Nachhaltiges Wirtschaften – ein Konzept für kleine und mittlere Unternehmen in der Region Rhein-Neckar

Aktenzeichen 08365/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.11 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Stadt HeidelbergUmweltamt

69045 Heidelberg
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Telefon: 06221/58-1058
Internet: -
Bundesland: Baden-Württemberg
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Ziel des skizzierten Projektes ist es, die Ausrichtung der kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region am Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung zu fördern. Dazu soll in den Unternehmen ein Bewusstseinsprozess angestoßen und gemeinsam eine Vision für ihren Beitrag zur Nachhaltigen Entwicklung erarbeitet werden. Den Rahmen bietet dabei die Unterstützung der Betriebe beim Aufbau eines qualifizierten Nachhaltigkeitsmanagementsystems und die Entwicklung eines praxisorientierten Schulungs- und Beratungspakets. Über sogenannte Win-Win-Lösungen werden die Betriebe zur Mitarbeit motiviert, da ökologisch und sozial motivierte Impulse in den Unternehmen meist wirtschaftlicher Anreize bedürfen.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZunächst soll ein zweigleisiger Weg beschritten werden: Aus pragmatischen Gründen wird man zu-nächst auf die kurzfristigeren Einsparpotenziale im Rahmen von Umweltmanagementsystemen zielen, um die Unternehmen auf einer breiteren Basis zur Teilnahme am Beratungsprogramm zu motivieren. Gleichzeitig soll im Verlauf des skizzierten Projektes aber immer wieder die Rolle der Unternehmen in einer nachhaltigen Entwicklung reflektiert werden, um Impulse für eine unternehmensinterne Auseinan-dersetzung mit den Anforderungen der Nachhaltigkeit zu geben. Um entsprechende Denk- und Hand-lungsansätze in den Unternehmen zu verankern, wird ein praxisorientiertes Schulungs- und Beratungskonzept angeboten, das den Handlungsspielraum der Unternehmen im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung beleuchtet und die Unternehmen bei der betriebsspezifischen Konkretisierung unterstützt. Das Projekt ist eine Kombination von Workshops und individuellen Consultings auf der Basis der aktiven Kooperation von Betrieben, kommunalen bzw. regionalen Institutionen sowie Beratern. Zu Beginn des Projektes sollen die bestehenden Ansätze aufgearbeitet und bewertet werden. Unter anderem ist vorge-sehen, Instrumente zusammenzustellen, die den Unternehmen Hilfestellung bei der Bewertung von betrieblichen Entscheidungen vor dem Hintergrund des Leitbilds Nachhaltige Entwicklung bieten können. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg des Projektes ist es, die Unternehmen zur Teilnahme zu motivieren. Der Entwicklung einer Motivationsstrategie zu Beginn des Projektes kommt daher eine hohe Bedeutung zu.


