Vom Acker bis zum Teller: DBU-Engagement gegen Lebensmittelverluste

Herbstzeit ist traditionell Erntedankzeit: Für das geerntete Getreide, Obst und Gemüse wird gedankt, denn diese Lebensmittel stellen in den kommenden Monaten die Ernährung sicher. Allerdings: Jedes Jahr gehen nach Schätzungen der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) weltweit rund ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verloren oder werden weggeworfen – das entspricht etwa 1,3 Milliarden Tonnen.

Die Verluste treten entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf – von der Primärproduktion über Verarbeitung, Handel und Konsum. Ursache sind Ernteverluste, Schäden bei Lagerung oder Transport, die unzureichende Verwertung von Nebenströmen aus der Lebensmittelverarbeitung sowie das Wegwerfen auf Handels- und Verbraucherebene.

In Deutschland sind es laut Umweltbundesamt 10,9 Millionen Tonnen Lebensmittel, die auf dem Weg bis auf unsere Teller verloren gehen oder weggeworfen werden (Stand 2023). Das entspricht im Durchschnitt 129 Kilogramm pro Bundesbürger*in. Oder anders ausgedrückt: Pro Bundesbürger*in landen etwa 13 Wocheneinkäufe für einen Single-Haushalt nicht auf unseren Tellern, sondern in der Tonne.

Lebensmittelverluste bedeuten Verluste an wichtigen Ressourcen

Diese Zahlen umfassen sowohl vermeidbare Abfälle wie nicht verbrauchte oder verkaufte Lebensmittel und übrig gebliebene Speisereste , als auch nicht essbare Bestandteile wie Nussschalen, Strünke oder Knochen. Hinzu kommen aber noch weitere Verluste: Für jedes Lebensmittel, das entlang der Produktionskette verloren geht, wurden im Vorfeld wertvolle Ressourcen wie Wasser, Energie, Dünger und landwirtschaftliche Flächen eingesetzt, ohne dass dieser Ressourcenverbrauch letztendlich zur menschlichen Ernährung beiträgt. Der Verlust und die Verschwendung von Lebensmitteln stellen damit ein zentrales ökologisches, ökonomisches und soziales Problem dar. Aus diesem Grund unterstützt die DBU lösungsorientierte, verlustmindernde Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Anbau über die Verarbeitung und den Handel bis hin zu Haushalten und der Außer-Haus-Verpflegung.

Dieser Newsletter stellt einige dieser Projekte vor. Weitere finden sich im Kapitel Lebensmittelverluste in unserem digitalen Jahresbericht. Neue Projektideen sind jederzeit willkommen, denn jedes gerettete Lebensmittel zählt – für unsere Umwelt und für unsere eigene Zukunft (www.dbu.de/foerderung).

Vom Verlust zur Verschwendung: Was ist der Unterschied?

Lebensmittelverluste entstehen vor allem in frühen Phasen der Wertschöpfungskette, etwa bei der Ernte, Lagerung oder beim Transport, wenn Produkte beschädigt werden, verderben oder gar nicht erst geerntet werden. Lebensmittelverschwendung hingegen bezeichnet das Wegwerfen von noch genießbaren Lebensmitteln im Handel, in der Gastronomie oder in privaten Haushalten – häufig aufgrund von Überangebot, Ablaufdaten oder ästhetischen Ansprüchen.