Deutscher Umweltpreis 2026 für Engagement für Klimagerechtigkeit und innovative Lösungen zum Erhalt der lebenswichtigen Ressource Wasser: Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergibt dieses Jahr den Deutschen Umweltpreis in Höhe von insgesamt 500 000 Euro an die Hamburger Umweltjuristin Dr. Roda Verheyen und den Membranfilter-Ingenieur Dr. Klaus Vossenkaul, Gründer und Geschäftsführer der Firma Membion. Die Auszeichnung wird von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonntag, 25. Oktober, beim Festakt in Aachen überreicht.
Verheyen und Vossenkaul leisten laut DBU-Generalsekretär Alexander Bonde „innovative Pionierarbeit und bringen den Umweltschutz voran“. Verheyen setze sich „seit Jahren für Klimagerechtigkeit“ ein. Bonde: „Sie gibt Betroffenen des Klimawandels eine Stimme.“ Vossenkaul wiederum habe als Unternehmer „mit Mut, Beharrlichkeit und Innovationskraft Lösungen gefunden, um die lebenswichtige Ressource Wasser besser zu schützen“. Ihm sei „ein ganz wichtiger Schritt in der Abwasserreinigung gelungen“. Als Mitgründer früherer Firmen bringe er zudem „umfangreiche Expertise“ mit.
Membranfilter-Betrieb Membion startete als Garagenfirma

Vossenkauls Betrieb mit heute mehr als 40 Mitarbeitenden ist 2012 buchstäblich als Garagenfirma entstanden. Sitz ist bis heute ein altes Haus mit einem Anbau in Roetgen, das früher eine Weberei war. In den ersten Jahren kümmerten sich Vossenkaul und sein Mitstreiter, Verfahrenstechnikingenieur Dirk Volmering, ausschließlich um die Weiterentwicklung der Membranbioreaktoren(MBR)-Technologie. Das Ergebnis könnte die Abwasserreinigung revolutionieren: ein energieeffizientes und platzsparendes Reinigungssystem mit Hohlfasermembranfiltern – dünne Röhrchen, die beim Einsatz in Kläranlagen aus dem Klärschlamm kristallklares Wasser filtrieren. Sie sehen aus wie Spaghetti, sind hohl wie Makkaroni und etwa 1,60 Meter lang. Feine Poren filtern problematische Stoffe wie Mikroplastik, Krankheitserreger und multiresistente Keime aus dem Abwasser heraus. Membranfilter-Technologie sorgte zwar bisher schon für mannigfach bessere Wasserqualität als konventionelle Abwasserreinigung. Der Haken aber: Unter anderem zu hoher Energieverbrauch für die Spülung der Membranen hielt viele Kläranlagenbetreiber von einer Installation ab. Vossenkaul verbesserte die Membranfiltertechnologie derart, dass sie nun auch hinsichtlich ihrer Herstellungs- und Betriebskosten konkurrenzfähig ist.
„Das ist GreenTech made in Germany und hat das Zeug zum Exportschlager“
„Das ist GreenTech made in Germany und hat das Zeug zum Exportschlager“, sagt DBU-Generalsekretär Bonde. Tatsächlich wird Membion-Technologie bereits in der Industrie eingesetzt, unter anderem beim weltgrößten Pommes-Produzenten McCain. Und: Sie ist Herzstück von Deutschlands größter Membran-Kläranlage, die derzeit in Wolfsburg-Stahlberg entsteht. Das von den Kläranlagen abfließende kristallklare Wasser schont Oberflächengewässer wie Flüsse, Seen und Talsperren und ist geeignet etwa für Bewässerung in der Landwirtschaft. Das wiederum schützt das Grundwasser, aus dem Trinkwasser gewonnen wird – zunehmend bedeutend wegen Extremwetters mit Dürre und Hitze infolge des Klimawandels.

Konsequenter Einsatz für klare Rechtsprechung im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes
Verheyen wiederum nutzt seit mehr als zwei Jahrzehnten bestehendes Recht, um sich konsequent für den Schutz von Klima und Umwelt einzusetzen. Die Hamburger Umweltjuristin wendet abstrakte Regeln aus nationalem und internationalem Recht auf konkrete Fälle an „und macht sie so wirksam. Sie verschafft Menschen Gehör, die von Klimafolgen betroffen sind“, sagt Bonde.Und sie trägt dazu bei, auch die Rechte künftiger Generationen zu wahren. Bonde: „Sie hat entscheidend mitgeholfen, dass das Recht Umwelt- und Klimafragen auf aktuellem Stand widerspiegelt und Gerichte beide Aspekte deshalb angemessen abwägen können.“ Die „hervorragende Kommunikatorin“ vermittle komplexe Sachverhalte einer breiten Öffentlichkeit.
„Möglichmacherin“ nutzt die ganze juristische Bandbreite
Die Umweltjuristin wuchs in Hamburg auf, wo sie wie auch in London und Oslo Jura studierte. Als Anwältin beschäftigte sie sich seit jeher mit Fragen, die aus Klimawandel und Änderungen in der Umwelt resultieren. Verheyen sieht sich als „Möglichmacherin“, die angesichts der Klimakrise die Handlungsfähigkeit des Staates stärkt. Dafür nutzt sie die ganze Bandbreite juristischer Handlungsmöglichkeiten. So tritt sie als Sachverständige auf, erarbeitet Gesetzesinitiativen, berät Politik und Zivilgesellschaft und verfasst wegweisende Klagen. Ihre juristisch stichhaltige Argumentation liefere „einen wichtigen Beitrag für langfristigen Klima- und Umweltschutz“, so DBU-Generalsekretär Bonde.
Sie wollen die Ausgezeichneten und ihre Arbeit im Film erleben? Hier geht’s zum Blogbeitrag:
www.dbu.de/umweltpreis-blog/deutscher-umweltpreis-fuer-roda-verheyen-und-klaus-vossenkaul/
Hinweis für Journalist*innen: Die DBU bietet ein Media-Kit zu den Preisträger*innen an. Es enthält Pressemitteilungen, Foto- und Videomaterial sowie O-Töne als Audiodateien von unserer Preisträgerin Dr. Roda Verheyen und unserem Preisträger Dr. Klaus Vossenkaul. Das Videomaterial wurde von der Firma mmtv GmbH ausschließlich mit Broadcast-Equipment mit ARD- und ZDF-Zertifizierung/-Pflichtenheft erstellt: www.dbu.de/umweltpreis/media-kit-deutscher-umweltpreis/
Am Sonntag, 25. Oktober, verleiht die Deutsche Bundesstiftung Umwelt den Deutschen Umweltpreis 2026 in Aachen. Die Preisverleihung und das Symposium am Vortag werden als Livestream auf dem YouTube-Kanal der DBU übertragen.
Links zu den Veranstaltungen:
Festakt Deutscher Umweltpreis 2026
Sonntag, 25. Oktober 2026, ab 11:00 Uhr als Livestream auf:
www.dbu.de/live
Symposium zum Deutschen Umweltpreis
„GreenInnovations – Motor für Wohlstand und Wachstum“
Samstag, 24. Oktober 2026, 14:00 bis 16:00 Uhr, Programm und Livestream-Link gibt es unter:
www.dbu.de/termine/dbu-umweltpreis-symposium-greeninnovations-motor-fuer-wohlstand-und-wachstum/