Ergebnisse und Diskussion

Insgesamt führte das Projekt Nachhaltiges Wirtschaften Heidelberg auf verschiedenen Ebenen zu vorzeigbaren Ergebnissen. Der Umweltschutz in den Betrieben konnte erheblich gestärkt werden und fast alle Teilnehmer konnten einen effizienten Ressourceneinsatz vorweisen. Die Kosteneinsparungen und die Verbesserung der Rechtssicherheit führten zu einer zunehmenden Motivation bei den Betrieben und boten Anreize für eine langfristige Ausrichtung des Umweltmanagements. Gleichzeitig verbesserte sich die Kooperation zwischen Stadt und Betrieben weiter. Zwischen den zuständigen Fachämtern und den Betrieben entstanden neue Kontakte, und die städtischen Vertreter wurden verstärkt als Partner wahrgenommen.
Eine besondere Herausforderung in dem Projekt war das Ziel, den Betrieben auch diejenigen Nachhaltigkeitsaspekte zu vermitteln, die über den betrieblichen Umweltschutz hinausgehen. Die meisten der teilnehmenden Betriebe befassten sich das erste Mal systematisch mit Umweltthemen. Ein Großteil der Workshops wurde daher genutzt, die Organisations-, Management- und Rechtsfragen solide zu vermitteln und auch die Betriebsbegehungen befassten sich ausschließlich mit Umweltthemen. Insgesamt lag der Schwerpunkt des Projektes damit vorwiegend auf der Implementierung von Umweltmanagementsystemen. So nahm das Thema Ökomarketing in den Workshops aus Zeitknappheit in beiden Phasen des Projektes jeweils lediglich eine Stunde ein und die Entwicklung der Nachhaltigkeitsleitlinien war nur eine Aufgabe neben vielen anderen, die es in den Betrieben zu erledigen galt. Auch weitere Themen, die in den Workshops angeschnitten wurden, wie Integration ausländischer Mitarbeiter, Mitarbeitermotivation, Teilzeitarbeit, fairer Einkauf etc. begrenzten sich auf einen Vortrag während der Workshops sowie auf eine Nachhaltigkeitscheckliste. Die Checkliste war jedoch nicht prüfungsrelevant.
In der Diskussion sozialer Aspekte wurde erwartungsgemäß deutlich, dass Themen wie Entwicklungs-zusammenarbeit schwerer vermittelbar sind als Themen mit konkretem Bezug zum Unternehmen, wie Mitarbeiterbefragung, Mitarbeiterbeteiligung und Arbeitszeitmodelle, die mit großem Interesse aufgenommen wurden.
Ein Ansatzpunkt zur Stärkung von Nachhaltigkeitsaspekten, die über das Umweltmanagement hinausgehen, könnten die Einzelberatungen sein. Die Einzelberatungen spielten eine wichtige Rolle, um die rechtlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen des betrieblichen Umweltschutzes in den Unternehmen umzusetzen. Darüber hinausgehende Nachhaltigkeitsaspekte wurden untergeordnet betrachtet. Damit auch diese Themen in den Betrieben stärker verankert werden, wäre auch hier ein ver-stärkte Umsetzungsbegleitung sinnvoll.
Nach Bedarf sollte den Betrieben ermöglicht werden, produktbezogene Umweltfragen, Ökomarketing sowie weitere Nachhaltigkeitsaspekte im gesamten Projekt verstärkt in den Blickpunkt zu rücken. Im Vordergrund steht dabei die gezielte Entwicklung einer Unternehmenskultur, die das Selbstbewusstsein der Betriebe für ihre Beiträge zu einer nachhaltigen Entwicklung fördert. Viele kleine Betrieben setzen bereits wichtige Bausteine für eine nachhaltige Wirtschaftsweise in der Region um, ohne sich dessen bewusst zu sein oder sogar nach außen zu vermitteln. Um diese Aspekte zu stärken, wäre jedoch der Schwerpunkt vom betrieblichen Ansatz des Win-Win-Modells sowie der Rechtssicherheit stärker auf die Weiterentwicklung einer umweltbewussten Unternehmenskultur, den Ausbau des Marketings sowie die Erschließung von Marktpotenzialen zu richten.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Das Projekt wurde durch zahlreiche Artikel in der lokalen und überregionalen Presse begleitet, die im Abschlussbericht enthalten sind. Darüber hinaus wurden die Prämierungen der Betriebe im öffentlichen Rahmen mit Publikum veranstaltet. Die Abschlussveranstaltung fand in Verbindung mit einem ganztägi-gen Workshop zum Thema Nachhaltiges Wirtschaften statt. Der Südwest-Rundfunk zeigte im Rahmen der Sendung Baden-Württemberg Aktuell am 05.08.2002 einen Kurzbericht über das Projekt und die Aktivitäten der Teilnehmer. Weiterhin wird das Projekt im Film Heidelberg - Stadt der Zukunft vorgestellt.


Fazit

Das Projekt hat gezeigt, dass KMU über die Vermittlung von Win-Win-Lösungen bereit sind, Umweltmanagementsysteme trotz eines etwas erhöhten personellen Aufwands dauerhaft einzurichten. Darüber hinausgehende soziale Nachhaltigkeitsaspekte sind vor allem dann vermittelbar, wenn ein konkreter Be-zug zum Unternehmen hergestellt werden kann. Abstraktere Themen, wie z.B. Entwicklungszusammenarbeit können nur anhand konkreter Projekte vermittelt werden, an denen sich die teilnehmenden Betrie-be ohne erhöhten personellen Aufwand beteiligen können.

Förderzeitraum: 13.12.2000 - 30.06.2003 (2 Jahre und 7 Monate)
Fördersumme: 118.983,24
Förderbereich: III.9.2
Themengebiet: Umweltkommunikation
Stichworte: Umweltkommunikation
Publikationen:
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