Erarbeitung und Umsetzung von Richtlinien zur Müllvermeidung auf ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben mit Direktvermarktung

Aktenzeichen 05912/01
Zusammenfassung / Abstract: Dateigröße: 0.05 MB | Zuletzt geändert: 11.08.2009
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Projektträger: Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (AGÖL) e. V.
Baumschulenweg 11
64295 Darmstadt
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Telefon: 069/774224
Internet: -
Bundesland: Hessen
Beschreibung:
Zielsetzung und Anlass des Vorhabens

Der Verbraucher von Produkten aus ökologischem Landbau stellt hohe Anforderungen an diese Erzeugnisse. Es werden sowohl gesundheitliche Vorteile erwartet, als auch vorausgesetzt, daß die Erzeugung sowie der Vertrieb dieser Produkte besonders um-weltschonend vonstatten geht. Bei Verpackungen von ökologischen Lebensmitteln wird die Berücksichtigung von ökologischen Kriterien erwartet. Je mehr öffentliche Kritik am Grünen Punkt geäußert wird, desto höher ist der Erwartungsdruck an ökologische Lebensmittel, auch bezüglich ihrer Verpackungen Alternativen zu bieten.
Daß die Bedeutung der Verpackung als Kaufargument auch von vielen direktvermarktenden Betrieben erkannt ist, zeigen die Ergebnisse einer Befragung von Öko-Betrieben, die von Sabine Hitschel (Universität Hohenheim) durchgeführt wurde: Knapp 40 % der befragten Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter schätzen die Bedeutung der Verpackung als Kaufargument für Konsumentinnen und Kon-sumenten als hoch bis sehr hoch ein.
Bei der Wahl der richtigen Verpackung für ein ökologisch erzeugtes landwirtschaftliches Produkt sind jedoch vielfältige Aspekte zu berücksichtigen:
· Hohes Maß an Umweltverträglichkeit durch sparsamen Umgang mit Verpackungen und Auswahl der Packstoffe.
· Einhaltung lebensmittelrechtlicher Bestimmungen.
· Nutzung zur Kennzeichnung, um den Nachweis einer Kontrolle auf der Verpackung zu führen.
· Nutzung zur Werbung bzw. Verbraucherinformation, um die Kennzeichen der ökologischen Wirtschaftsweise bzw. des ökologisch bewirtschafteten Betriebes aufzu-listen.
Es zeigt sich immer wieder, daß es für den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb mit Direktvermarktung sehr arbeitsaufwendig ist, all diese Aspekte in Einklang zu bringen. Aus diesem Grund hat sich die Arbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entschlossen, im Rahmen ihrer gemeinsamen Richtlinienarbeit mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren Hersteller einen Leitfaden zu entwickeln, der dem direktvermarktenden landwirtschaftlichen Betrieb praxisnahe Hinweise für eine Ökologisierung des Verpackungsmaterials gibt.


Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm Problembereiche bei der Verpackung landwirtschaftlicher Produkte auf Öko-Betrieben aufzuzeigen, wurde von Sabine Hitschel eine Befragung von 44 landwirtschaftlichen Betrieben der Verbände Demeter, Bioland und Naturland durchgeführt. Als Untersuchungsraum wurde das südliche Stuttgarter Umland gewählt.
Es wurden u.a. folgende Aspekte erhoben:
· Art und Menge der eingesetzten Verpackungsmaterialien
· Bedeutung von Verpackung im Rahmen des Marketing eines Betriebes
· Informationsbedürfnis bezüglich Verpackungsfragen
Informationsbedarf zeigte sich unter anderem in folgenden Punkten:
· Hygiene und Hygienevorschriften insbesondere bei Fleisch
· Lagerfähigkeit und Qualitätserhaltung
· Klarstellung der Frage Einweg oder Mehrweg
· Informationen Grünen Punkt und Verpackungsverordnung
Diese Aspekte wurden von den Fachexperten Thomas Karas (Verpackung Trockensortiment, Gemüse) und Alexander Beck (Milch- und Fleischprodukte) in den Gutachten entsprechend herausgearbeitet.


Ergebnisse und Diskussion

Nachdem ein umfangreicher Bericht von der Agentur Ökologie & Marketing in Offenbach mit dem Ziel der einfachen Handhabung und Praxisnähe gekürzt und layoutet wurde, ist der Leitfaden im März 1996 mit dem Titel Verpackung ökologischer Lebensmittel in der Reihe SÖL-Sonderausgaben der Stiftung Ökologie & Landbau in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienen.
Neben der Erläuterung zentraler Begriffe (z.B. Recycling, Grüner Punkt) beschreibt der Leitfaden die Kriterien, die eine Verpackung er-füllen muß. Bezugsquellen und Checklisten geben Hinweise zur Wahl der richtigen Verpackung. Letztendlich dient der Leitfaden dem Ziel der Müllvermeidung im Rahmen der Vermarktung auf ökologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Betrieben.


Öffentlichkeitsarbeit und Präsentation

Das Projekt ist in folgenden Punkten an die Öffentlichkeit getreten.
1. Versand des umfangreichen Zwischenberichts an eine interessierte Fachöffentlichkeit (ca. 50 Exemplare wurden verschickt)
2. Druck des Leitfadens (2000 Exemplare)
3. Artikel in der Zeitschrift Ökologie und Landbau mit Ergebnissen der Befragung und Ankündigung des Leitfadens
4. Veröffentlichungshinweis im AGÖL-Info und in den Fachzeitschriften des Ökologischen Landbaus
5. Durchführung einer gemeinsame Fachveranstaltung Naturkost und Grüner Punkt mit dem Bundesverband Naturkost Naturwaren Hersteller


Fazit

Mit dem vorliegenden Projekt konnte ...
1. ... das Problembewußtsein vieler Direktvermarkter von Öko-Produkten hinsichtlich Verpackungsfragen geweckt
2. ... und ihnen ein praxisnaher Leitfaden - mit dem Preis von 9,80 DM zudem relativ preiswert - zur Verfügung gestellt werden.
Die eingangs geäußerte These, daß die Diskussion um den Grünen Punkt die Diskussion um die Verpackung von Öko-Produkten verstärkt, hat sich mittlerweile bestätigt, wie ein Artikel aus der Zeitschrift Focus 51/1996 mit dem Titel Müll aus dem Ökoladen. Verpackungen für Naturkost landen in Containern mit dem Grünen Punkt. Das DSD verliert dabei Millionen belegt.

Förderzeitraum: 01.02.1995 - 31.03.1996 (1 Jahr und 2 Monate)
Fördersumme: 13.840,67
Förderbereich: II.5.1
Themengebiet: Umweltforschung
Stichworte: Naturschutz, Umweltkommunikation, Landnutzung, Umwelttechnik, Ressourcenschonung
Publikationen:
Geografisch:


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