Dialog Kunststoffkreislaufwirtschaft diskutiert über Herausforderungen und Chancen der Branche

Wie sieht die Zukunft der Kunststoffwirtschaft aus? Ein „Weiter so“ ist keine Option, eine Welt ohne Kunststoff aber genauso wenig. Beim Dialog Kunststoffkreislaufwirtschaft von VDI ZRE und DBU am 15. September wurde deutlich: Über den besten Weg lässt sich diskutieren, das Ziel teilen alle: Kunststoffe stärker im Kreislauf führen, Rezyklate wettbewerbsfähig machen und aus guten Lösungen skalierbare Geschäftsmodelle entwickeln.

Im Dialog: Prof. Henning Wilts, Dr. Christine Bunte, Dr. Dirk Textor, Julia Eckey und Moderatorin Dr. Ulrike Lange vom VDI ZRE
© Sophie Pieper (DBU)

Die Herausforderung: Ab 2030 schreibt die europäische Verpackungsverordnung (PPWR) Mindestrezyklatanteile vor. Gleichzeitig kämpfen Recyclingunternehmen heute mit geringer Nachfrage und schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Um die in Zukunft benötigten Kapazitäten zu schaffen, müssen Unternehmen heute bestehen und wachsen können. Vor diesem Hintergrund plädierte Dr. Christine Bunte, Hauptgeschäftsführerin, PlasticsEurope Deutschland für verlässliche Rahmenbedingungen: Man solle die Ziele aus der PPWR nicht in Frage stellen, sondern gemeinsam daran arbeiten, wie man sie erreicht. Hinweise dazu gibt das Positionspapier „Optionen für einen funktionsfähigen Markt für Kunststoffrezyklate“ des Wuppertal Instituts im Auftrag der DBU, vorgestellt von Professor Henning Wilts. Es nennt unter anderem klare Signale für Investitionen und Nachfrage, etwa durch öffentliche Beschaffung, schnellere Planungsprozesse, weniger Materialvielfalt und neue Geschäftsmodelle. Dr. Dirk Textor, Vorsitzender des Fachverbands Kunststoffrecycling im Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) e.V., wies auf den dringenden Handlungsbedarf hin: „Die Lücke zwischen zukünftigem Bedarf und heute verfügbaren Kapazitäten wächst.

Chancen für Innovationen und Investitionen ermöglicht das Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“: Ab 2027 stehen hier 550 Millionen Euro zur Verfügung, wie Stefanie Schäfter vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) berichtete. Als Beispiel, wie Kunststoffkreislaufwirtschaft schon heute Realität wird, nannte Julia Eckey, Geschäftsführerin des Klimaschutz-Unternehmen e. V., das Unternehmen Pöppelmann GmbH & Co KG aus dem DBU-geförderten Projekt „Wege zum zirkulären Geschäftsmodell“ (AZ 39665). Auch die DBU bleibt am Thema dran, beispielsweise mit ihrer neuen Initiative für GreenInnovations, so DBU-Abteilungsleiter Dr. Maximilian Hempel.

Das Positionspapier kann hier heruntergeladen werden:
www.dbu.de/app/uploads/dbu-media-2026-positionspapier-rezyklatmarkt-final-2.pdf