bedeutung des Projekts verdeutlichte und ein großes Presseecho fand.
Durch Einbindung des Projekts in verschiedene Freizeit- und Naherholungskonzepte sollen die ökologischen und erlebnispädagogischen Ziele des Projekts auch über das Gemeindegebiet hinaus getragen werden.


Fazit

Das Interesse und Engagement der Bevölkerung in ökologisch benachteiligten Regionen an ökologischen und erlebnispädagogischen Aktivitäten können durch relativ wenig aufwendige Aktionen geweckt sowie durch weitere Aktionen nachhaltig verstärkt werden.
Der im Projekt benutzte Ansatz der Aufsuchenden Befragung hat sich - in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen aus dem Ort - für solche Projekte als erfolgreicher Ansatz bewiesen.
Er sollte deshalb ebenso wie das Ökologische Jugend- und Familienerlebniszentrum Annahütte als Modell für ähnliche Projekte im Bereich Umweltbildung und Bürgerengagement präsentiert werden.

Förderzeitraum: 01.07.1997 - 23.08.1999 (2 Jahre und 2 Monate)
Fördersumme: 91.521,25
Förderbereich: III.7.1
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen:
Geografisch:


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