Lutter-Revitalisierung in Bielefeld ist Erfolgsstory

Der Klimawandel lässt Hitzewellen häufiger werden. Gerade in Städten werden die steigenden Temperaturen spürbar und eine echte Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung. „Für eine lebenswerte Zukunft brauchen wir widerstandsfähige, klimaresiliente Orte mit mehr Wasser und viel Grün“, sagt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Seit mehr als 20 Jahren ist Martin Enderle Mitinitiator der Lutter-Revitalisierung und leitete dazu zwei DBU-geförderte Projekte. Auf breiter bürgerschaftlicher Basis gründete der Landschaftsplaner 2002 gemeinsam mit fünf Bielefelder Verbänden den Verein Pro Lutter zur Freilegung des Fließgewässers. Er sagt: „Die Lutter hat heute mit Gewässergüteklasse II für ein Innenstadtgebiet eine wirklich gute Wasserqualität.“

Temperaturen gesenkt, Luftfeuchte erhöht

Unterstützung für die Bach-Revitalisierung leisteten ab 2007 Schülerinnen und Schüler von fünf Bielefelder Schulen in einem von der Stiftung geförderten Projekt. Unter Anleitung engagierter Lehrkräfte wurden Ideen zur Revitalisierung entwickelt und öffentlich in einer Veranstaltung der Bevölkerung präsentiert. Nachdem ein kurzer Gewässerabschnitt freigelegt worden war, erfolgte zwischen 2020 und 2022 mit einer weiteren DBU-Förderung die Offenlegung auf 600 Metern Länge. Etwa dreißig im Projekt gepflanzte, Schatten spendende Bäume senkten im Nahbereich des Wasserlaufs die Temperaturen und erhöhten die Luftfeuchte. Die hohen Sommertemperaturen führten dazu, dass zahlreiche Anwohnende die Häuser verließen und die Möglichkeit nutzten, die Füße im Wasser zu kühlen und ihre Kinder dort spielen zu lassen. Gerade dieser Aspekt habe die Akzeptanz stark erhöht. Enderles Fazit: „Bürgerinnen und Bürger sind vor allem dann bereit, Vorbehalte und Bedenken zurückzustellen, wenn sie sich frühzeitig, im Prozess dauerhaft und umfangreich informiert fühlen.“

Mehr dazu in unserer Pressemitteilung: www.dbu.de/news/mehr-leben-stroemt-in-die-stadt/

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Titelbild: Carl N. Enderle