Naturpark Soonwald-Nahe wird zur Schwammregion

Was die Schwammstadt im urbanen Raum zum Schutz gegen Extremwetter leistet, sollen in ländlichen Gebieten sogenannte Schwammregionen übernehmen. Ein solches Vorhaben wird aktuell von einem Team der Hochschule Geisenheim um Projektmanagerin Jenny Eckes und unter Leitung von Dr. Jörn Schultheiß und Prof. Dr. Eckhard Jedicke im Naturpark Soonwald-Nahe in Rheinland-Pfalz umgesetzt.

Ziel ist es, die Region so umzubauen, dass Wälder und Felder bei Starkregen möglichst viel Wasser aufnehmen und bei Trockenheit kontrolliert wieder in die Landschaft abgeben.  

Eckes zufolge besitzt die Region Soonwald-Nahe aufgrund jahrhundertelanger menschlicher Eingriffe derzeit nur geringes Potenzial, um Wasser in der Landschaft zu halten – unter anderem wegen Entwässerungsgräben in Wald und Feld. Diese Umstände machen die Landschaft anfällig bei Extremwetter mit Trockenheit oder Überschwemmungen.

Kommunen, Land- und Forstwirtschaft profitieren

Als Gegenmaßnahme sollen Gräben im Wald an mehreren Stellen verschlossen werden, damit Wasser wieder in den Waldboden einsickert, statt abzufließen. Hinzu kommen kleine Wasserrückhaltebecken, eine bodenschonende landwirtschaftliche Bewirtschaftung und das Pflanzen von Gehölzen gegen Erosion. Gemeinsam mit dem Bergwaldprojekt e.V. werden zudem Holzkästen im Wald gebaut, die bei Starkregen Geröll und Schlamm zurückhalten. Von diesen Maßnahmen profitieren Kommunen, die vor Überschwemmungen geschützt werden, sowie Land- und Forstwirtschaft, deren Böden und Wasserversorgung auch bei Dürre gesichert bleiben.

Ein Leitfaden soll die erprobten Maßnahmen künftig auf andere Regionen in Deutschland und Europa übertragbar machen. Das während der Projektlaufzeit entstehende Netzwerk soll nach Ende der Förderung weiterhin aktiv sein und Menschen beim langfristigen Aufbau der Schwammregion helfen.

AZ 39618/01